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Lust und Laster

19 Dezember 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Lust und Laster. Die 7 Todsünden von Dürer bis Nauman

Freitag, 15. Oktober 2010 – Sonntag, 20. Februar 2011   Kunstmuseum Bern/Zentrum Paul Klee

Das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Bern widmen den sieben Todsünden eine umfassende Ausstellung, welche die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema vom Mittelalter bis in die Gegenwart adäquat dokumentieren soll. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, welche Relevanz der Sündenbegriff in der heutigen Gesellschaft noch hat und wie unsere Kultur die Umwertungen begründet.

Trotz der Säkularisierung der Gesellschaft und dem schwindenden Einfluss der christlichen Moraltheologie ist das Konzept der Todsünden auch heute noch hochaktuell, wie der Hollywoodfilm Seven (1996) von David Fincher oder Kunstwerke wie Vices and Virtues (1983-1988/2008) von Bruce Nauman belegen.

Von den «sieben Todsünden» spricht erstmals Papst Gregor I. (ca. 540–604). Er bezeichnet damit sieben Seelenhaltungen, schlechte Charaktereigenschaften oder Laster, welche den Tod der Beziehung zwischen Mensch und Gott sowie unter den Menschen zur Folge haben:

Superbia/Hochmut, Avaritia/Geiz, Invidia/Neid, Ira/Zorn, Luxuria/Wollust, Gula/Völlerei, Acedia/Trägheit

Die Haltung der Gesellschaft zu den einzelnen Lastern ist in neuerer Zeit ambivalent geworden: Habgier, Neid oder Völlerei (in Form von Konsumismus) werden zu Triebfedern des kapitalistischen Wirtschaftssystems, die Wollust in Form von sexueller Promiskuität hat in weiten Kreisen der Erlebnisgesellschaft ihren negativen Beigeschmack verloren. Dabei sind aber gegenläufige Tendenzen zu beobachten: die Habgier der Manager wird als Abzockermentalität, das Konsumverhalten der Wegwerfgesellschaft als oberflächlich und sinnentleert gegeisselt.

Mit Werken u. a. von: Marina Abramovic, Adriaen Brouwer, Marc Chagall, Otto Dix, Albrecht Dürer, Fischli / Weiss, Gilbert & George, Andreas Gursky, Paul Klee, Bruce Nauman, Martin Parr, Sigmar Polke, Peter Paul Rubens, Cindy Sherman, Yinka Shonibare, Andy Warhol.

Todsünden im Kunstmuseum Bern:

– zyklischen Darstellungen

– Superbia (Hochmut/Eitelkeit)

– Invidia (Neid)

– Ira (Zorn)

– Avaritia (Geiz/Habgier)

Todsünden im Zentrum Paul Klee:

– Acedia (Trägheit)

– Gula (Völlerei)

– Luxuria (Wollust)

– Kulturhistorisches

Hinweis:
Die Ausstellung «Lust und Laster. Die 7 Todsünden von Dürer bis Nauman» im Zentrum Paul Klee ist für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet.

Im Zentrum Paul Klee weisen einige der ausgestellten Werke pornografischen Charakter auf, der ihre Empfindungen verletzen könnte. Die Werke sind von schutzwürdigem kulturellem Wert.

http://www.kunstmuseumbern.ch/index.cfm?nav=567,1333&SID=1&DID=9

(rz)

Quelle: Zentrum Paul Klee

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