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Dirty Coast Mud Run Eckernförde

28 Mai 2016 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

Dirty Coast Mud Run Eckernförde 2016Platz 1 beim Dirty Coast Mud Run in Eckernförde

Am Samstag, den 21.05.2016, fand in Eckernförde der „Dirty Coast Mud Run“ statt. Rund 500 Läuferinnen und Läufer, deutlich mehr als im vergangenen Jahr, gingen an den Start, um zu zeigen, was sie dem kalten und rauen Ostseeklima entgegenzusetzen hatten. Zur Auswahl standen eine 14km- sowie eine 8km-Strecke. Gelaufen wurde bei diesem Lauf ohne Zeitnahme.

Vorbereitung | Bedingungen:
An diesem Samstag, an dem wir uns am Eckernförder Strand eingefunden hatten, erwarteten uns optimale Laufbedingungen. Ganz anders als man es aus dieser Region kennt, brannte weder die Sonne, noch peitschten uns Wind und Regen ins Gesicht. Das Wetter war ruhig, bewölkt und windstill. Die Sicht auf die Strecke und ihre aus Paletten errichteten Hindernisse war ungetrübt. Das Panorama war traumhaft. Die Strecke verlief direkt entlang dem Wasser oder auch direkt durch die Ostsee, immer dem Strand folgend. Direkt in der Nähe des Start- und Zielbereiches lagen diverse Hindernisse, welche wir sofort fachmännisch in Augenschein nahmen, um die besten Wege und Techniken, sie zu überwinden, heraus zu filtern.

Nachdem sich alle Starter des 14km Laufes im Startbereich eingefunden hatten, wurde sich gemeinsam warmgemacht. 150 Athleten, die gemeinsam Liegestütz und Kniebeugen machen – ein Bild, das es wahrscheinlich nur bei Veranstaltungen wie diesen zu sehen gibt.

Der Run:
Nun folgte der Startschuss. Ohne Umwege ging es direkt hinter der Ziellinie in das erste Hindernis. Nebeneinanderliegende Reifen sollten übersprungen werden. Von ruhigen Laufpassagen war jedoch immer noch nichts zu sehen, denn nach wenigen Metern schickte uns der Veranstalter auf alle Viere. Eine mit Rauch gefüllte flache Zick-Zack-Bahn führte durch den Sand. Trotz dieser Strapazen gelang es mir, den Anschluss an die Spitzengruppe nicht zu verlieren. Die Strecke verlief über einen Weg, doch nur für wenige 100 Meter. Wieder ging es in den Sand und ein Bagger kündigte schon von weitem das nächste Hindernis an. Zwei Seile waren über einen Graben gespannt. An dem einen konnte man sich festhalten, über das andere balancierten wir. Langsam arbeitete ich mich auf die andere Seite, um wieder in den weichen Sand zu springen.

Das Laufen im Sand stellte für mich eine besondere Herausforderung dar. Bei anderen Läufen ist Sandlaufen als ein eigenes Hindernis ausgewiesen, hier jedoch verliefen rund 10 von 14 km über diesen Untergrund. Bei jedem Schritt wird die meiste Kraft vom Sand absorbiert, um Geschwindigkeit aufzubauen, braucht es so deutlich mehr Kraftaufwand. Doch auch am Strand kann man sich den besten Weg suchen. Steinige Passagen, Algenteppiche oder nasser Sand am Wasser machen effektiveres Laufen möglich und sparen eine Menge Energie. Energie, die ich auch benötigte, denn es war bereits das nächste Hindernis in Sicht – ein weiteres, sehr flaches Kriechhindernis.

