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Fukushima50

20 März 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

AKW, Nuklear-Desaster

Kamikaze – Einsatz im Zentrum des Nuklear-Desasters

Mit dieser Überschrift sind die Zeitungen und Nachrichten der Weltpresse zur zeit überall gefüllt. Es geht um die letzten 50 verbliebenen japanischen Techniker im Atomkraftwerk Fukushima 1, die mit ihrem Kamikaze-ähnlichen Einsatz den Super-GAU mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, um damit eine ganze Nation vor der radioaktiven Katastrophe zu bewahren.

Kamikaze, ein Begriff, der für Japan und die Welt legendäre Erinnerungen weckt. Denn schon in 13. Jahrhundert verhinderte der so genannte „Götterwind“ in Form von 2 Taifunen die Invasion und Eroberungsversuche des Mongolenkaisers Kublai Khan. Und vor mehr als 60 Jahren wurden mit Kamikaze-Einheiten, so genannten Piloten in japanischen Kampfbombern die hoch überlegenen US-Einheiten im Pazifik durch Selbstmordkommandos attackiert, um mit diesem letzten militärischen Mittel noch die Niederlage im 2. Weltkrieg abzuwenden.

Ebenfalls unter Einsatz ihres Lebens kämpfen seit einer Woche 50 japanische Techniker gegen den drohenden Super-GAU in ihrem Atomkraftwerk Fukushima 1. Mit diesem Himmelfahrtskommando soll versucht werden, die Brennstäbe der Anlage zu kühlen, um eine komplette Kernschmelze noch zu verhindern. Immer wieder müssen die Männer sich dem Strahleninferno entziehen, um dann erneut in ihren weißen Schutzanzügen ihre riskanten Arbeiten fortzusetzen. Bisher hat die Mission zu einigen bemerkenswerten Erfolgen geführt; so konnten z. B. die Kühlsysteme an 2 beschädigen Anlagen wieder hergestellt werden. Weitere 180 Feuerwehrleute wurden herangezogen, um mit Wasserwerfern die Kernschmelze von außen her mit Wasserwerfern herunterzukühlen. Das ganze japanische Volk und die Weltöffentlichkeit begleiten die 50 Helden und ihre Mitstreiter fast stündlich mit ihrer Anteilnahme bei diesen riskanten Unterfangen. Allen Skeptikern zum Trotz scheint sich die Lage am havarierten Kernkraftwerk allmählich zu stabilisieren, u. a. durch den kürzlichen Anschluss des Reaktorblocks an das Stromnetz.

Die Dankbarkeit und Unterstützung des Vaterlandes ist den „Tapferen 50“ gewiss; aber diese Männer opfern höchstwahrscheinlich ihr Leben, ähnlich wie seiner Zeit die Kamikaze-Piloten des 2. Weltkriegs.

(wz)

Quelle:Katsushika Hokusai/Focus

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