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Survival of the fittest

21 Februar 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Jack London – Klassiker der Abenteuerliteratur

Vor 135 Jahren wurde am 12. Januar 1876 der Schriftsteller Jack London in San Francisco geboren. Er gelangte zu internationalem Ruhm vor allem durch seine Abenteuerromane „Ruf der Wildnis“ und „Wolfsblut“ sowie den mehrfach verfilmten Seefahrtsroman „Der Seewolf“, die ihn zum Klassiker der Abenteuerliteratur werden ließen.

Jack London kam in San Francisco als unehelicher Sohn aus der Verbindung eines Astrologen und einer Spiritistin zur Welt und wuchs im Armenviertel in Oakland (Kalifornien) unter großen Entbehrungen auf. Seine Jugend war geprägt vom Überlebenskampf und der Härte des zur Jahrhundertwende vorherrschenden amerikanischen Alltags. So musste er bereits im Kindesalter als Zeitungsjunge, Laufbursche in einem Wirtshaus oder Arbeiter in einer Konservenfabrik für den Unterhalt der Familie hart arbeiten. Mit 13 Jahren verließ er die Schule und wurde kurze Zeit später Anführer einer jugendlichen Bande von Austern-Piraten. Sein abenteuerliches Leben setzte er fort als Matrose, Gelegenheitsarbeiter und Goldsucher in Alaska während des dort ausgebrochenen Goldrausches.

Die ersten Kurzgeschichten, in denen er seine Erfahrungen als Goldgräber wiedergab, erschienen 1899. Dies verschaffte ihm einen Pressevertrag, durch den er die Gelegenheit fand, als Korrespondent um die Welt zu reisen und dabei über Japan, Korea, sowie 1904 über den russisch-japanischen Krieg zu berichten. Danach lebte er eine Zeit lang in den Slums von London, aus denen seine Elendsschilderungen „Menschen aus der Tiefe“ (1903) und „die Straße“ (1907) hervorgingen. Dies machte ihn später zu einem der Mitbegründer und Propagandisten der Sozialistenpartei in den USA.

Aus späteren Einkünften erwarb er 1910 eine Farm in Kalifornien, auf der er einen modellhaften landwirtschaftlichen Betrieb zu gestalten versuchte. Auf dieser „Wolf-House Farm“ starb er am 22.November 1916 durch Krankheit und Alkohol geschwächt bereits mit 40 Jahren offenbar durch Selbstmord.

Das Werk des Autors ist vor allem geprägt aus seinen Erfahrungen, die er als Goldgräber 1897/98 in Alaska gesammelt hat. So befasst er sich z. B. in seinem Roman „Ruf der Wildnis“, der ihm den internationalen Durchbruch verschaffte, thematisch mit der zu seiner Zeit vorherrschenden sozial-darwinistischen Grundhaltung sowie der vitalistischen Entwicklungsphilosophie(„Survival of the fittest“) von Herbert Spencer. Der in den ersten Erzählungen dargestellte Konflikt zwischen Natur und Kultur kommt an dem Spannungspaar Wolf-Hund zu Tage und wird in dem Überlebenskampf durch Wiederentdeckung der in der Wildnis wichtigen Instinkte manifestiert. Auch in seinem 2. Werk von Weltruf „Der Seewolf“, in dem seine Erfahrungen von der Seefahrt eindrucksvoll einfließen, wird der Konkurrenzkampf ums Überleben zwischen einem herrschsüchtigen Kapitän, der die Wildheit im Menschen charakterisiert und einem kultivierten, verweichlichten Geistesmenschen als Gegenpart gleichnishaft gegenübergestellt. Beide Hauptwerke des Dichters wurden zu Bestsellern und Klassikern der amerikanischen Literatur; gleichzeitig sind sie mehrfach verfilmt worden, unter anderem mit dem unlängst verstorbenen Raimund Harmsdorf als Hauptdarsteller.

(wz)

http://www.youtube.com/v/iG9PJfDtYEE

Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Romane und Verfilmungen Jack Londons Werke:

• An der weißen Grenze (A Daughter of the Snows), 1902 (auch: Das Alaska-Mädchen)

• Frisco Kid (The Cruise of the Dazzler, 1902) (Kalifornien)

• Ruf der Wildnis (The Call of the Wild, 1903) (Klondike, Hundegeschichte)

• The Kempton-Wace Letters, 1903 (gemeinsam mit Anna Strunsky)

• Der Seewolf (The Sea-Wolf, 1904) (Seegeschichte)

• The Game, 1905 (Preisboxer)

• Wolfsblut, Weißzahn, der Wolfshund (White Fang, 1906) (Klondike, Kalifornien, Hundegeschichte)

• Vor Adams Zeiten (Before Adam), 1907 (Frühgeschichte der Menschheit)

• Die eiserne Ferse (The Iron Heel), 1908 (Antiutopie) komplett in HTML

• Martin Eden, New York 1909, 2. Ausg. London 1910 (stark autobiografisch, Hauptfigur begeht Selbstmord)