Nun drehten wir wieder um und liefen zurück in Richtung des Eventgeländes. Mit Blick auf die Ostsee folgte eine ganze Reihe verschiedener Paletten-Hindernisse. Kriechen und klettern wechselten sich ab, gefolgt von einem Sprung aus 2m Höhe in ein Wasserbecken. Die Strecke führte kurz darauf zur Abwechslung über eine Wiese. Auf einem Parkplatz standen zwei riesige Schuttcontainer mit Reifen gefüllt. Da weicher und wackeliger Untergrund mittlerweile für die Athleten Normalität geworden waren, überwanden wir auch dieses Hindernis schnell. Über eine Mauer und Steine ging es das erste Mal in die Ostsee. In hüfttiefem Wasser sollten alle Läufer ein Boot ziehen. Zum Glück war das Wasser mit 14 Grad noch relativ warm und sorgte für eine angenehme Abkühlung. Über die großen und kantigen Steine der Uferbefestigung verlief die Strecke weiter über den Strand in Richtung des Hafens. Diese Passage führte ausschließlich durch den Sand. Hindernisse wie Baumstammtragen oder weitere Kletterpassagen waren natürlich vertreten.

Etwas Besonderes war ein, nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche der Ostsee platzierter, Bauzaun. Auf dem Rücken, mit nicht viel mehr als der Nase über dem Wasser, zogen wir uns unter diesem hindurch. Auch die Holzwände kurz vor dem Hafen stellten durch ihre Höhe eine ordentliche Herausforderung dar. Die schwarz-gelben Absperrbänder schickten uns weiter auf die Stege des Hafens. Die Hafeneinfahrt galt es, unter den wachsamen Augen des DLRG, zu durchschwimmen. Durchnässt folgte eine Laufstrecke über die gepflasterte Promenade Eckernfördes. Hier wartete die Halfpipe. Mit viel Anlauf gelang es mir, sie ohne weitere Hilfe zu überwinden.
Den restlichen Rückweg ging es wieder durch den Sand. An den anderen Läufern vorbei, die sich auf dem Hinweg befanden, führten uns die Markierungen denselben Weg, den wir gekommen waren, zurück. Hier warteten weniger Hindernisse, dafür jedoch die restlichen Kilometer auf die Athleten. Kurz vor dem Zieleinlauf, wir sahen bereits die Rutsche, die das letzte Hindernis direkt vor dem Ziel darstellte, ging es noch einmal ein ganzes Stück weiter. In dieser Richtung wurde der Strand steiniger und man musste sehr aufpassen, nicht umzuknicken. Das bisher zügige Lauftempo konnte man hier nicht aufrechterhalten und alle Sinne waren noch einmal voll gefragt. In der Ferne sahen wir eine Kletterwand: Auf der einen Seite Griffe zum hoch klettern, auf der anderen Seile, um wieder hinab zu kommen. Die Arme und Beine brannten, doch auch dieses Hindernis konnte nun Keinen mehr aufhalten.

In Richtung Ziel:
Endlich ging es Richtung Ziel. Die letzten Kilometer waren für mich ein Kampf. Die letzten zwei Hindernisse vor dem Ziel gingen durch das Anfeuern der Zuschauer wie von selbst, doch im Ziel merkte ich die Erschöpfung. Erfreulicherweise gelang es mir, als erster die Ziellinie zu überqueren, jedoch sehr dicht gefolgt von zwei weiteren Läufern.

Die Hindernisse, die Strecke und das Panorama der Ostsee ergaben ein sehr schönes Gesamtbild des Laufevents. Der vielseitige Untergrund forderte das Beherrschen verschiedenster Lauftechniken, um einen guten Lauf zu absolvieren. Sportler mit reiner Spaßambition sind, genau wie „alte Hasen des Hindernislaufes“, auf Sterneniveau mit Herausforderungen verköstigt worden.

Resüme:
Ein toller Lauf für Jedermann, egal ob Bürohengst oder ambitionierter Sportler. Team-androgon wird definitiv im nächsten Jahr wieder dabei sein!

Hiermit möchte sich androgon.com noch einmal ganz herzlich für die fruchtbare Zusammenarbeit bedanken und wünschen dem Spoon Brothers Events Team weiter viel Erfolg bei der nächsten Ausgabe am 24.09.2016 in Kiel – Falckensteiner Strand!

 

Weitere Informationen zum Dirty Coast Mud Run

Bericht: Dirty Coast Mud Run Kiel 2015

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Bildquelle: androgon.com, Spoon Brothers Events

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