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Vertical Up 2015

Vertical UP 2015 [1]VerticalUp – Die Schlacht am Hahnenkamm 357

Am Samstag morgen 28.02.2015 machte ich mich als einziger Läufer des androgon-Sportteams gemeinsam mit dem Team Proleit auf den Weg nach Kitzbühel, um beim VerticalUp 2015 zu starten.

Nach einer langen Fahrt von circa 5 Stunden erreichten wir endlich unser Quartier – brachten zügig unser Gepäck ins Zimmer und begaben uns direkt weiter zum Italiener um die Ecke. Von Pasta gestärkt ging es zur ersten Streckenbesichtigung – die Streif, diese galt es an diesem Abend zu bezwingen. Die Streif gilt als die steilste Ski-Weltcup-Abfahrt der Welt. Ihre 3,312km, 860Hm, max. Steigung 85% mussten -entgegen der Skiabfahrt- von unten nach oben bezwungen werden. Das einzige Pflichtutensil, welches der Veranstalter vorgab, war eine Stirnlampe – denn der Start erfolgte erst um 18:30 Uhr und somit lief man das Event bei dieser Jahreszeit in Dunkelheit – sonst herrschte freie Material-Wahl.

Es wurde in zwei Klassen gestartet, zum einen die sogenannte Speedklasse mit ca. 360 Startern, in der die original Streif Weltcupabfahrt so schnell wie möglich bezwungen werden musste und eine sogenannte Rucksackklasse mit knapp 500 Teilnehmern. Hier war ein Rucksack Pflicht und dieser musste mit dem kompletten Starterpaket gefüllt sein. Lustigerweise enthielt dieses Starterpaket 500g Nudeln, 2 Päckchen Senf, 6 kleine geräucherte Würstchen, 500ml Molke Drink, 100ml Eiweißdrink sowie eine Finisher-Radflasche. In dieser Klasse durfte man die richtig steilen Abschnitte umgehen und umlaufen, was in der Speedklasse nicht zulässig war.

Nachdem ich mich um ca. 18:00 Uhr in mein Laufoutfit geschmissen hatte, ging es endlich in Richtung Start. Im Schnee angekommen konnte ich nun auch noch meine „Schneeketten“ über meine Crosslaufschuhe ziehen. Zusätzlich zu meinem winterfesten Schuhwerk rüstete ich mich mit Teleskop-Trekkingstöcken aus, um später auf der Piste mehr Halt in den steilen Passagen zu haben.

Startschuss:
In der Startaufstellung wartend, blickte ich gemeinsam mit den Proleit Jungs ein wenig auf die anderen Teilnehmer. Schnell wurde uns klar, dass hier in den ersten Reihen kaum Hobbyläufer unterwegs sein würden: Skirennanzüge, Spikes, Steigeisen und selbst Eispickel waren zu finden.

Endlich war es soweit  3 -2 -1 der Startschuss fiel und die Teilnehmer der Speedklasse, inklusive mir, rannten fast im Sprint die ersten 200m in Richtung Steigung. Nach schon ca. 5 min ging für mich in der ersten richtig steilen und vereisten Passage nichts mehr vorwärts – Läufer, die es trotzdem probierten, rutschen wenige Meter weiter oben ab und rauschten ungebremst quer durchs Starterfeld. Die vereiste Piste zwang mich leider, ein paar Meter abzusteigen, um mich danach vorsichtig in Richtung rechten Rand der Piste bewegen zu können, denn dort hatte sich in der Zwischenzeit ein schmaler Pfad in den Schnee gearbeitet und ich konnte meinen Aufstieg endlich wieder aufnehmen – diese Aktion hat mich letztlich ca. 10 min meiner Zeit gekostet. Von nun an ging es relativ gemütlich in einer Reihe von Startern den Berg hinauf. Überholen war nur sehr schwer möglich, denn wer einmal den Pfad von hineingearbeiteten Stufen verlassen sollte, würde auf der glatten, vereisten Fläche keinen Halt mehr finden.

Nach halber Renndistanz trank ich am Verpflegungsstand einen wärmenden Tee – gestärkt ging es nun weiter in Richtung Weltcup-Starterhäuschen, dem Ziel. In der Mausefalle, mit 85% Steigung, hieß es noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und die letzten Höhenmeter bis ins Ziel zu meistern.

Finisher & Sieger:
Mit einer Zeit von 1:00:01 h landete ich auf Platz 247. Diesjähriger Sieger bei den Herren wurde Christian Hoffmann, in einer Rekordzeit von 30:49min.
Bei den Damen setzte sich Susanne Mayr mit 39:48 gegenüber ihren Mitstreiterinnen durch. Nach dem Zieleinlauf ging es mit der Hahnenkammbahn wieder zurück ins Tal und dann direkt weiter zur Siegerehrung mit anschließender Après-Run-Party.

VerticalUp_2015_01 [2]Fazit:
Ein gut organisiertes Event, welches auf kurzer Distanz dem Läufer alles abverlangt und vor allem die Erkenntnis, dass die richtige Materialwahl entscheidend ist. Da ich dieses Mal mein selbst gestecktes Ziel nicht erreicht habe, werde ich definitiv Ende Februar 2016 wieder auf einen Sprung in Kitzbühel und seiner Streif vorbeischauen.

 

(TS)
Timo Schuster – androgon Sportteam

Weitere Informationen: http://www.verticalup.at/ [9]

Bildquelle:
Timo Schuster, Michael Werlberger, Andreas Aufschnaiter, Stefan Adelsberger