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Der Wunsch nach Unsterblichkeit

27 Februar 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

TranshumanismusDer Wunsch nach Unsterblichkeit

Die in unserem ersten Artikel zum uralten Menschheitstraum nach Unsterblichkeit in Kürze vorgestellten technologischen Entwicklungen seitens der Medizin bis hin zur Digitalisierung des menschlichen Bewusstseins gründen sich im Wesentlichen auf  in letzter Zeit neu entwickelte philosophische Denkkategorien ,dem Transhumanismus und Posthumanismus, mit denen die Grenzen menschlicher Möglichkeiten durch den Einsatz der neuen  technologischen Verfahren deutlich erweitert werden können. Dieses Interesse der Menschheit mit ihren  z.Zt. existierenden Wertvorstellungen wird dabei geradezu als eine Verpflichtung zum Fortschritt angesehen.

Die Bezeichnung Transhumanismus wurde erstmals 1957 vom Biologen Julian Huxley (Bruder des Schriftstellers Aldous Huxley) geprägt , indem er dem Menschen durch Verwirklichung neuer Möglichkeiten die Überwindung seiner  menschlichen Natur prophezeite.

Eine neuere Definition, die der heutigen Moderne mehr entspricht und allgemein  z.Zt. von den Anhängern des Transhumanismus Akzeptanz  findet, geht auf den amerikanischen Philosophen Max More zurück:
„Transhumanismus ist eine Kategorie von Anschauungen, die uns in Richtung eines posthumanen Zustands führen. Transhumanismus teilt viele Aspekte mit dem Humanismus, einschließlich eines Respekts vor Vernunft und Wissenschaft, einer Verpflichtung zum Fortschritt und der Anerkennung des Wertes des menschlichen (oder transhumanen) Bestehens in diesem Leben. Transhumanismus unterscheidet sich vom Humanismus im Erkennen und Antizipieren der radikalen Änderungen in Natur und Möglichkeiten unseres Lebens durch verschiedenste wissenschaftliche und technologische Disziplinen.”

Technologien des Transhumanismus:
Die wichtigsten für den Transhumanismus propagierten Technologien sind folgende:

1.) Regenerative Medizin und Prothetik
2.) Gentechnik, Stammzellentherapie
3.) Neuronale Implantate, künstliche Intelligenz, Cyborgs
4.) Mind-Upload
5.) Kryonik

Mit Hilfe dieser neuen Technologien stellen sich die Vertreter des Transhumanismus vor, dass es zu einer radikalen Neuschöpfung des Menschen in transhumane Wesen kommt,   die dem normalen Menschen in Lebenserwartung, Gesundheit, körperlicher und geistiger Fitness deutlich überlegen sind. Denn in der Zukunft werden immer mehr Organe durch künstliche Bauteile ersetzt werden, was auch zu  einer Verbesserung der Lebensqualität gegenüber normalen Menschen führen wird. Außerdem lassen sich die vorhandenen geistigen Leistungen durch neuronale Implantate deutlich verbessern. Solche Menschen  werden als sogen. Cyborgs innerhalb der Gesellschaft gegenüber ihren Mitmenschen deutliche Vorteile aufweisen. Mit Hilfe molekularbiologischer Verfahren werden diese durch Genoptimierung deutlich geringere  Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten zeigen und damit in ihrer Lebenserwartung deutliche Vorteile aufweisen. Durch zusätzliche Kombination mit  der Kybernetik könnte diese Überlegenheit noch erhöht werden.

Der Alterungsprozess  und auch der  Tod wird sich jedoch noch nicht nicht vollständig aufhalten lassen, solange noch biologische Komponenten zum  Körper gehören Weiterhin wird die Energieversorgung in einem hybriden Wesen recht kompliziert und aufwändig sein. Als einziger Ausweg bliebe die Übertragung der menschlichen Person auf einen komplett künstlichen Körper (Cyborg bzw. Roboter).Obwohl dies ihm Moment  noch reine Spekulation bzw. Science Fiction ist, besteht durchaus das Ziel zukünftiger Forschungen   die Ich-Identität des Menschen bzw. eines Cyborgs aus dem Gehirn auszulesen und auf einen Roboter oder Androiden zu übertragen (siehe unter „Mind-Upload“).

Gleichzeitig mit der Entwicklung von Wesen mit menschlichen Anteilen wird das Experimentieren von Cyborgs auf rein künstlicher Basis erfolgen. Angefangen von ersten, vollständig autonomen Robotern, wie sie bereits schon jetzt ansatzweise existieren, werden diese in den folgenden Jahrzehnten noch intelligenter und selbständiger werden. In ihrer äußeren Erscheinung und  Fähigkeiten werden sie sich wahrscheinlich deutlich unterscheiden, so dass längerfristig mit einer Vielzahl äußerst unterschiedlicher Roboter und. Androiden gerechnet werden muss. Insgesamt  werden diese transhumane Wesen den Menschen jedoch in ihrer  Leistungsfähigkeit und Fertigkeiten in jeder Hinsicht überlegen sein. Auf sehr lange Sicht hin, ist damit zu rechnen, dass die physischen Grundlagen für die Existenz von Wesen mit biologischen Anteilen auf unserem Planeten nicht mehr vorhanden sind .Im Gegensatz dazu werden dagegen Cyborgs mit ihrer  künstliche Intelligenz sowie Roboter noch  weit über diesen Zeitraum existieren können. Wäre der endgültige Schritt in   die postulierte Posthumane Zivilisation erreicht.

Ein entscheidender Aspekt zur Entwicklung von Transhumanen Wesen ist die wissenschaftlich bewiesene Tatsache, dass unser Planet in ca. einer Milliarde Jahren nicht mehr existieren wird, da  unsere Sonne durch ihr Verglühen die Strahlungsintensität so stark erhöhen wird, dass die Biosphäre aufgrund der hohen Temperaturen zugrunde gehen wird und damit auch menschliches Leben nicht mehr möglich sein wird. Nach Meinung de Transhumanisten dürfte „  Selbst wenn wir Menschen rechtzeitig unsere Erde mit Hilfe der interstellaren Raumfahrt verlassen können und uns in der Nähe anderer Sterne ansiedeln, hilft uns das nicht für alle Zeiten weiter, denn es wird eine Zeit geben, in der es keine leuchtenden Sterne mehr gibt. Damit fehlt dann die physikalische Grundlage für die dauerhafte Energieversorgung von biologischem Leben. Künstliche Intelligenz kann aber weit über diesen Zeitraum hinaus betrieben werden. Die Frage ist daher nicht so sehr, ob es eine posthumane Zivilisation geben wird, sondern vielmehr wann sie entstehen wird. Mit dem oben beschriebenen Verfahren des Uploads könnten wir Teil einer solchen Zivilisation werden.“

In nachfolgenden Artikel wird von der Redaktion unseres Männermagazins androgon noch näher auf die Technologien zur Realisierung der  Transhumanen bzw.  Posthumanen Zivilisation eingegangen.

(wz)

Quelle: Bernd Vowinkel: Auf dem Weg zum Transhumanismus?
Bildquelle: www.gbs-berlin.org

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