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August Macke und Franz Marc

29 Januar 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Marc_DerTiger_1912_c_Lenbachhaus_gross_01August Macke und Franz Marc |  Eine Künstlerfreundschaft
Ab 28. Januar bis einschl. 3. Mai 2015 im Lenbachhaus München

 

Rund 100 Jahre nach dem Tod von August Macke zeigt das Lenbachhaus in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn erstmals eine Ausstellung, die sich mit der Freundschaft von August Macke und Franz Marc und ihrem künstlerischen Austausch auseinandersetzt. Rund 200 Gemälde, Arbeiten auf Papier, kunstgewerbliche Objekte und private Dokumente führen Leben und Werk der beiden Künstler von 1910 bis 1914 vor Augen und verdeutlichen nicht nur, wie sich Macke und Marc gegenseitig inspirierten, sondern auch, wie eng und herzlich ihre Freundschaft war.

Am 6. Januar 1910 besuchte Macke zum ersten Mal Marc in seinem Münchener Atelier. Damit begann eine Freundschaft, die in menschlicher und künstlerischer Hinsicht eines der besonderen Ereignisse der Kunst
des 20. Jahrhunderts ist. Ihr intensiver Austausch dauerte nur wenige Jahre, 1914 starb August Macke zu Beginn des Ersten Weltkriegs. 1916 wurde auch Franz Marc ein Opfer des Krieges. Die Ausstellung verfolgt in verschiedenen Sektionen die Entwicklung der beiden Künstler ab 1910 mit den ersten Begegnungen in Sindelsdorf, Tegernsee und Bonn, den farbtheoretischen Diskussionen und der Arbeit am „Blauen Reiter“.

Der Blick auf gemeinsame Reisen, gegenseitige Besuche und Geschenke sowie auf kunstgewerbliche Arbeiten zeigt auch, welch wichtige Rolle die Ehefrauen der Künstler, Elisabeth Macke und Maria Marc, in dieser Freundschaft spielten. In Mackes Bonner Atelier malten die beiden Künstler 1912 schließlich zusammen das Wandbild Paradies als Dokument ihrer Verbundenheit. Ausführlich zeigt die Ausstellung, wie Macke und Marc Anregungen des Fauvismus, Kubismus, Futurismus und Abstraktion verarbeiteten. Daraus entfalteten sie ihre jeweils eigene Kunst, deren Entwicklung die Ausstellung bis zu den letzten Bildern des Jahres 1914 darstellt, als die Katastrophe des Kriegs ihrem Leben und Werk ein jähes Ende setzte.

Beide Künstler waren zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens noch sehr jung, Macke war gerade 23, Marc knapp 30 Jahre alt. Obwohl August Macke in seiner Spontaneität und Direktheit und Franz Marc in seinem reflektierten Vorgehen und seiner Nachdenklichkeit ihrem Wesen nach kaum unterschiedlicher hätten sein können und trotz aller Differenzen in künstlerischen und kulturpolitischen Fragen, wurde ihre tiefe
Freundschaft davon nicht berührt. Wenn Marc in seinem berühmten Nachruf auf Macke den Verlust für die Kunst präzise benennt, so ist er doch vor allem ein Dokument des Schmerzes über den Tod des jungen
Freundes.

Die Sammlungen des Lenbachhauses München und des Kunstmuseums Bonn bilden den Ausgangspunkt für diese umfassende Schau. Macke verbrachte den größten Teil seines Lebens in Bonn, Marc ist der einzige
geborene ‚Münchner‘ aus dem Kreis des „Blauen Reiter“, von dem das Lenbachhaus die weltweit bedeutendste Sammlung besitzt. Zahlreiche Leihgaben nationaler und internationaler Museen und Privatsammlungen ergänzen die Schau mit wichtigen Leihgaben.

Die Ausstellung zeigt einmal mehr, dass das Lenbachhaus zu Recht einen weltweiten Ruf als Forschungszentrum für den „Blauen Reiter“ genießt.

Hier wurde unter anderem in zehnjähriger Arbeit das Werkverzeichnis Franz Marc in 3 Bänden erstellt (erschienen 2004 – 2011), darunter die Erfassung von 1000 Skizzenbuchblättern auf dem aktuellsten Stand der Forschung zu Verbleib und Provenienz. Daneben wurden auch Werkverzeichnisse der Druckgraphik von Alfred Kubin (1999), Gabriele Münter (2000) und Wassily Kandinsky (2008) ediert.
Entscheidend jedoch hat das Lenbachhaus zum heutigen Bekanntheitsgrad des „Blauen Reiter“ mit dem seit über drei Jahrzehnten fortgesetzten, großen Zyklus der Ausstellungen beigetragen, darunter mit Retrospektiven zu Gabriele Münter (1992/93), zu Kandinsky aus der eigenen umfangreichen Sammlung (1995), Franz Marc (2005), Kandinsky in Kooperation mit dem Centre Pompidou Paris und dem Guggenheim Museum New York (2008) sowie zuletzt durch die Tournee der „Blauen Reiter“-Sammlung in BadenBaden, Den Haag, Japan und Moskau.

