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Weihnachtsgeschichte à la Pasternak

30 November 2015 2 Kommentare PDF Drucken Drucken

“Der Barbier von Sibirien”
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n Film von Nikita Michalkow

Immer wieder aufs Neue schön!

Der Barbier von Sibirien, ein nostalgischer Film von nationaler Größe. Das opulente und mit über drei Stunden schwelgende, ausführliche russische Historien-Fresko von 1999 besticht durch seine Bilder und seinen Witz. Mit viel Opulenz setzt Michalkow das Melodram in Szene: Feuerwerk und Kaviar, Bären und Zigeuner, Schneegestöber und wodkasaufende Offiziere in pathetisch inszenierten Bildern. Das russisch-französisch-italienisch-tschechisches Komödien-Melodram über die Liebesromanze einer lebenslustigen Amerikanerin und eines musikliebenden Zaren-Kadetten weicht vom typisch amerikanischen Einheitsbrei ab und unterstreicht dadurch einen angenehm anderen Blickwinkel.

Es ist das Jahr 1885 im vorrevolutionären Rußland. Der Erfinder McCracken (Richard Harris) bittet die Amerikanerin Jane Callahan (Julia Ormond) nach Moskau. Die Amerikanerin soll dort für den Erfinder einen Lockvogel spielen. McCracken, der an einer Holzfällmaschine „Barbier von Sibirien“ arbeitet braucht die Gunst und Unterstützung des General Radlov, um sein Projekt finanzieren zu können. Jane soll den Armeevertreter umgarnen, verliebt sich aber in den jungen Kadetten Andrej Tolstoj, den sie zufällig im Zug bei der Anreise kennen lernt. Kadett und General sind an derselben Offiziersschule. Es kommt zum Eklat, als beide um die junge Frau werben. Tolstoj wird, nachdem er den General öffentlich beleidigt hat, nach Sibirien verbannt.

Eine der schönsten Szenen des Films hat Nikita Michalkow für sich selbst beeindruckend realisiert. Mit Pomp und Prunk nimmt er als Zar auf einem prächtigen Schimmel reitend, die Parade seiner sich formierenden Kadetten an der Militärakademie ab.

Nikita Sergejewitsch Michalkow wurde 1945 in Moskau geboren und stammt aus einer russischen Künstlerfamilie. Er ist der Sohn des Dichters Sergei Wladimirowitsch Michalkow, der unter anderem die sowjetische und russische Nationalhymne schrieb -und ist wohl der bekannteste russische Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor der Neuzeit. 1996 wurde Michalkow Jury-Präsident bei den 46. Filmfestspielen von Berlin. Die Neuverfilmung von Sidney Lumets Die 12 Geschworenen (1957), in dem der russische Filmemacher auch die Hauptrolle bekleidet, feierte auf den 64. Filmfestspielen von Venedig, seine Premiere. Michalkow erhielt auf diesem Filmfestival einen Speziallöwen für sein Gesamtwerk. 2010 verfilmte er mit Utomljonnyje solnzem 2 eine Fortsetzung seines Oscar-gekrönten Werkes „Die Sonne, die uns täuscht“ (1994), in dem er erneut an der Seite von Oleg Menschikow eine der Hauptrollen übernahm. Das Werk erhielt eine Einladung in den Wettbewerb der 64. Filmfestspiele von Cannes,  jedoch keine Preise.

Der Barbier von Sibirien
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Filmverleih: ARTHAUS
Erscheinungstermin: 15. Januar 2002
ASIN: B00005S3QL
 

Weitere Informationen:
http://www.youtube.com/v/LT42eMlCWRw
http://www.youtube.com/v/GzeuxbthFg8&feature=related

(rz)

Quelle: Kinowelt/ARTHAUS

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