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Mein McQueen

7 November 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Steve McQueen – Ein Nachruf zum 31. Todestag
Es gibt selten Männer, die man als männlich und gut aussehend empfindet. Einer dieser Männer solchen Formats war Steve McQueen; bei ihm schien Ideal und Wirklichkeit kein Gegensatz zu sein. Er war bei den US-Marines, boxte, liebte Oldtimer, fuhr Motorrad- und Autorennen und liebte es zu fliegen. Er machte alles, was richtige Männer so machen, beziehungsweise mal gemacht haben, mit Gewehren rumballern und morgens schon Dosenbier trinken, viele schnelle Autos, Motorräder und ausladende Gürtelschnallen besitzen oder sich eine Blockhütte in der Prärie bauen und sie dann „The Last Chance“ nennen.
Sein Aussehen, weit ab vom ausdruckslosen Wohlgefallen so vieler, prägte sich ein als ein Mann der besonderen Art. Interessiert an allem, was einen Explosionsmotor hatte, kaufte er sich einen PT-Stearman-Doppeldecker der US-Navy aus den Vierzigerjahren, machte einen Pilotenschein und flog was das Zeug hielt. Er liebte Maschinen, konnte sich stundenlang mit ihnen beschäftigen; seine Art der Meditation. Im September 1964 startete er sogar beim „International Six Days Trial“  (Motocross-Rennen) im ostdeutschen Erfurt. Damals eine Sensation. 1970 wurde er beim 12-Stunden-Rennen von Sebring Zweiter auf einem Porsche 908 . „Er fuhr Rennen wie eine hart gestoßene Billardkugel und rempelte da und dort an; aber wenn er im Ziel ankam, war er immer unter den Schnellsten.“
McQueen war ein Mann, der eher ein Sixpack Bier mit nach Hause brachte, als einen Blumenstrauß; hatte kein Interesse an teurer Kleidung oder an teuren Restaurants, ging lieber in den nächsten Diner, kaufte seine Kleidung im Supermarkt und wollte nicht angeben oder mit seinem Besitz protzen obwohl er seiner Zeit zu den bestbezahltesten Schauspielern der Welt gehörte.
Nach den Dreharbeiten zu dem Film “Jeder Kopf hat seinen Preis” (1979), fiel auf, daß er konditionell angeschlagen schien. Er suchte seinen Arzt auf, der einen Tumor in der Lunge diagnostizierte. Der Tumor, der wohl durch das Einatmen von Asbest entstanden war, galt als unheilbar. Am 16. Januar 1980 heiratete er die 26 jährige Barbara Minty, mit der er bis dato schon fast drei Jahre zusammen war. Gelassen bis zu seinem Tod soll er gewesen sein. Am 07. November 1980 starb Steve McQueen im Alter von nur 50 Jahren.

Das jetzt im „Ankerherz Verlag“ neu erschienene Buch „Mein McQueen“ lüftet nun das Geheimnis, wie die letzten dreieinhalb Jahre seinen Lebens verlaufen sind. Es ist eine Mischung aus Reportage und Roadmovie, spannend und kenntnisreich aufgeschrieben vom Journalisten Christian Krug und dem Biografen Marshall Terrill. Illustriert ist dieses Buch mit vielen privaten Bildern, die Barbara McQueen fotografiert hatte. Es ist das intime Porträt des Schauspielers Steve McQueen und auch der Auftakt der neuen Buchreihe „Legenden“ im Ankerherz Verlag. http://www.ankerherz.de/
Barbara McQueen schildert, was sie in den vergangenen fast 30 Jahren seit Steves Tod für sich behalten hatte. Nun ist zum ersten Mal ein Buch in Deutsch erschienen über den Mann und seinen Mythos. Ein beeindruckendes, ja ein zutiefst berührendes Buch. Neben Auszügen aus der amerikanischen Veröffentlichung „ The Last Mile“ von 2007 und dem Text von Christian Krug enthält es zahlreiche, angenehm amateurhafte Photos, die Barbara von ihrem Ehemann machte. Ein Teil dieser intimen Bilder finden sich auch in unserem Artikel wieder.
Der in Leinen gestaltete Band, mit Lesebändchen und Fadenheftung, enthält auch die Story von Steve McQueens Lieblingsauto: Als er eines Tages die Landstraße entlangfährt, kommt ihm ein Farmer mit einem alten, weißen Ford Pick up entgegen. Der Schauspieler reißt das Steuer herum; er kehrt um und überholt den Bauern, dem er ein Angebot macht. Der ist zwar verdutzt, willigt aber ein und händigt McQueen Papiere und Schlüssel aus. Es soll nicht das einzige Gefährt bleiben, das der Hollywoodstar auf diese Weise erwirbt…

Der Autor des Buches Christian Krug fasst in seiner EDITOR`S NOTE treffend zusammen, was McQueen von den heutigen Männern unterscheidet.

