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Bergblut

27 März 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Bergblut – ein Film des Südtirolers Philipp J. Pamer

Im Frühjahr 1809 eskaliert auf einem Augsburger Markt ein Streit zwischen Katharinas Tyroler Ehemann Franz und einem französischen Soldaten. Der Vorfall endet mit einem Totschlag. Das junge Paar ist gezwungen, die Stadt zu verlassen und in die alte Heimat von Franz zu flüchten.

Schon auf dem Weg nach Tyrol wird klar, dass die Stimmung im Alpenland am Kippen ist. Bayern und Franzosen, die Tyrol seit vier Jahren besetzen, werden von der Bevölkerung geächtet. Dementsprechend wird der Bayerin Katharina auf dem Hof ein frostiger Empfang bereitet. Schon bald vermisst sie die Annehmlichkeit und die Geborgenheit ihrer Ärztefamilie in Augsburg.

Nach all den Jahren fernab von zu Hause, gerät Franz in den Sog der Begeisterung um den Schützenhauptmann und Gastwirt Andreas Hofer. Dieser ruft die Tyroler Bauern zum Aufstand gegen die Bayerische und Französische Übermacht auf. Es dauert nicht lange und Franz zieht mit seinem jüngeren Bruder in den Krieg und lässt seine Frau allein zurück.

Katharina ist zum ersten Mal in ihrem Leben auf sich alleine gestellt. Sie übersteht schwere Tage, bis sie damit beginnt, die ihr aufgetragenen Aufgaben gewissenhaft zu erledigen und sich den Respekt der Egger-Familie und Dorfbewohner zu erkämpfen.

Zu aller Verwunderung kehren die Tyroler von den Schlachten am Bergisel siegreich zurück. Das ganze Dorf feiert. Nur Katharina und ein mittlerweile mit ihr befreundeter Priester erkennen, dass diese Nacht zwar den Tyrolern gehört, ein dauerhafter Sieg aber unmöglich erscheint. Katharina steht vor einer Entscheidung und entschließt sich, Franz durch eine List kampfunfähig zu machen. Als dies entdeckt wird, zerbricht die einst sorglose Beziehung und Katharina wird vom Hof verstoßen.

So durchlebt Katharina das Jahr des Aufstands als Bayerin in Tyrol. Sie ahnt dabei noch nicht, dass das Schicksal von ihr und Franz eng mit dem von Andreas Hofer verknüpft sein wird…

Zur Historie

Das Land Tyrol erhob sich 1809 gegen Bayern und Frankreich. An seiner Spitze stand Andreas Hofer, seines Zeichens Gastwirt und Viehhändler. Zusammen mit einer Hand voll Tyroler Bauern trotzte er dem übermächtigen Kaiser Napoleon und seinen Armeen.

Die wichtigsten Eckdaten der Tyroler Geschichte

Der Weg zum Aufstand

1511: Kaiser Maximilian I. erlässt das Landlibell – ein Sonderrecht für die Tyroler, nicht außerhalb ihrer Landesgrenze kämpfen zu müssen.

1767: Um Mitternacht wird in einer Sternenklaren Nacht am 22. November beim Sandwirtshaus in St. Leonhard im Passeiertal ein Kind geboren: Es ist Andreas Hofer.

1796/97: Napoleon greift im ersten Koalitionskrieg nach Italien und Österreich: Die Tyroler verteidigen erfolgreich ihre Landesgrenzen, wie im Landlibell vorgesehen. Ein junger Schützenhauptmann bewährt sich zum ersten Mal: der Sandwirt Andreas Hofer.

1805: Österreich und Russland kämpfen gegen Frankreich, das unter Napoleons Führung ganz Europa unterjochen will. Im Geheimvertrag von Bogenhausen schmiedet Frankreich eine Allianz mit Bayern, das fortan an seiner Seite kämpft. Bayern wird dafür von Napoleon zum Königreich erhoben und erhält Tyrol als Kriegsbeute.

1807 bis 1809: Bayern überflutet Tyrol mit neuen Regelungen in der Verwaltung, schafft das Landlibell ab und mischt sich in Traditionen und kirchliche Belange ein. Der Wein- und Obsthandel in Tyrol gerät ins Stocken, das Volk verarmt. Missmut gegen die neuen Herrscher macht sich breit.

Das Jahr des Aufstands – 1809

Jänner: Andreas Hofer reist nach Wien. Beginn der Aufstands-Vorbereitungen.

12. / 13. April: 1. Schlacht am Bergisel. Die Tyroler Schützen und Landstürmer erobern Innsbruck zurück, was aber nicht lange währt.

25. und 29. Mai: 2. Schlacht am Bergisel. Bayern und Franzosen ziehen sich aus Tyrol zurück. Hofer wird Oberkommandant von Tyrol. Der Österreichische Kaiser Franz I. verspricht den Tyrolern von nun an nie wieder von Österreich getrennt zu werden.

Juli: Franzosen und Bayern rücken erneut in Tyrol ein.

13. August: 3. Schlacht am Bergisel. Glorreicher Sieg für die Tyroler. Andreas Hofer zieht als Regent in die Innsbrucker Hofburg ein.

14. Oktober: Österreich sieht sich gezwungen mit Frankreich Frieden zu schließen. Im Vertrag von Schönbrunn wird Tyrol wieder an das Königreich Bayern abgetreten. Das Land wird wieder besetzt, die Tyroler können ihr Unglück um das gebrochene Versprechen des Österreichischen Kaisers kaum glauben.

1. November: 4. Schlacht am Bergisel. Die Tyroler Aufständischen stellen sich am Bergisel einer feindlichen Übermacht und unterliegen.

November: Nach einzelnen, letzten Kämpfen flieht Hofer auf die Pfandleralm. Napoleon setzt ein Kopfgeld auf ihn aus.

Nach dem Aufstand

1810: Am 28. Januar wird Andreas Hofer verraten und auf der Pfandleralm gefangen genommen.

Auf Befehl Napoleons wird Andreas Hofer in Mantua am 20. Februar hingerichtet.

1813: Im Oktober schließt sich Bayern den Gegnern Napoleons an und zieht mit Österreich gegen Frankreich in den Krieg.

1814: Im April muss Napoleon abdanken. Zwei Monate später fällt Tyrol wieder an Österreich zurück.

BERGBLUT: Seit 27. Januar 2011 in den deutschen und österreichischen Kinos:

Die deutschen Spielstätten im Überblick:

Aichach – Cineplex

Augsburg – Cinemaxx

Bad Füssing – Kinocenter

Bad Hindelang – Kurfilmtheater

Bad Wörishofen – Filmhaus Huber (ab 24.03.)

Freiberg – Kinopolis

Füssen – Lechflimmern (29. & 30.03)

Gangkofen – Phantasia

Landsberg – Olympia

Nördlingen – Ries-Theater

Oberstdorf – Kurfilmtheater

Regensburg – Regina (ab 31.03.)

Türkheim – Filmhaus Huber (nur 27.03.)

Ulm – Obscura

Weiterstadt – Kommunales Kino

Wertingen – Filmtheater (ab 24.03)

Die österreichischen Spielstätten:

Tirol, Kino Seefeld

Salzburg, Neues Mozart Kino

http://www.youtube.com/v/9mhWDk6uHDM&feature=player_embedded

http://www.bergblut.com/de/home

(rz)

Quelle: FR Entertainment

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