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Beschützer, Ernährer, Drohne und zurück

29 Mai 2014 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Über die Rolle der männlichen Mutter in unserer Gesellschaft

Ich las in einem Informationsbrief einer Grundschule. Dieser Brief interessierte mich deshalb so, da ich – neben der interessanten Gestaltung – einige Informationen vernahm, die ich bis Dato nicht wusste. Warum Pausenbrote wichtig sind, Bewegung tägliches Muss, usw., usw. Neben diesen, mir bis dahin absolut unbekannten Tatsachen, wurde noch auf das Alter verwiesen. Ihr Kind ist acht Jahre alt! Ah!

Zur Auflockerung eine gezeichnete „Konfliktsituation“ wie sie womöglich überall vorkommt. Die Urform schlimmster Familientragödien. Das unaufgeräumte Zimmer der Brut. Idealerweise mit Lösungsvorschlag. Gott sei Dank! Beim Abendbrot mit Mutti und Vati kommt das noch mal auf den Tisch, was am Mittag noch für einiges Aufstoßen sorgte. Und wie der kleine Racker sich bemüht im Dialog den Konsens zu manifestieren, der auf Wohlwollen und gegenseitigen Respekt aller verhandelnden Autoritäten stößt. Und das mit acht! Ja, da schäme ich mich fast, wenn ich daran denke, mit welcher autoritären Wucht so manches undiskutiert auf der Strecke bleibt. Wird denn mein Kind dadurch ein schlechterer Mensch? Wird es im 6ten Schuljahr der Mandarin-Sprach-AG verwiesen, gar verstoßen aus der Gemeinschaft der Gebildeten, ein Teufel, der in öffentlichen Verkehrsmitteln die Sitzflächen mit einem Filzer beschmiert? Noch ist nichts verloren, sage ich mir, denn wo gibt es denn noch ein gemeinschaftliches Abendessen? Wo einen Vater?

Mein Puls beruhigt sich und ich lese weiter, obwohl die in Pink gestalteten Überschriften mich nichts Gutes ahnen lassen. Doch jetzt wird es delikat. Ich bin direkt angesprochen.

„Ein guter Vater macht was her“

Da lese ich, dass ein Vater nicht nur zum Drachen-steigen-lassen gut ist. Mitnichten!

Ein guter Vater ist auch für den täglichen Kleinkram gut. Er kennt sich mit der Waschmaschine aus, geht auch mal mit dem Kind zum Arzt und kümmert sich um die Hausaufgaben. Einkaufen, kochen und aufräumen kann er genauso gut wie Mutti. Er packt auch Brote, Obst und Getränke ein und denkt an Papier-Taschentücher, wenn alle zum Ausflug aufbrechen. Ja, und anschließend fliegt Vati rasch zum Mond und pflückt Weltfriedensbonbons, damit die große runde Welt heile bleibt. Ich merke, dass die Ohnmacht mich überfällt. Bevor ich das Bewusstsein gänzlich verliere, erinnere ich mich an eine Szene aus dem Film „Groundhog Day“, die mir wieder Halt gibt. Bill Murray erlebt wieder und wieder denselben Tag. Er versucht seine Kollegin, gespielt von Andy MacDowell, ins Bett zu bekommen. Er fragt sie sehr direkt, welcher Mann sie wie stark emotional inspiriert.

Er: „Who is your perfect guy?“

Sie: „First of all, he is too humble, to know that he’s perfect. He’s intelligent, supportive, funny. He is romantic, courageous, he’s got a good body but he doesn’t have to look in the mirror every two minutes, he’s kind, sensitive, gently, he’s not afraid to cry in front of me, he likes animals, children and he playes an instrument and he loves his mother.“

Er: „This is a man, we’re talking about, right?“

(sb)

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