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„We are GETTING TOUGH!“ – The Race 3.0

12 Dezember 2014 2 Kommentare PDF Drucken Drucken

Getting Tough Race 2014_001 (44)Nikolaus in Rudolstadt

Als wir in den frühen Morgenstunden nach einer serpentinenreichen Fahrt, die bereits auf eine ausgeprägte Steigungsstärke des Laufes hinwieß, das Wettkampfgelände erreichten, ist dieses noch in Dunkelheit und Nebel gehüllt. Trotzdem ließen sich bereits Silhouetten der ersten Hindernisse erkennen, die uns erahnen ließen, dass das heute kein Zuckerschlecken würde.

Im Festzelt herrschte bereits reges Treiben – wir reihten uns in eine Schlange von Mitstreitern ein, die auf ihre Startnummern warteten. Nachdem wir noch die Wärme aus einem Kaffee in uns aufgesogen und uns in unsere Wettkampf-Kluft geschmissen hatten, wuchs meine Anspannung von Minute zu Minute. Langsam füllt sich das Areal und auch unsere Mannschaft des „androgon Sportteams“ hatten sich komplett in unserem Team-Raum versammelt. Wir schmiedeten noch letzte Pläne und tauschten Erfahrungen aus, bevor wir uns geschlossen zu einem Fotoshooting vor dem Start aufmachten.

Kurz darauf ertönten Trommelschläge, die den Pulk aus Läufern und deren Zuschauern in Richtung Festwiese in Bewegung setzten. Unser Team platzierte sich in allererster Reihe um sich beim Massenstart absetzen zu können. Der Veranstalter schürte unsere Stimmung, Sportflugzeuge „bretterten“ über unsere Köpfe hinweg, als wollten sich uns noch etwas Wichtiges sagen – und dann ertönte endlich der lang ersehnte Startschuss.

Der Boden bebte:
Der Boden bebte als die rund 2200 Läufer los sprinteten – Pardon, bevor wir Gas geben konnten, mussten wir gleich zu Beginn unter einem langen Stacheldrahtzaun durchrobben und tiefe Wassergräben durchqueren. Bei der darauffolgenden Laufstrecke trennte sich die Spreu vom Weizen und das Feld lichtete sich allmählich. Auch ich kam bei den hügeligen Passagen an meine Grenzen und kämpfe mich, bepackt mit einem schweren, teils mit Wasser gefüllten PKW-Reifen, das waldumgebene Tal rund um die Saale hinauf.

NVA-Kampfbahn:
Nach guten 20 Kilometern, die größtenteils nur unser läuferisches Geschick auf den Prüfstand stellten, erreichen wir die ersten anspruchsvollen Hindernisse, einen ca. 130 cm mit Wasser gefluteten Graben den wir gefühlte 10 Minuten durchwaten mussten und dabei das erste Mal richtig auskühlten – erste Krämpfe folgten. Kurz darauf folgte in diesem Zustand, wie auch im letzten Jahr, die NVA-Kampfbahn und das Sandsachtragen. Wieder etwas von der körperlichen Ertüchtigung warm geworden, folgte schon das mit großer Sehnsucht erwartete Schwimmbad, in dem wohl die größte Hürde auf uns wartete: Das Tauchen unter Baumstämmen im frostigen, 4°C kalten Wasser.

Schwimmbad:
Stocksteif gefroren hangelte ich mich über das zweite Becken, bevor ich mich in den finalen Hindernissparcour, den *Killing Fields*, dem krönenden Abschluss und die Hölle (oder dem „Walk of Fame“ wie es der Veranstalter aus Rudolstadt nannte) einer geballten Batterie von Hindernissen auf einer Fläche von ca. 90.000m², aufmachte.

Ab dem „durchnässten“ Streckenposten reihte sich ein Hindernis an das Nächste -die Dichte der Hürden macht „Getting Tough – The Race“ zu dem härtesten Hindernislauf Europas – bei dem die Läufer an ihre Grenzen und darüber hinausgehen! Wir durchquerten die Saale, kletterten über Autos und Panzer, robbten auf Teer durch Betonrohre und überwanden schier unüberwindbare Hürden. Auf dem Festgelände, auf dem sich die meisten Hindernisse aneinander reihten, wurden wir stets von den Motivationsrufen der Zuschauer begleitet und angefeuert.

Geschunden hatte ich dann endlich das Ziel vor Augen. Die dort angebrachte Stoppuhr spornte mich noch ein letztes Mal zu Höchstleistungen an. Im Ziel wurden wir von Chief Kali und Markus Ertelt, den beiden Hauptverantwortlichen der Veranstalter, höchstpersönlich in Empfang genommen.

Nachdem die Strapazen überstanden waren, trafen wir alle neun Starter des „androgon Sportteams“ uns im Festzelt, um über den Lauf zu resümieren: Wir haben alle haben die Schlusslinie mit einer tollen persönlichen Zeit überquert, landeten als Team auf einem grandiosen vierten Platz und sind alle unbeschadet in das Ziel eingelaufen.

Auf all das können wir sehr stolz sein – immerhin mussten 400 Läufer und Läuferinnen vorzeitig die Flinte ins Korn werfen. Glücklicherweise mussten nur 40 unserer Mitstreiter medizinisch behandelt werden.

Es war ein grandioses Erlebnis bei diesem einzigartigen Sportevent dabei gewesen zu sein!

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr – und wer weiß…
Vielleicht erklimmen wir dann ja auch die letzte Hürde: Das Siegertreppchen!

(CK) Christian Kreuzer

Weiter Informationen: http://www.gettingtough-race.de/
Letzter Wettkampfbericht: http://www.androgon.com/22389/sport/extremsport/getting-tough-the-race-2-0
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Wir möchten uns hiermit auch noch einmal herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit und die freundliche Aufnahme bei Getting Tough e.V. (Markus Ertelt, Michael Kalinowski u.a ) bedanken. Bei unserem Sponsor Sealskinz für die wasserdichten Socken, Mützen und Handschuhe (haben uns sehr geholfen – wir hatten auf jeden Fall alle warme Hände, Füße und…) sowie bei CAPTAIN PAIN und VIKING!
Außerdem ein dickes Lob an meine Teamkameraden – es hat mal wieder großen Spaß gemacht – Ihr wart SPITZE – und nicht vergessen: nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf!


Bildquelle: androgon.com, Maik Fleischhauer Photography

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