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Bericht aus der Hölle – BraveheartBattle 6.0

13 März 2015 2 Kommentare PDF Drucken Drucken

BHB_androgon_2015_01BraveheartBattle 2015

Sie robbten durch den Schlamm, wateten, schwammen und tauchten durch eiskaltes Wasser; sie sprangen in tiefe Gruben, hangelten sich über einen Fluss, kämpften sich durch Dornenhecken und immer wieder steile Berge rauf und runter – quer durch den Wald und ohne befestigten Weg: Die 2.541 Teilnehmer des Kult-Laufs „BraveheartBattle“, der in diesem Jahr seine 6. Auflage feierte und als einer der härtesten Extrem-Hindernis-Läufe Europas gilt.

Team androgon war auch in diesem Jahr am Start –  hier der Bericht von Timo Schuster.

Anreise:
Am Freitag machten wir uns auf den Weg nach Münnerstadt um am Samstag den 07.03.2015 beim Extrem-Cross-Hindernislauf BraveheartBattle für das Team androgon zu starten. In unserer Unterkunft für eine Nacht angekommen, nahmen wir noch gemütlich eine stärkende Brotzeit zu uns und legten uns um circa 22Uhr schlafen.

Renntag:
Der Renntag begann für uns um 06:30 Uhr.
In unsere Laufklamotten gehüpft und voll motiviert brachen wir um 07:30 Uhr in Richtung BraveheartBattleArea nach Münnerstadt auf, wo dieser Event auch im letzten Jahr ausgetragen wurde. Dort angekommen kümmerten wir uns um unsere Startunterlagen, trafen letzte Rennvorbereitungen, liefen uns kurz warm und begaben uns circa 45min vor dem Startschuss in die vorderen Reihen der Aufstellung – wollten wir doch von Anfang an vorne mitlaufen.
Unter den ca. 2600 Startern entdeckten wir auch ein paar bekannte Gesichter wieder, mit denen ein paar Worte gewechselt wurden, bevor wir uns alle gemeinsam für das Braveheartgebet niederknieten und diese Minuten zelebrierten.

Start und Rennen:
Endlich war es soweit, der Startschuss für die 28km lange Strecke fiel und die Teilnehmer des ersten vordersten Blocks rannten wie verrückt auf die ersten Hindernisse zu. Am Killing Drill angekommen, musste ein steiler Hang mehrmals auf und ab bezwungen werden, bevor es bei km 2 das erste Mal ins kalte Nass, die Lauer, ging. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass es wohl der bislang schwerste und anstrengendste Braveheart werden würde….von nun an war Wasser unser ständiger Begleiter.

Nach der Cherokee Bridge ging es kriechend durch Snoopy´s Army in Richtung Schäfers Wall, bevor wir in die Altstadt gelotst wurden. Dort lag diesmal eine „Spendenmatte“ aus, über diese man laufen konnte, um anhand seiner Laufchipdaten ein paar Euro für den guten Zweck spenden konnte. Eine schöne Idee des Veranstalters und natürlich entschieden auch wir uns für den Weg über diese Spendenmatte.

Noch einmal schnell in einen mit Wasser gefüllten Container gehüpft machten wir uns weiter auf zu den nächsten Hindernissen. Im brusttiefen Vietcong Trail durch Schlamm und Wasser gekämpft, am Hangman über die knapp 10 Meter breite Lauer gehangelt und helfend mit anderen Mitstreitern die 4m tiefen Sportic Fields Schlammgruben bezwungen, ging es im Anschluss es erst mal auf eine längere intensive Laufstrecke mit wahnsinns-kräftezehrenden Höhenmetern.

Die Beine von den steilen Auf- und Abstiegen entkräftet, ging es durch den sogenannten Cambodia Trail sowie  unter zwei Military Trucks kriechend hindurch.

Hiervon auftauchend, war es endlich zu sehen: Loch Ness, das meist gefürchtetste Hindernis beim BraveheartBattle. Es galt nun, im 2-3 Grad kalten Wasser, auf einer Schwimmstrecke von circa 200m 2mal unter einem 2,5meter breiten Schlauchboot darunter durchzutauchen, um am Ende zu einer sehr langen Kriechpassage zu gelangen. Nach dieser körperlichen Extrem-Belastung hatte man die Möglichkeit sich bei wärmenden Tee von der Kälte ein wenig zu erholen. Weiter ging es zu Bauer Edi´s Labyrinth wo ein sehr leckeres Bravetella Brot auf uns wartete.