Als Leihgeber und Anlaufstelle für Forschungsanfragen ist die Abteilung des „Blauen Reiter“ weltweit gefragt, ein Austausch von Leihgaben mit zahlreichen Museen ist ständig im Gang.
Die Ausstellung „August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft“ entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn, sie wäre nicht möglich gewesen ohne die genaue Kenntnis des Oeuvres und des
persönlichen Nachlasses beider Künstler.  Dies gilt ebenso für die in Vorbereitung befindliche Ausstellung „Klee & Kandinsky. Freunde, Nachbarn, Konkurrenten“ 2015/16 in Kooperation mit dem Zentrum Paul Klee Bern.
Das Werkverzeichnis der Gemälde Gabriele Münters ist in der Gabriele Münter und Johannes Eichner Stiftung in Vorbereitung, die unter anderem zahlreiche Dokumente zur Geschichte des „Blauen Reiter“ besitzt. Eine große Retrospektive zu Gabriele Münter ist für 2017 in Vorbereitung, die voraussichtlich in ein Partnerinstitut ins Ausland weiter wandern wird.

 

Publikation:
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Essays namhafter Autoren, 210 Farbtafeln sowie zahlreichen weiteren Abbildungen, 360 Seiten im Hatje Cantz Verlag, 34 €, im Museumsshop erhältlich.

Film:
Im GeorgKnorrSaal des Lenbachhauses wird ein Film gezeigt, der das Leben und die Freundschaft zwischen August und Elisabeth Macke sowie Franz und Maria Marc in privaten Bildern, an Originalschauplätzen und anhand zahlreicher Kunstwerke intensiv erfahrbar macht. Dauer: 32 Min. Autoren: Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich, tasca films munich. Der Film ist in einer längeren Version (60 Min.) im Museumsshop für 19,80 € erhältlich.

VERANSTALTUNGEN
Vortrag:
Florian Illies, Kunsthistoriker und Buchautor
1913 das Jahr der Jahre im Leben von August Macke und Franz Marc
Montag, 23. Februar 2015, 19 Uhr
GeorgKnorrSaal des Lenbachhauses

Projektion und Lesung:
Gerhard Weiss, Figurentheater ›I piccoli‹, München projiziert Fragmente aus ›Karl Krauss. Die letzten Tage der Menschheit‹
Annegret Hoberg liest Auszüge aus ihrem Buch ›August Macke, Franz Marc und der Krieg‹
Mo, 13. April, 19 Uhr
GeorgKnorrSaal,
Lenbachhaus

Eintritt frei
Keine Anmeldung möglich
Einlass eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung

 

FÜHRUNGEN & WORKSHOPS
Kuratorenführungen:
Ab 10. Februar jeden zweiten Dienstag um 19:15 Uhr

Öffentliche Führungen:
Täglich (außer montags) um 10:15 Uhr, 12:15 Uhr, 14:15 Uhr, 16:15 Uhr 18:15 Uhr

WAS TUN ! Familienworkshops:
Ab 30. Januar immer 14tägig
Freitag 14:45 Uhr und Samstag 10:45 Uhr
Dauer ca. 2,5 Stunden

Diese Angebote kosten 4,00 Euro p.P. zzgl. des Eintrittspreises.

 

WEITERE INFORMATIONEN:
Weitere Informationen und Buchung unter www.lenbachhaus.de/vermittlung oder an der Kasse im Lenbachhaus.
Anmeldung von privaten Führungen für Gruppen unter www.lenbachhaus.de/gruppen
Tickets direkt im Lenbachhaus oder online unter www.lenbachhaus.de/tickets und an allen Vorverkaufsstellen von München Ticket – 5 x täglich öffentliche Führungen!

Öffnungszeiten:
Di – So 10 – 21 Uhr | Mo geschlossen
Rosenmontag (16.02.2015) geschlossen, Faschingsdienstag und Aschermittwoch (17. und 18.02.2015) bis 21 Uhr geöffnet.

Quelle und Bildquelle Lenbachhaus München, Luisenstr. 33, 80333 München, Deutschland

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