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Wer wenn nicht wir

20 Februar 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken
 
 
Berlinale 2011, Berlin

Beitrag der Berlinale 2011 / Wer wenn nicht wir

Vieles wissen wir schon über die RAF und ihren Einfluss auf die politische Entwicklung in der jungen Bundesrepublik Deutschland. „Wer wenn nicht wir“ beleuchtet ein Kapitel aus der Vorgeschichte des deutschen Terrorismus. Erzählt wird die Dreiecksbeziehung zwischen Bernward Vesper, Gudrun Ensslin und Andreas Baader. Bernward Vesper und Gudrun Ensslin lernen sich in der Universität kennen und beginnen eine Beziehung. Doch beide sind Kinder der Kriegsgeneration. Gudrun Ensslin darf als Pfarrerstochter und als einzige der sechs Geschwister studieren und Bernward Vesper steht im Konflikt mit der Vorgeschichte seines Vaters als Völkischer Schriftsteller. Am Totenbett verspricht er seinem Vater die Bücher die er einst geschrieben hatt zu veröffentlichen. Man spürt geradezu, wie stark Bernward Vesper unter diesem Druck leidet. Seine linke Gesinnung, seine Loyalität gegenüber dem Vater und die ständige Kritik hinsichtlich seines Wankens in der Vaterbeziehung, die Gudrun Ensslin offen zeigt, zeichnet das Verhältnis. Als Gudrun Ensslin den kleinkriminellen Proletarier Andreas Baader kennen lernt spitzt sich das Verhältnis zu. Gudrun Ensslin, nun radikalisiert, distanziert sich vollends und lässt ihren Sohn Felix zurück.

Der Regisseur Andres Veiel hat nicht nur eine glückliche Hand mit der Auswahl der Schauspieler bewiesen – die Szene in der Bernward Vesper nackt in einem Innenhof randaliert ist exzellent gespielt. Er hat mit seiner Detailfreude, wunderbare filmische Bildern gezeichnet. Die Außen- und Innenraumaufnahmen sind brilliant. Auch verschont uns Andres Veiel mit den jetzt so in Mode gekommenen 5Pixel-Handkamera-Verwackelaufnahmen ebenso, wie mit den auf der Berlinale so oft gesehenen unterdurchschnittlichen Alltagsgesichtern. Zwar ist Gudrun Ensslin viel zu hübsch dargestellt, aber nur so ist auch die Leidenschaft erklärbar.

(sb)

http://www.youtube.com/v/xjofF_6s4Ik

http://www.berlinale.de/de/HomePage.html

Der Film läuft ab dem 10 März in den deutschen Kinos.

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