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Georg Trakl

2 Januar 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Georg Trakls

Zum 100ten Todestag des großen österreichischen Lyrikers (1887-1914)

Georg Trakl, der als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus gilt, starb bereits im frühen Alter von 27 Jahren am 3. November 1914 an einer Überdosis Kokain, zerbrochen am Leiden seiner Zeit des 1. Weltkriegs. Sein gesamtes Werk ist geprägt von Schwermut, Trauer und der Suche nach Gott. Zentrale Aussagen seiner tiefen Lyrik voller Symbole sind Tod, Verfall und der Untergang des Abendlandes.

Der Dichter wurde am 3. Februar 1887 als Sohn des Eisenhändlers Tobias Trakl und dessen Frau Maria als fünftes von 7 Kindern geboren. Er verlebte seine Jugend im österreichischen Salzburg und wurde dabei von einer Gouvernante aufgezogen, da seine Mutter schon sehr früh Drogen- abhängig wurde. Durch die Hauslehrerin kam er schon früh mit der französischen Literatur in Kontakt, u. a. mit Arthur Rimbaud und Charles Baudelaires, die nachfolgend einen großen Einfluss auf seine Lyrik haben sollten.

Nach dem erfolglosen Besuch des Gymnasiums in Salzburg begann er eine dreijährige Ausbildung als Apotheker, während der er problemlos an Drogen gelangen konnte. Ein anschließendes Pharmaziestudium in Wien musste er frühzeitig abbrechen zu Gunsten eines im Jahre 1911 aufgenommenen 1-jährigen Sanitätsdienstes beim Militär.

Seinen dichterischen Durchbruch schaffte er dann anschließend in der eigenen expressionistisch orientierten Zeitung „Der Brenner“ mit ersten Gedichten. Außerdem erschienen von ihm regelmäßig Gedichte in der von Karl Krauss geleiteten Zeitschrift „Die Fackel“. Als 1913 sein erster Gedichtband „Der jüngste Tag“ erschien, erreichte Trakl seine kreativste sowie zu Lebzeiten populärste Periode. Sein Gesundheitszustand war durch erheblichen Drogenkonsum sowie fortwährende Geldnot schon seit seiner Kindheit stark gefährdet.

Im August 1914 meldete er sich dann als freiwilliger Sanitäter für den 1. Weltkrieg und wurde an die Ostfront nach Galizien versetzt. Hier erlebte er unmittelbar den Krieg zwischen Österreich-Ungarn und Russland und musste als Sanitätsoffizier zeitweise mehr als 100 Soldaten versorgen. Infolge der hohen Arbeitsbelastung erkrankte er selbst und wurde ins Militärlazarett eingeliefert und nahm sich mit einer Überdosis Kokain am 3. November 1914 das Leben. Sein zweiter und damit letzter Gedichtband „Sebastian im Traum“ erschien erst 1915 nach seinem Tode.

Das Gesamtwerk von Georg Trakl ist gekennzeichnet von einer in ihrem Ursprung undefinierbaren Trauer, die als Grundstimmung während des 1. Jahrzehntes des 20. Jahrhunderts allgemein vorhanden war. Noch heute ist von ihr eine Art von Verzauberung zu verspüren. Ein schwermütiges Naturgefühl von Herbst-Verwelken, Winter-Sterben ist der tragende Grund seiner Lebenseinstellung. In wunderbarer Symbolkraft schildert er die in Vergängnis verschlungene Schönheit der Welt „Das letzte Gold verfallener Sterne“. Unterhalb der Schwelle des Bewusstseins entstehen seine bildhaften Visionen, denen seine wunderbare Sprachmelodie eine Art von Magie verleiht.

Zusammenfassend gibt der Lyriker und Essayist Josef Leitgeb folgende Beschreibung zu seinem Werk: „Das Werk Georg Trakls ist das Bild einer völlig geschlossenen, in sich selbst beruhenden Welt. Er allein hat sie erschaffen, aus dem Stoff der unsrigen zwar, aber wie er den verwandelte, mit seinem Wesen tränkte, ihn im Worte formte, das ergab ein durchaus Neues und Unwiederholbares. Es liegt inselhaft in der deutschen Dichtung und ist weder mit der älteren noch mit der gleichzeitigen Lyrik wirklich verbunden“.

(wz)

 

Quelle: www.georgtrakl.de

 

 

 

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