„Ich habe Steve McQueen nie getroffen. Doch sein Wesen berührt mich trotzdem. Seine Bibel in der Hand zu halten, die Seiten aufzublättern, die er als Letztes im Leben gelesen hatte, bedeutet mir viel. Aber warum? Er war ein oft grober Mann, der morgens schon Bier trank und nicht sonderlich gebildet war – er hatte nicht den herzerweichenden Blick von James Dean und nicht das scheue Wesen einer Marilyn Monroe. Das Wesen von Steve McQueen war es, ein Mann zu sein. Das ist seine Bedeutung, die seine Filme noch überstrahlt und mit der sich Männer der ganzen Welt identifizieren können.. Er verkörpert viele von der modernen Gesellschaft verschütteten Charaktereigenschaften, die bei ihm so sichtbar hervortraten, wie bei einem Leichtathleten die Adern an den Armen:
Ehrlichkeit, Einfachheit, Entschlossenheit, Stärke, Enthusiasmus, Verlässlichkeit und Mut . Wer Steve McQueens Filme gesehen hat, hat neben der Handlung vor allem diese Eigenschaften gesehen.
Nur wenigen Männern gelingt es, auch heute so zu sein wie Steve McQueen. Die meisten wirken wie Kopien eines alten Meisters. Vielleicht ist es das, was seine Aura ausmacht. Er ist ein Original.“

(sb)

 

Weitere Informationen:
http://www.facebook.com/Ankerherz

http://www.ankerherz.de/buecher/ankerherz-buecher/mein-mcqueen.html

http://youtu.be/CXyVp7iw10Q

http://www.youtube.com/v/Z-7IEPTAoTg
http://www.youtube.com/v/N6vogI1JZZg&playnext=1&list=PL16B224AB28BE6BBC&index=30
http://www.youtube.com/v/hzajlo4ZJ0I
http://www.youtube.com/v/7zhDKFhfEgg&feature=related
http://www.youtube.com/v/RcO_i-WTBkg
http://www.youtube.com/v/25Hg7oYMtpQ
 
 
Ein Auszug aus seinen abgelehnten Filmen:
  • Dirty Harry
  • Die Brücke von Arnheim
  • Apocalypse Now
  • The French Connection
  • Frühstück bei Tiffany`s
Filmografie
  • 1953: Girl on the Run
  • 1956: Eine Handvoll Dreck (Somebody Up There Likes Me)
  • 1958: Der Gangsterkönig von New York (Never Love a Stranger)
  • 1958: Blob, Schrecken ohne Namen (The Blob)
  • 1958–1961: Josh / Der Kopfgeldjäger (Wanted: Dead or Alive)
  • 1959: The Great St. Louis Bank Robbery (The Great St. Louis Bank Robbery)
  • 1959: Wenn das Blut kocht (Never So Few)
  • 1960: Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven)
  • 1961: Die Heiratsmaschine (The Honeymoon Machine)
  • 1961: Die ins Gras beißen (Hell Is for Heroes)
  • 1962: Wir alle sind verdammt (The War Lover)
  • 1963: Gesprengte Ketten (The Great Escape)
  • 1963: Verliebt in einen Fremden (Love with the Proper Stranger)
  • 1963: Soldier in the Rain
  • 1965: Die Lady und der Tramp (Baby the Rain Must Fall)
  • 1965: Cincinnati Kid (The Cincinnati Kid)
  • 1966: Nevada Smith
  • 1966: Kanonenboot am Yangtse-Kiang (The Sand Pebbles)
  • 1968: Thomas Crown ist nicht zu fassen (The Thomas Crown Affair)
  • 1968: Bullitt
  • 1969: Der Gauner (The Reivers)
  • 1971: Le Mans
  • 1971: Junior Bonner
  • 1972: Getaway (The Getaway)
  • 1973: Papillon
  • 1974: Flammendes Inferno (The Towering Inferno)
  • 1976: Dynamite Trio (Dixie Dynamite)
  • 1978: Ein Feind des Volkes (An Enemy of the People)
  • 1980: Ich, Tom Horn (Tom Horn)
  • 1980: Jeder Kopf hat seinen Preis (The Hunter)

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Quelle: Ankerherz Verlag, Barbara McQueen
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