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Krieg der Knöpfe

9 Januar 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Der Krieg der Knöpfe

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als meine Tante Anna aus Hamburg mir das Buch zum 10. Geburtstag geschenkt hat.

Heutzutage klingt der Titel eines Kinderbuches ungewöhnlich, wenn er das Wort „Krieg“ beinhaltet. Das Wort Krieg wurde ja selbst aus der deutschen Politik bis Ende 2009 verbannt.

Der Roman „Der Krieg der Knöpfe“ im Original „La Guerre des boutons“ ist ein Buch des Franzosen Louis Pergauds aus dem Jahre 1912, welches mancher vielleicht als filmischen Klassiker aus den 60er Jahren kennt. Der Roman bietet alles, was auch den Film so liebenswert macht. Buch wie Film wirken heute noch immer aktuell, sie setzen den Focus ganz auf die Seite der Kinder, schildern sie lebendig, realitätsnah und humorvoll. Kleine Jungen in einem Kampf gegen das Nachbardorf, der schon von ihren Eltern und Großeltern ausgefochten wurde. Dabei nehmen sie Bestrafungen in Kauf und Schule ist sekundär. Dem Verlierer des Kampfes werden die Knöpfe und Schnallen als Zeichen der Niederlage von den Kleidern abgeschnitten. Doch eine der kämpfenden Partei ersinnt eine List, nackt ziehen sie in den nächsten Kampf. Ein wunderschönes Buch, das nicht nur dem männlichen Nachwuchs ein großes Lesevergnügen bietet, auch den Eltern sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Jeden Sommer geht der Kampf zwischen den Kindern der beiden französischen Dörfer Velrans und Longeverne bei Schulbeginn wieder los. Kaum ist der Unterricht zu Ende, trifft man sich nach der Schule zur abendlichen Keilerei.

Als die Jungen aus Longueverne während der Schlacht einen Gefangenen machen, kommt der Anführer Lebrac auf die Idee, den Gefangenen zu entehren. Dazu schneidet er ihm sämtliche Knöpfe von der Kleidung, so dass dieser mit zerrissener Kleidung nach Hause laufen muss. Bei der nächsten Schlacht der Jungen gerät wiederum Lebrac in Gefangenschaft und wird seiner Knöpfe entledigt. Als er mit zerrissener Kleidung nach Hause kommt, verprügelt ihn sein Vater.

Doch Lebrac ist Prügel von seinem Vater gewohnt und lässt sich dadurch nicht vom Kriegsspiel abhalten. Um der Entehrung während eines Kampfes zu entgehen, ist sein neuer Plan, nackt in den Kampf zu ziehen. Und so kämpfen die Jungen aus Longueverne nackt gegen die Jungs aus Velrans. Zwar tragen sie den Sieg bei dieser Schlacht davon, doch können sie sich nicht richtig darüber freuen, es ist einfach zu kalt. So denkt sich Lebrac eine neue List aus. Jeder der Jungen soll einen festen Betrag spenden, damit sie sich Knöpfe und Nähzeug kaufen können.

Es kommt zu weiteren Schlachten zwischen den Jungengruppen, bei denen Dank Lebrac die Jungen aus Longueverne als Sieger hervorgehen. Dies feiern die Jungen ausgiebig in ihrer Hütte bei Wein und Zigaretten. Doch ein Junge möchte bei den Kriegsspielen nicht mehr mitmachen und bekommt Streit mit Lebrac. Er bezeichnet sich seitdem als Monarchist und verrät dem Anführer der Jungen aus Velrans, wo die Hütte ist. Die Situation spitzt sich weiter zu…

Mehr sei dem Lesevergnügen nicht vorwegzunehmen, außer, dass es dem Autor wirklich perfekt gelungen ist, locker, witzig, nachvollziehbar und leicht, ohne erhobenen Zeigefinger darzustellen, wie es zu Kriegen kommt und warum manche wohl nie enden werden…

(rz)

Der Krieg der Knöpfe
ISBN-10: 3-499-21281-1
ISBN-13: 978-3-499-21281-9
Rowohlt Taschenbuch
 
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Arena; Auflage: 1., Aufl. (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401052306
ISBN-13: 978-3401052304

 

 La Guerre des boutons – la goutte (1962)

La Guerre des boutons – la goutte (2011)

 

 

Quelle: Arena Verlag / Rowohlt Taschenbuch

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