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Tough Mudder 2015

22 Juli 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

IMG_7504Tough Mudder Norddeutschland 2015

Nahe der Kleinstadt Celle in der Nähe Hannovers gingen am 11.07.15 knapp 8500 Läufer/innen an den Start, um sich in der härtesten Schlammschlacht Deutschlands zu beweisen.

Zu bewältigen galt es den 18km langen Lauftrack durch die Wälder und Flüsse der Umgebung, welcher mit 25 teils sehr anspruchsvollen Hindernissen gespickt war.

Vor dem Lauf wurden die „Mudder“ in einem gemeinsamen Aufwärmprogramm auf die bevorstehende Herausforderung vorbereitet. Anschließend ging es in den Startbereich, zu dem bereits das erste Hindernis, eine kleine Holzwand, zu übersteigen war.

Nach einer kurzen Einweisung und motivierenden Worten startete der „Tough mudder“.

Als nächstes sollte ein Bach gekreuzt werden, ein noch recht humanes Hindernis. Nach einigen Laufpassagen mit diversen kleinen Hindernissen, bestehend aus Baumstämmen und Wasserlöchern, wurde es ernst. Es folgte das für mich persönlich härteste Hindernis, ein mit Eiswasser gefüllter Container. Nachdem man sich unter Fluchen und nach Luft schnappend in das Eiswasser gequält hatte, galt es unter einem Balken hindurch zu tauchen. Nach dem Auftauchen gab es nur noch zwei Dinge, Luft holen und raus aus dem Wasser.

In der folgenden Laufpassage konnte man sich sehr gut wieder auf Temperatur bringen und sich auf das nächste große Hindernis mental vorbereiten. „Mount Everest“ bestand aus einer schräg stehenden Holzwand, kein anspringen möglich und auch ein hochziehen mit den Beinen fiel flach. Die einzige Hilfe waren die Stützen, die die Wand stabilisierten.

Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Der „Birth Canal“ verlangte nicht nur nach Kraft, sondern erforderte auch eine Menge Technik. Auf dem Bauch robbend, wie auch voran gegangene Stacheldrahtpassagen am besten zu bewältigen waren, wurde das Hindernis zu einer Mausefalle. In dem schmalen Holzgestell, durch das die Läufer hindurch geschickt wurden, waren Planen gespannt. In diesen jede Menge Wasser, welches den Raum zwischen Plane und Boden auf Zentimeter schrumpfen ließ und mich mit einem solchen Gewicht nach unten presste, dass ich nach wenigen Metern feststeckte. Nur auf allen Vieren und mit Ruhe kam ich auf der anderen Seite an. An den prustenden Geräuschen der anderen Läufer war zu erkennen, dass diese ebenfalls Probleme hatten.

Die nächsten Kilometer ging es durch den wunderschönen Wald um den Hof Severloh, um einen See und anschließend durch „Shreks Wohnzimmer“, einer Passage mit hüfttiefem Schlamm. Hier half keine Technik mehr. Augen zu und durch!

Mit den matschigen und schwer gewordenen Schuhen ging es weiter. Eine Seedurchquerung kam gerade gelegen, um uns wieder etwas zu säubern.

An einigen Hindernissen entstanden Menschentrauben, vor allem an den „Berlin Walls“, einer gut 3 Meter hohen Wand, die kaum ohne Hilfe zu überqueren war. Läufer in Kostümen wurden von den Anwesenden bejubelt und besonders angefeuert. Auch der Fehler einiger Damen, zu leicht bekleidet zu laufen, was ihnen bei den anspruchsvollen Hindernissen zum Verhängnis wurde, wurde von der Menge jubelnd zur Kenntnis genommen und trug maßgeblich zur guten Stimmung bei.

Das Hindernis „Funky monkey“ saugte die letzte Kraft aus dem Armen der „Mudder“. Es galt feste und schwingende Querstangen, sowie eine lange Längsstange nur mit den Armen zu überwinden, ansonsten wartete kaltes und schlammiges Wasser auf die Läufer.

Der Lauf näherte sich dem Ende und die Geschwindigkeit aller Läufer rutschte zunehmend in den Keller. Auf den letzten Kilometern sah man allen die enorme Anstrengung an.

Auf den letzten Metern, das Ziel bereits in Sicht, musste eine Halfpipe, wie man sie von BMX bzw. Skatboardhallen kennt, erklommen werden. Es galt die Hände der anderen Läufer zu erreichen die oben warteten. Teamwork bedeutete hier alles und viele brauchten mehr als einen Anlauf um dieses vorletzte Hindernis zu bewältigen.

Direkt im Zieleinlauf gab es noch zwei weitere Hindernisse. Alle, die bereits einen Tough Mudder mitgemacht hatten, konnten sich an einem Hindernis beweisen, wo man sich mit Ringen in jeder Hand von einem Nagel zum nächsten schwingen musste.

Alle Neulinge erwartete die „Stromschocktherapie“. Auf einer Strecke von rund 5 Metern hingen mit 10000 Volt geladene Stromkabel herab. Sie verabreichten ziemlich schmerzhafte, kleine Stiche, die die eventuell nach dem Lauf sehr müden Läufer wieder aufweckten und vollends bereit machten für das Siegesbier im Ziel, welches gleich dahinter wartete.

Ein wirklich sehr schöner und abwechslungsreicher Lauf. Für jeden war etwas dabei und alle wurden an ihre Grenzen geführt.

Auch das System, den Lauf ohne eine Zeitnahme zu absolvieren, hat mir sehr gut gefallen, da der sonst übliche Ehrgeiz eine gute Zeit zu erlaufen durch reinen Spaß ersetzt wurde.

„Tough Mudder“ ist merklich nicht für Spitzenläufer ausgerichtet, die sich gegenseitig übertreffen wollen, sondern der Spaß und Teamwork stehen an erster Stelle.

Ein wunderbarer Lauf! Im nächsten Jahr auf jeden Fall noch einmal!

 

 

Weitere Informationen: https://toughmudder.de

Am 14. November 2015 startet Team-androgon am härtesten Extremhindernislauf der Welt in LAS VEGAS: World’s Toughest Mudder – 162Km in 24h

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