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Sinnbild erotischer Superlative

9 September 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Druuna, Sinnbild erotischer Superlative

Kaum ein Comic hat für soviel Aufregung gesorgt, wie die von Paolo Aleuteri Serpieri entwickelte und gezeichnete Figur Druuna. Ein Verleger ging nach der Veröffentlichung aufgrund juristischer Verfügungen, inklusive Hausdurchsuchungen, in die Knie. Leidenschaft kann grausam enden.

Mitte der 80er kam der Comic auf den deutschen Markt. Die Thematik ist simpel. Druuna, die Getriebene ohne eigenen Willen als erotische Protagonistin, gerät auf der Suche nach ihrem Freund Shastar immer wieder in die Fänge von Kreaturen, die ihre Schönheit nutzen, um an den Saft des Lebens zu gelangen. Dieser Saft bewahrt vor der Pandemie, die die Menschheit dahin hat raffen lassen.

Als Kulisse dient eine Welt in apokalyptischer Endzeitstimmung. In diesem Spannungsfeld postmoderner Üppigkeit und Morbidität begibt sich der Leser auf die Reise. Dieses doch so konträre Gestaltungsmuster verstärkt den Kontrast immens und lässt zivilisatorische Werte als obsolet erscheinen. Auch Hollywood bediente sich der Stimmung. Ridley Scotts „Alien“ oder „The Thing“ von John Carpender sind Indizien für die gestaltete Zukunftsangst in weiten Teilen der westlichen Gesellschaft in den Zeiten des „Kalten Krieges“.

Paolo Aleuteri Serpieri geht deutlich weiter. Die Abstraktion durch die Zeichnung und die Überzeichnung der Form, im Duktus der Immoralität macht die Spannung aus. Der Zeichner selbst ist immer wieder in den Geschichten zu finden. Ein Sprung weg von der Realität in eine Fantasiewelt die geprägt ist, durch erotische Abenteuer immensen Ausmaßes. Druuna repräsentiert durch Ihre Erscheinung ein Idyll, den Garten Eden personifiziert als Frau. Hochattraktiv, spärlich bekleidet und üppig in ihren Formen. Der Sex ist Mittel zur Befriedigung der Lust in ungeahnten Möglichkeiten und dient nicht als Ausdruck tiefster Zuneigung. Es gibt keine Tabus und lässt uns stark an ein von Marquis de Sade gezeichnetes Bild denken. Paolo Aleuteri Serpieri nimmt uns mit, lässt uns teilhaben als Voyeur der Triebhaftigkeit.

„Sie balancierte mit schwingenden Hüften auf ihren hohen Absätzen an mir vorbei, sich ihrer Schönheit bewusst, und sie ließ mir als Erinnerung nur ihren erregenden, würzigen Duft. Eilig ging ich ins Atelier zurück und griff nach meinem Skizzenbuch, um dieses bestürzende, flüchtige Bild festzuhalten.“ Paolo Serpieri

Die Reihe ist zu beziehen im Schreiber & Leser Verlag.

(sb)

http://www.schreiberundleser.de/index.php?main_page=index&cPath=cPath=1_16&zenid=7fd0fac8f68198ca8fb17e1ddbc12fac

Quelle: Schreiber & Leser Verlag

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