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Jahresrückblick 2010

11 Dezember 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Jahresrückblick  TV

Am Ende eines Jahres, wenn das Christkind kommt, steigt auch das Fernsehen auf Sentimentalität um. Auf große emotionale Wirkung begriffen, sind die, in einer immer steigenden Beliebtheit ausgestrahlten Jahresrückblicke. Wer macht den Anfang? Wer das Ende? Ist der Anfang bereits das Ende vom Anfang? Im medialen Wettkampf um Quoten werden die Schwergewichte deutscher Unterhaltung ins Rennen geschickt. Da gibt es den jugendlich, immer erfrischenden Johannes-Baptist Kerner, die Allzweckwaffe „Typ brav“ Günther Jauch und der über die Jahrzehnte liebgewonnene, modisch immer noch etwas extravagant erscheinende Thomas Gottschalk, egal ob 2006,2007,2008, 2009, …ja, ja. Diese Troika gibt sich auf den Sendern ein Stelldichein um die Höhepunkte des ablaufenden Jahres nochmals hochzukochen oder neu deutsch gesagt „zu refreshen“. So empfindet man das zurückliegende Jahr in der Zuschauerposition als extrem spannend und emotional beeindruckend, trotz der eigenen Arbeitslosigkeit, ungezählter Knöllchen und anderen zivilisatorischen Nichtigkeiten. Schaut man sich dieses Süppchen aus Melancholie, wortgeballter Prosa, ungewöhnlichen Vergleichen, gepaart mit VIP’s, die man sowieso seit gefühlten 120 Jahren kennt oder erst gar nicht kennen will an, so folgt alsbald ein gewisses Aufstoßen. Nun, der Jahresrückblick auf dem ZDF bleibt noch aus. Zu groß ist die Gefahr, dass es pietätlos erscheint, dass Thomas Gottschalk nach dem Unfall wieder in die Unterhaltungsbütt geht. Aber er wird kommen unser Tommy. Wetten, dass…!

Eine nähere Untersuchung sollte aber gerade bei unserem Johannes Baptist Kerner erlaubt sein. Sein TV-Cruising endete vorerst bei SAT 1. In seinem Rückblick war natürlich Fußball ein Thema…Ja, die Weltmeisterschaft in…ja, wo war sie nochmal? Stimmt, da gab es was…genau die Vuvuzelas, diese herrlich aus Kunststoff gezogenen Blasapparate. So laut, dass viele beim Schauen einiger Spiele den Ton abgestellt haben. Dieses postkoloniale Verhalten wurde selbst von dem Titan, seiner Eminenz, Oliver Kahn scharf getadelt. Im Nachhinein waren die ja natürlich super, die Vuvuzelas und die nächste WM wird wohl Dank dieser liebreizenden Blasapparate erst wieder 3030 in Afrika stattfinden. Ich weiche ab.

Nein, bei so vielen Dramen, ob Torrero oder Bobbele & Lilli, war eine Reise in die Fantasie so ganz besonders wunderbar abgeschmeckt.

Mario Gomez trifft Mario Gomez! Für alle Kabbala-Spezialisten aufgepasst! Mario Gomez, der mit Haarbändchen bei Bayern München spielt, trifft Mario Gomez, einen der Mineritos aus der chilenischen Atakama-Wüste. Warum? Keiner weiß es. Der Name ist nur der Auftakt. Nein, in Wirklichkeit hat Mario Gomez die Rückennummer 33. Mario Gomez, der Minerito aus der chilenischen Atakama-Wüste ist der Älteste der 33 geretteten Mineritos.

Tief durchatmen! Es geht weiter… Mario Gomez, der mit dem Haarbändchen, hat die drei Tore gegen Hannover 96 geschossen und seinem Namensvetter gewidmet, ihm, dem mit 63 Jahren ältesten Minerito. Der von den 33 Verschütteten. Spiegelt man die 9 von der 96 vertikal um die 6, so hat man eine 69. 2×33 ist 66, plus der drei Tore 69, verstehen Sie? Es gibt einfach keinen Zufall. Danke, Herr Johannes-Baptist Kerner. Mitnichten hat mich eine Sendung selten so sehr gefesselt. Interessant ist auch zudem die Produktionsfirma. Natürlich Herr Kerners eigene Produktionsfirma in Zusammenarbeit mit Spiegel TV Infotainment GmbH & Co. KG. Armer Herr Rudolf Augstein.

(sb)

http://www.sat1.de/kerner/video/clips/clip_quiz-jahresrueckblick_37016//

Bildquelle: T.Kleiner/pixelio.de

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