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Weltmeister der Herzen

20 März 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Moammar Mohammed al-Qadhafi, Schmuskätzchen, Claudia Roth, Weltmeister der Herzen

Schmusekätzchen

Weltmeister der Herzen

Ist es nicht wunderbar so gern gehabt zu werden? War Deutschland in vergangenen Zeiten ein Garant für ordentliche Kriege und Schlachten, so sind wir jetzt endlich auf der Seite des Lichts. Kein Schatten soll das Herzlein verdunkeln. Da kann der ungezogene Enkel des deutschen Michels immer gegen das Schienbein seines Großvaters hämmern und es wird nichts passieren, außer dass der Enkel einer stundenlangen Abhandlung über die Entstehung von Hämatomen lauschen darf.

Wir erinnern uns. Seit Wochen diskutiert man über eine Flugverbotszone. Seit Wochen wird die Bevölkerung bombardiert. All das scheint zu kompliziert, zu uneindeutig zu sein. Doch nun hat man sich geeinigt. Drei Minuten vor zwölf. Der Sicherheitsrat hat nun endlich das beschlossen, was schon vor Wochen nötig gewesen wäre. Enthalten hat sich Russland, China und Deutschland.

Da darf Moammar Mohammed al-Qadhafi Deutschland loben. Unser neuer treuer Freund aus Libyen, war voller gute Worte, weil Deutschland sich so vorbildlich verhalten habe. Die Öllieferungen sollte nach Europa gestoppt werden, außer nach Deutschland. Das tut gut. Gut auch für die Wirtschaft, gut für uns alle.

Aber stellen Sie sich doch nur mal die verfassungsrechtlichen Bedenken vor! Und dann noch ein deutscher Pilot über Benghazi! Dann wären wir ja da, wo wir vor 60 Jahren schon einmal waren. Mit Rommel in der Wüste. Nein, nein. Ausgeschlossen!

Da fällt mir ein, wo bleibt denn die Friedensbewegung? Wo beziehen unsere Moralaposteln und -apostelinnen wie Claudia Roth, die bei jeder Ungerechtigkeit empört und entsetzt sich medial zum Besten geben, Stellung? Wo ist der Chef vom Auswärtigen Amt? Er wird sicherlich im Harem des Revolutionsmuftis die Hauptdame werden können -nach der Abwahl.

So wird der Weltmeister der Herzen, auch ein Weltmeister der Ratschläge. Bestürzt tun, empathisch Reden. Warten auf den „Sieger“ und sich dann anbiedern. Ja, lieber Michel, Du hast die Hausaufgaben gut gemacht.

(sb)

Bildquelle: Illustration Sven Borger

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