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Tabu

15 März 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Tabu  (Taboo (御法度, Gohatto; Japan, 1999)

Ein Film von Nagisa Oshima

Unter den neu aufgenommenen Rekruten einer Samurai-Eliteschule ist der überaus schöne Sozaburo Kano. Bald entstehen in der Truppe Unruhe und Rivalitäten, die nicht nur die Disziplin aufzuweichen drohen, sondern in brennende Eifersucht und nackte Gewalt ausarten. Nagisa Oshimas bisher letzter Film „Gohatto“ thematisiert als einziger Samuraifilm die tabuisierte Homosexualität unter den Samurai.

Kyoto, 1865. In der alten Hauptstadt eskaliert der Konflikt zwischen kaisertreuen Isolationisten und Befürwortern der Modernisierung sowie Öffnung Japans gegenüber der westlichen Welt – ein Bürgerkrieg droht. Im ganzen Land werden zur Verteidigung des Shogunats gegen die Rebellen junge Männer rekrutiert, um aus ihnen eine schlagkräftige Samurai-Elitetruppe zu formen. Unter den neu aufgenommenen Rekruten der Shinsen-gumi ist auch der attraktive Sozaburo. Zu seiner unwiderstehlichen Schönheit kommen auch noch sein Talent im Fechten und seine Bereitschaft zu sterben und zu töten. Diese muss er sogleich unter Beweis stellen, als er zum Scharfrichter über einen Kameraden ernannt wird, der gegen den strengen Ehrenkodex der Samurai verstoßen hat. Als Sozaburo während eines Fecht-Turniers einem vermeintlich schwächeren Gegner unterliegt, beginnt sein Vorgesetzter Hijikata zu vermuten, dass die beiden eine heimliche Liebesaffäre haben. Bald entstehen in der Truppe Unruhe und Rivalitäten, die nicht nur die Disziplin zu unterwandern drohen, sondern in brennende Eifersucht und nackte Gewalt ausarten. Ein Film, der von der zerstörerischen Kraft sinnlicher Betörung inmitten von strikter Kriegsräson erzählt.

„Tabu“ lebt von der Spannung des Unausgesprochenen, einer trockenen, choreographischen Aufzählung der Geschehnisse und einem Erzählstil, der das an sich emotionale Thema ohne melodramatische Schnörkel auskommen lässt. Dafür sorgen eine hochkonzentrierte Kameraarbeit, stilisierte Dekors und nicht zuletzt die Schauspielkünste von Ryuhei Matsuda und von dem auch im Westen bekannten Takeshi Kitano, der die wunderbare Figur des sarkastischen Hijakata spielt. Beide beherrschen ihr Handwerk auf eine zurückgenommene, minimalistische Art.

Quelle: arte.tv

http://www.youtube.com/v/qrUK37WdnWc

http://www.arte.tv/de/suche/3079314.html

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