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Moderne Zeiten

5 April 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Moderne Zeiten. Die Sammlung von 1900-1945

Eine Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie Berlin

Die Neue Nationalgalerie in Berlin gilt als eines der bedeutendsten Nachkriegsbauten in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Eingebettet von der Berliner Philharmonie, den Kammermusiksaal und der St. Matthäus Kirche bilden diese Gebäude das qualitätvollere Ensemble im Vergleich zu dem in der unmittelbaren Nähe liegenden Potsdamer Platz.

„Moderne Zeiten“ bildet den Auftakt zu einer zweiteiligen Ausstellungsfolge in der Neuen Nationalgalerie. Der erste Teil „Die Sammlung 1900 bis 1945.“ befasst sich mit der Klassischen Moderne. Der zweite Teil dieser Ausstellung beginnt mit der Sammlung Kunst in der Bundesrepublik Deutschland und DDR.

Zu der aktuellen Ausstellung und der gezeigten Hängung gibt es keine begleitende Publikation, jedoch einen kostenlos angebotenen Audio-Guide. Nicht alle Exponate sind erfasst -lediglich die, die mit einem Kopfhörer versehen sind. Dies ist aber nicht von Nachteil. Die Kommentare sind verständlich, nicht ausartend lange und auch nicht komplex gefasst.

Die Ausstellung beginnt im Untergeschoß und ist nicht chronologisch geordnet. Dies ist auch nicht von Bedeutung, denn die Exponate sind in Themengebiete unterteilt, welche die gesamte Wucht der künstlerischen Strömungen dem Betrachter sehr nahe bringen. Unter den bekannten Künstlern sind auch jene, die nicht den Bekanntheitsgrad eines Beckmann, Dix, Grosz oder Macke haben.

Die Sammlung, welche sich von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik bis zum III. Reich erstreckt, gibt einen sehr guten Eindruck über die Vielfältigkeit und die Kraft der Kunst jener Zeit. Die auf Abstraktion und Figuration reduzierten Inhalte, sind im Ausdruck und Wirkung wohl als einzigartig zu bezeichnen. Zu den Bild- und Skulpturexponaten werden zudem zwei Filme gezeigt. Charlie Chaplins Film „Modern Times“ und, sehr zu empfehlen: „Die Sinfonie der Großstadt“ von Walter Ruttmann aus dem Jahre 1927.

Streift man durch die Themenräume, so ist die Ausstellungsgestaltung gerade zu fühlbar. Der Zeitraum des ersten Weltkrieges, ist in einem Feldgrau gehalten, die Atmosphäre gar erdrückend. Verlässt man diesen Ort und gelangt in den Folgenden, so befreit das Licht, welches durch den Skulpturengarten in das Gebäude dringt, von der soeben gespürten Enge. Eine als Bejahung zum Leben verstandene Reise, weg von Schützengraben und Tod.

Im weiteren Fortgang bietet der Portraitraum ein vielfältiges Repertoire der zum längeren Verweilen einlädt. Ein weiteres Indiz für den schaffenden Willen und Geist der Künstler in einer durch Umbruch geprägten und nach Neuerungen suchend empfundenen Zeit.

Die Ausstellung wurde 12. März 2010 eröffnet und soll bis auf Weiteres laufen. Der zweite Teil der Sammlung soll ab Herbst 2011 beginnen.

http://www.smb.museum/smb/sammlungen/details.php?lang=de&objID=20&n=1&r=13&s=6

http://www.smb.museum/smb/home/index.php?lang=de

(sb)

Bildquelle: Ferdinand Hodler, Der Redner, 1912 Öl auf Leinwand, erworben 1981 durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie, Berlin

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