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Von der Puszta will ich träumen

9 Januar 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Ungarn übernimmt von Belgien den EU-Vorsitz.


Von der Puszta will ich träumen bei Zigeunermusik.

Sehnsucht fühl ich im Geheimen. Denn dort wartet mein Glück.

Wo der braune Chicco singt…

Zarah Leanders Hommage an den Nachbarn im Südosten, lässt so manches Herz zerspringen. Ungarn, bekannt durch Gulasch, Paprika und den Magyar Vizsla ist das demokratische Sorgenkind Europas. Würde man den Titel fortsetzen, so käme an Stelle des Chicco, Victor Orbán. Der Macher, der Tausendsassa vom Donaustrand.

Der neue erste Mann Ungarns führt nun den EU-Vorsitz. Da kann man sich nur freuen, dass so ein Vorsitz nur sechs Monate dauert. Sechs Monate sind ja in der parlamentarischen Zeitrechnung als Gestaltungsraum erschreckend kurz. Die parlamentarische Trägheit kann auch positive Aspekte haben. Aufgeräumt hat er schon zu Hause am Donaustrand. Das Verfassungsgericht hat nun eingeschränkte Befugnisse, das Streikrecht wurde zu Gunsten von Ruhe und Ordnung eingeschränkt. Durch das neue Mediengesetz gibt es so gut wie keine Opposition, denn die Nation muss nun zusammenstehen, sonst werden bei Verstößen, in Anbetracht der Situation, mal eben saftige Geldstrafen in Millionenhöhe verteilt. Man braucht Geld! Sein ehemaliger Leibwächter ist nun Chef einer neu eingerichteten Terrorbehörde im Ungarland. Warum nur?

Victor Orbán ist sicherlich als Reaktion des überschäumenden Neoliberalismus zu verstehen, aber es sollte schon verwundern. Was leisten wir uns in Europe für Staatsmänner. Reicht nicht der alternde Playboy mit neuem Haupthaar in Italien, oder Kimba der weiße Löwe aus den Niederlanden? Scheinbar handelt es sich um eine Neuauflage der biblischen Plage bei uns im Abendland. Es hilft also nur Glauben und die Hoffnung, dass wo vor Glut das Herz zerspringt, wenn der Cardaz erklingt, die Einsicht reift, rasch etwas zu ändern.

(sb)

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