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Le Bonheur

13 Februar 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Das Liebesglück aus Sicht des jungen Mannes

Der vor mehr als 40 Jahren gedrehte Film „Le Bonheur“ von Agnes Varda schildert in eindrucksvoller Weise das in jedem Mann vorhandene überschwängliche Glücksgefühl in einer noch sehr jungen Liebesbeziehung. Gleichzeitig ist das Glück jedoch im aufkommenden Zeitalter der freien Liebe der 60er Jahre auf eine harte Probe gestellt, die sich besonders aus der seit jeher existierenden Problematik der Monogamie ergeben.

Der Film beeindruckt visuell durch seine intensive Farbigkeit; jedes Bild ist geradezu gebadet in brillante Licht- und Farbkombinationen, die sich nach Aussagen der Regisseurin bewusst an Gemälden des Impressionismus, etwa eines Renoir und Monet orientieren. Hinzu kommen hoch emotionale musikalische Passagen von Mozart, die das Hochgefühl des Glücks in besonderer Weise zu stilisieren vermögen.

Die Handlung des Films lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen:

Francois und Therese sind ein junges glücklich verheiratetes Paar mit zwei liebenswerten Kindern. Er arbeitet als Kunsttischler in seinem eigenen Atelier, sie als Schneiderin in einem Geschäft für Brautkleider. Ihre Liebe ist unbeschwert und voller Leidenschaft; mit den Kindern bewohnt die kleine Familie ein hübsches Haus und verlebt die Wochenenden mit Picknicks im Grünen. Nach einer Affäre mit Emelie, einer jungen Frau mit auffallender Ähnlichkeit zu Therese, verbringt der junge Ehemann jeweils ein paar Stunden täglich mit der ebenso attraktiven Geliebten. Als er die Liaison seiner Frau gesteht, begeht diese Selbstmord; dann wird sie durch die Geliebte ersetzt und das Ritual des Lebens geht nahezu wie zuvor weiter – nur mit einer anderen Frau. Die lapidare Darstellung in der Form eines ganz natürlichen Ereignisses, lässt aus einer trivialen Lovestory zum Schluss eine bitterböse Farce werden.

Der Film stellt hinter der Poesie mit seinen malerischen Bildfolgen die Frage nach dem Glück des Mannes in einer Dreierbeziehung jenseits aller Moralität. Er beantwortet sie mit einer Apotheose auf den jungen Ehemann, der davon überzeugt ist, mit seiner „Glücksbegabung“ beide Frauen lieben zu können.

Für dieses ewige und doch immer neue männliche Liebesdrama erhielt die von Alain Resnais entdeckte Regisseurin Varda zu Recht auf der Berlinale 1965 den Spezialpreis der Jury.

(wz)

Quelle:“Le déjeuner sur l’herbe“ Eduard Manet;

http://www.youtube.com/v/9T1kNDPja1o&feature=related

http://video.fnac.com/a1481485/Le-bonheur-Jean-Claude-Drouot-DVD-Zone-2

http://www.youtube.com/v/BKkugU6s5-A

http://www.youtube.com/v/19rVNldXjlk

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