• Lockruf des Goldes (Burning Daylight), 1910 (Klondike, ein „Sonoma-County Roman“)

• The Abysmal Brute, 1911 (Ein Boxer flieht von der Korruption in die Kalifornische Wildnis)

• Die Insel Berande (Adventure), 1911 (Sklaverei auf den Solomon-Inseln)

• Ein Sohn der Sonne (A Son of the Sun), 1912 (Südseegeschichten um einen Kaufmann und Abenteurer)

• Die Scharlachpest (The Scarlet Plague), 1912 (Utopische Erzählung, Menschheit durch Krankheit fast ausgelöscht)

• Smoke Bellew / Alaska Kid, 1912 (Alaska, Episodenroman aus der Zeit des Goldrauschs am Klondike, naturalistisch)

• Kid & Co. (Fortsetzung von Alaska Kid)

• Das Mondtal (The Valley of the Moon, 1913) (London, England und Kalifornier)

• Die Meuterei auf der Elsinore (The Mutiny of the Elsinore), 1914

• Die Zwangsjacke (The Star Rover, 1915, auch als The Jacket verlegt) (Strafvollzug/Reinkarnation)

• Die Herrin des Großen Hauses (The Little Lady of the Big House) 1916 (Kalifornien)

• The Turtles of Tasman, 1916

• Jerry der Insulaner (Jerry of the Islands), 1917 (Pazifik, Hundegeschichte)

• Michael, der Bruder Jerrys (Michael, Brother of Jerry), 1917 (Hundegeschichte, Tierschutz)

• Der Wolf von Wallstreet (Hearts of Three), 1918

Filmografie

• 1913: The Sea Wolf – (frühe Stummfilm-Version, in der Jack London selbst in einer Nebenrolle als Seemann einen Kurzauftritt hat)

• 1925: Adventure – Regie: Victor Fleming

• 1926: The Sea Wolf – Regie und Rolle des Wolf Larsen: Ralph Ince

• 1935: The Call of the Wild – Regie: William A. Wellman (mit Clark Gable als John Thornton)

• 1936: Conflict (nach The Abysmal Brute) – (mit John Wayne)

• 1939: Romance of the Redwoods (nach The White Silence) – Regie:Charles Vidor

• 1940: Queen of the Yukon – (mit Charles Bickford)

• 1941: The Sea Wolf – Regie: Michael Curtiz (mit Edward G. Robinson als Wolf Larsen)

• 1942: The Adventures of Martin Eden – (mit Glenn Ford als Martin Eden)

• 1952: The Fighter (nach The Mexican) – (mit Lee J. Cobb)

• 1969: Mörder GmbH (nach The Assassination Bureau Ltd) – Regie: Basil Dearden

• 1972: Der Seewolf – Regie: Wolfgang Staudte (legendärer deutscher TV-Mehrteiler mit Raimund Harmstorf als Wolf Larsen)

• 1972: Der Ruf der Wildnis (Call of the Wild) – (mit Charlton Heston als John Thornton und Raimund Harmstorf)

• 1972: Der Schrei der schwarzen Wölfe – Regie: Harald Reinl

• 1973: Jack London: Wolfsblut (Zanna Bianca) (italienische Version von White Fang) – (mit Franco Nero und Raimund Harmstorf)

• 1974: Kit und Co. – (DDR-Verfilmung mit Manfred Krug und Rolf Hoppe)

• 1975: Il Lupo dei mari (italienische Version von The Sea Wolf) – (mit Chuck Connors als Wolf Larsen)

• 1975: Lockruf des Goldes (deutsche Version von Burning Daylight) – Regie: Wolfgang Staudte (mit Rüdiger Bahr, Arthur Brauss und Ferdy Mayne)

• 1976: The Call of the Wild – (mit John Beck als John Thornton)

• 1978: Das verschollene Gold der Inka (deutscher TV-Film nach The Hussy) Regie: Wolfgang Staudte (mit Vadim Glowna)

• 1979: Martin Eden – (italienischer TV-Mehrteiler)

• 1980: Goldrausch in Alaska (Klondike Fever) mit Rod Steiger

• 1991: Alaska Kid – (deutsch-sowjetisch-polnische Fernsehserie)

• 1991: Wolfsblut – (mit Klaus Maria Brandauer und Ethan Hawke)

• 1993: The Sea Wolf – (mit Charles Bronson als Wolf Larsen)

• 1993: Call of the Wild – (mit Ricky Schroder als John Thornton)

• 1995: Legends of the North (nach Smoke Bellew) (mit Randy Quaid)

• 1997: Call of the Wild – (mit Rutger Hauer als John Thornton)

• 2008/09: Der Seewolf – Regie: Christoph Schrewe (deutscher TV-Zweiteiler mit Thomas Kretschmann als Wolf Larsen)

Quellen: Musisches Lexikon Bertelsmann-Verlag

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