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Popstar Poet Provokateur

13 März 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Serge Gainsbourg – Popstar, Poet, Provokateur

Fast genau auf seinen 20 jährigen Todestag vom 2. März 1991 erscheint im April diesen Jahres die Hommage an Serge Gainsbourg mit dem Film „Popstar, Poet, Provokateur“ von Joan Sfar als DVD. Der wohl zu den kreativsten Chansonniers seiner Epoche gehörende Künstler beeinflusste maßgeblich die französische Popmusik, aber auch Kino und Literatur und schrieb die Filmmusik von mehr als 40 Filmen. Weil er Schlagzeilen brauchte, waren Skandale das Elixier seiner Existenz, so in etwa beschrieb Jane Birkin, Schauspielerin und letzte Lebensgefährtin, den Charakter dieses besessenen Genies.

Gainsbourg wuchs als Sohn russischer Emigranten im Paris der 20er Jahre auf. Er war ein unscheinbarer Junge, der sich schon mit 10 Jahren für die schönen Künste interessierte und sich bereits mit 17 in die Akademie Montmartre einschrieb. Sein Idol war Pierre Bonnard, der ihn dazu inspirierte, selbst impressionistische Bilder von Landschaften und Stillleben zu malen. Seinen Unterhalt verdiente er mit dem Gitarrespielen in den Pariser Bars und Kneipen; und dies mit großem Erfolg.

Ab 1957 begann er dann damit, eigene Stücke für sich und andere Sänger zu komponieren, die rasch Beachtung fanden. Bereits ein Jahr später wurde sein Bekanntheitsgrad immens, als er zum begehrtesten Chansonkomponisten seiner Zeit aufstieg. Seinen größten Hit feierte er dann mit dem gestöhnten Duett „Je t`aime“ mit seiner damaligen Lebensgefährtin Jane Birkin, nachdem er den Auftritt zunächst mit Brigitte Bardot konzipiert hatte. Dieser Titel wurde zum weltweiten Skandal und veranlasste sogar den Vatikan zu einer empörten Stellungnahme, führte jedoch 1969 weltweit die Charts an.

In den 70er Jahren gab er sich dann etwas seriöser, schrieb unter anderem Konzertalben über tragische Beziehungen (Histoire de Melodie Nelson) und den nationalen Sozialismus (Rock a round the bunker). Gegen Ende des Jahrzehnts wandte er sich sogar dem Reggae zu, als er auf Jamaika mit Bob Marley entsprechende Alben aufnahm – Aux armes at ceatera (1979) und Mauvaise nouvelles des et valles (1981). Das erstgenannte sorgte erneut für einen Skandal, da sich darauf als Tabubruch eine Reggae-Version der französischen Nationalhymne befand.

Später erfand Gainsbourg „sein alter Ego Gainsbarre“, einen dauerrauchenden und trinkenden Potenzprotz, den er in einer Periode stärksten Alkoholismus in dem Stück “ Ecce homo“ beschrieb und in dem er auch live auftrat, was in der französischen Öffentlichkeit zu starker Missbilligung des Interpreten führte. Sein wohl umstrittenster Auftritt zu dieser Zeit war das Duett „Lemon Inzest“ mit seiner damals erst 12-jährigen Tochter Charlotte.

Die Popikone Gainsbourg starb am 2.3.1991 mit 62 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts, verursacht durch sein exzessives Rauchen und Trinken. Er war 4 mal verheiratet und hatte 4 Kinder. Der ab 14. April diesen Jahres erscheinende Film von Joan Sfar lässt noch einmal das exzentrische Leben des Künstlers voller Leidenschaft, Zerrissenheit, gepaart von Ruhm und Wahn Revue passieren.

Gainsbourg – Popstar, Poet, Provokateur

Studio: Euro Video

Erscheinungstermin: 14. April 2011

Produktionsjahr: 2009

Spieldauer: 116 Minuten

ASIN: B00498NBD2

http://www.youtube.com/v/22omNMnu54Q

(wz)

Quellen: Indiepedia/Stern/Polydor (Universal) Gainsbourg der Mann, der die Frauen liebte

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