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Wiederentdeckte Moderne

6 März 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Friedrich Kiesler mit seinem Modell für ein Endless House, New York 1959
© The Irving Penn Foundation, Condé Nast Publications, Inc.

Friedrich Kiesler: Architekt, Künstler, Visionär
Zu sehen von 11. März – 11. Juni 2017 im Martin-Gropius-Bau, Berlin

Friedrich Kiesler, geboren 1890 in Czernowitz, gestorben 1965 in New York, war ein austro-amerikanischer Architekt, Bühnenbildner, Designer, Künstler und Theoretiker. Sein die Grenzen der einzelnen Kunstgattungen sprengender künstlerischer Ansatz, sein Konzept eines endlos fließenden Raumes und seine ganzheitliche Designtheorie des Correalismus zählen zu den großen Visionen des 20. Jahrhunderts und erfreuen sich ungebrochener Aktualität. Darüber hinaus war Kiesler eine zentrale Figur im Netzwerk der Aesthetic Community in New York, und sein Freundeskreis liest sich wie ein Who-is-Who der Avantgarde.

Der Martin-Gropius-Bau widmet dem Universalkünstler Friedrich Kiesler eine Ausstellung, in der das vielschichtige OEuvre in all seinen Facetten erstmals auch in Deutschland vorgestellt wird. Anhand zentraler Projekte, wichtiger Künstlerfreundschaften und Gemeinschaftsarbeiten wird auch sein Umfeld skizziert, seine Bedeutung für die Architektur- und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts aufgezeigt.

Friedrich Kiesler (1890 – 1965) war Architekt, Künstler, Designer, Bühnenbildner und Theoretiker. Die Idee des Gesamtkunstwerks war für sein Schaffen prägend und inspiriert bis heute Kunstschaffende in allen Genres. Kiesler hat gängige Kategorien in Frage gestellt. Da entstand ein Kinosaal, zu dessen Projektionsflächen auch die Raumdecke gehörte, ein Büro mit schwebendem Schreibtisch und ergonomische Sesselobjekte. Sein elektro-mechanisches Bühnenbild, das er für Karel Čapeks Stück W.U.R. entwickelte, uraufgeführt 1923 am Theater am Kurfürstendamm, begeisterte die Berliner Avantgarde – unter ihnen Hans Richter, Theo van Doesburg, László Moholy-Nagy, El Lissitzky. Seine raumgreifende Skulptur, genannt Rockefeller Galaxy, wird 1952 im Museum of Modern Art, NY, gezeigt. Er beschäftigt sich mit Konzepten einer Raum-Zeit-Architektur und entwickelt ein Haus mit biomorpher Struktur, das Endless House. Das einzige realisierte Gebäude Kieslers wird 1965 in Jerusalem eröffnet: der Shrine of the Book, den Kiesler gemeinsam mit Armand Bartos plant. Das symbolisch stark aufgeladene Bauwerk – es beherbergt jene weltberühmten Schriftrollen, die in Qumran am Toten Meer gefunden wurden – sowie die nicht ausgeführte Grotto for Meditation in New Harmony, Indiana, zeugen vom großen Interesse an sakralen Räumen in Kieslers Spätwerk.


Kieslers visionäre Beiträge sind bis heute für die internationale Kunst-, Theater- und Architekturgeschichte von großer Wirkung. Im Fokus der Ausstellung steht Kieslers transdisziplinäres Schaffen in Malerei und Skulptur, Architektur und Design, Theater und Film sowie im Theoriediskurs. Seine Vision einer Wechselbeziehung zwischen Kunstwerk, Raum und Betrachter*in werden in seinen revolutionären Ausstellungskonzepten sichtbar, darunter eines, das er für Peggy Guggenheims Surrealistische Galerie entwarf.

Kieslers bildhauerische Projekte sind heute kaum bekannt und können in der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau erstmals als wesentlicher Bestandteil seines umfangreichen Schaffens entdeckt werden.

 

Zur Ausstellung erscheint zudem der Katalog „Friedrich Kiesler“.
Friedrich Kiesler | Deutsch, 240 S.,250 Abb. | Prestelverlag | Buchhandelspreis: 39,95 €

Weitere Informationen zur Ausstellung auch unter www.gropiusbau.de

Besuchen sie den Martin-Gropius-Bau auch bei Facebook: www.facebook.com/martingropiusbau

 

Quelle und Bildquelle: Berliner Festspiele | Martin-Gropius-Bau

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