Gestärkt und wieder ein bisschen besser bei Kräften machten wir uns beim nächsten Hindernis nochmals kriechend bergauf zu schaffen. Danach begaben wir uns auf den Rückweg, zu den schon einmal beim Hinweg bezwungenen tiefen Schlammlöchern, Hangman und Lauerquerungen. Entlang des Flusses ging es hier mit Krämpfen in den Beinen nochmal über die Schäfers Wall, durch Snoopy´s Army und kletternd durch ein Auto.

Ziel:
Das Ziel rückte nun langsam näher, ein paar weitere kalte Fluss Durchquerungen folgten und wie zu Beginn mussten die Killing Drills nochmals gemeistert werden. Diese fühlten sich inzwischen aber fast doppelt so hoch und steil an wie noch zu Anfang des Rennens. Mit den letzten Kraftreserven meisterten wir nun auch den letzten Anstieg und liefen mit krampfenden Beinen und völligster Erschöpfung in der BraveheartBattleArea ein, wo wir fast berauscht auch die letzten beiden Hindernisse bewältigten. Mit der Ziellinie im Auge, verging nun schlagartig der Schmerz und der Stolz, zu den insgesamt 1700 Finishern, darunter 118 Frauen, zu gehören war überwältigend. Dies war wohl der härteste Braveheart der letzten Jahre mit einer Ausfallquote von 34%, die es entweder gar nicht ins Ziel schafften oder die vorgegebene Zeit von 5:30h überschritten. Grund hierfür war wohl der häufige Aufenthalt im kalten Wasser und natürlich die extrem vielen und steilen Anstiege.

Ergebnisse:
Wie zu erwarten gewann Hagen Brosius in einer Zeit von 2:42:57, schnellste Frau an diesem Tag war Susanne Kraus mit 3:00:57 und die Teamwertung ging zum fünften Mal in Folge an Getting Tough.

Team-androgon konnte mit Christian Kreuzer einen grandiosen Platz 17., mit Timo Schuster Platz 68 und mit Stefan Brendel Platz 91 belegen.

Resümee:
Der Veranstalter hat auch in diesem Jahr ein fantastisches Event organisiert. Die Stimmung an der Strecke und bei den Läufern war wie immer grandios. Nun heißt es jedoch wieder ein Jahr warten, um dann 2016, nicht wie in den letzten Jahren in Münnerstadt, sondern wahrscheinlich in Bad Kissingen sich der Herausforderung des BraveheartBattle 7.0 zu stellen. Wir freuen uns darauf und sind auf alle Fälle mit von der Partie!

(TS) Timo Schuster
androgon Sport-Team

 

BHB_2015 SealskinzMaterial: Getragen haben wir Produkte von Sealskinz

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Weitere Informationen: www.braveheartbattle.de

Braveheartbattle: Die Schlammschlacht der Extremsportler | Filmtrailer Spiegel TV:

androgon berichtete bereits mehrfach:
Unseren letzten Bericht vom 21.03.2014 finden Sie hier oder

http://www.androgon.com/17138/sport/extremsport/tapferkeitsschlacht-4-0

http://www.androgon.com/9176/sport/extremsport/es-zittern-die-morschen-knochen

Über den Veranstalter PAS-TEAM Ltd.:
Der Name PAS-TEAM leitet sich von den Begriffen POWER, ACTION und SURVIVAL ab. POWER steht für den Willen, die Kraft und die methodischen Fähigkeiten des Trainerteams, die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. ACTION steht für die Inhalte der Trainings, die die Teilnehmer nicht nur an ihre Grenzen, sondern über diese hinaus führen. SURVIVAL steht für das Überleben in und mit der Natur und das Reduzieren der Ausrüstung auf das Wesentliche. Das Angebot des PAS-TEAM umfasst Sicherheitstrainings als Vorbereitung für den Aufenthalt in Krisengebieten, Outdoor Trainings für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie Team Trainings, die je nach Bedarf individuell zusammengestellt werden. Zudem veranstaltet das PAS-TEAM die Cross-Hindernis-Läufe BraveheartBattle, DragonheartBattle, LimesRun und CherokeeRun. www.pas-team.de

 

Quelle und Bildquelle: androgon.com | PAS-TEAM Ltd – SportOnline|www.sportonline-foto.de |Lucia Zimmermann

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