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SCOTT Rock the Top – Zugspitz Trailrun Challenge 4.0

27 Juli 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

SCOTT Rock the Top  – 22.-23.07.2017 in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol

Nach drei vergeblichen Anläufen hat es endlich mit dem Gipfelsturm geklappt. Insgesamt sorgten 1117 Starter an zwei Tagen für eine starke Resonanz, tolle Wettkämpfe und eine phantastische Atmosphäre rund um den Startort Ehrwald in Tirol.

Bei der 4. SCOTT ROCK THE TOP – Zugspitz Trailrun Challenge hat es nach drei vergeblichen Anläufen endlich mit dem Gipfelsturm geklappt. Der Salzburger David Wallmann triumphierte am Samstag, 22. Juli, beim Marathon mit dem Ziel auf dem 2962 m hohen Zugspitzgipfel. Insgesamt 1117 Starter an zwei Tagen sorgten für eine starke Resonanz, eine phantastische Atmosphäre rund um den Startort Ehrwald in Tirol und auf dem Gipfel der Zugspitze, wo die Fans stundenlang ausharrten und die Athleten und Athletinnen lautstark unterstützten. „Das waren zwei vorbildliche Tage rund um Ehrwald. Und endlich haben wir es geschafft, ohne Risiko auf den Gipfel der Zugspitze zu kommen“, resümierte Thomas Schennach, der Obmann der Tourismusregion Tiroler Zugspitz Arena, absolut zufrieden nach dem Ende der 4. SCOTT ROCK THE TOP – Zugspitz Trailrun Challenge.

„Das war eine gigantische Atmosphäre ganz oben auf dem Gipfel der Zugspitze auf fast 3000 m. Die Anstrengungen haben sich gelohnt“, sagte der 25-jährige Sieger David Wallmann nach 43,5 Kilometer und 3965 Höhenmeter. Bei idealen äußeren Bedingungen erreichte der junge Österreicher das Ziel wenige Meter unterhalb des Gipfelkreuzes nach 5:45.23,4 Stunden mit großem Vorsprung vor Konrad Lex (Rottenbuch, 5:59.36,1 Stunden), dem Sieger von 2014 und 2015. Rang drei erkämpfte sich der Deutsche Trailrun-Meister Markus Mingo (Bad Kötzting, 6:12.28,8 Stunden). Schnellste Frau über die Marathon-Distanz war die Traunsteinerin Waltraud Berger in 7:39.13,1 Stunden.

Der Zugspitz Berglauf über 15,8 Kilometer und 2127 Höhenmeter wurde zu einer klaren Angelegenheit für den Schotten Robbie Simpson, der die Distanz in phantastischen 1:56.57,8 Stunden zurücklegte. Schnellste Frau war hier die Regensburgerin Anika Harrer (2:50.39,3 Stunden). Die sportlich anspruchsvolle Double-Wertung, eine Kombination aus Marathon am Samstag und Halbmarathon am Sonntag, sicherte sich ebenfalls David Wallmann, bei den Frauen ging der Double-Sieg an Waltraud Berger (Traunstein).

Spielt das Wetter mit oder macht es, wie in den Vorjahren, einen Strich durch die Rechnung, als Nebel, Schnee und Gewitter eine Verlegung des Ziels auf die 2600 m hoch gelegene Skistation Sonnalpin erforderlich machten. Doch bei der 4. Auflage der SCOTT ROCK THE TOP – Zugspitz Trailrun Challenge stimmte alles. Zwar regnete es morgens um 5 Uhr am Start in Ehrwald noch leicht und die Temperaturen auf dem Zugspitzgipfel in fast 3000 m Höhe lagen bei vier Grad, gepaart mit einem empfindlich kalten Wind, doch im Lauf des Vormittags wurden die Bedingungen immer besser und das „Ok“ für den Gipfelsturm konnte gegeben werden. Eine Mischung aus Sonnenschein und Nebel sorgte später für eine atemberaubende Atmosphäre auf Deutschlands höchstem Berg. Erst am Nachmittag musste das Ziel wegen aufkommender Gewitterwarnung auf die 400 m tiefer liegende Skistation Sonnalpin vorverlegt werden.

Wenn 16 Renn-Kilometer einen halben Tag in Anspruch nehmen – Stefan Brendel und Marcel Höche – (Team-androgon) stellen sich  auch der Zugspitz Trailrun Challenge

Majestätisch ragt das Wettersteingebirge weit über das Tiroler Dorf Ehrwald, unweit von Garmisch-Partenkirchen, hinaus. Noch deutlich über der Stelle, an der die Seilbahn in den Wolken verschwindet, befindet sich der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze, rund 1900 Meter über dem Dorf.
Gewitter sind für den Nachmittag des 22. Julis hervorgesagt, sodass der Start der Berglauf, einer der 4 Disziplinen des Scott Rock the Top Events, von 9 Uhr auf 7:30 vorverlegt wurde, um es vor dem Wetterumschwung möglichst vielen der rund 400 Startern zu erlauben, den Gipfel zu erreichen, bevor das Rennen auf dem Sonnalpin, deutlich unterhalb des Gipfels abgebrochen werden sollte. Mit am Start auch Stefan Brendel und Marcel Höche.

 Startschuss:
Als pünktlich der Startschuss fällt, sollten die flachen Streckenabschnitte, die die Läufer zu bewältigen hatten, auch schon bald wieder enden und stattdessen so steile Pfade folgen, die selbst ambitionierte Trailläufer wie Marcel Höche (u.a. Achter des 100km Zugspitz Ultra Trails und 3. des 100km Vietnam Mountain Marathons) zum Gehen zwingen sollten.
Fast 2200 Höhenmeter sollte es erst über Wald- und Wiesenwege, anfangs noch mäßig steil, später über alpine, teils sehr technische Trails führen. Marcel startete sehr ambitioniert und konnte sich lange innerhalb der Top 10 halten, wurde allerdings -als es steiler und steiler wurde-, von einigen weiteren Läufern eingeholt.

Extremsportler:
Als es dann jedoch für einen kurzen Abschnitt nicht bergauf ging, konnte der junge Extremsportler wieder einige Plätze gut machen, bevor sich die Läufer auf den letzten 5 Kilometer nun endgültig im alpinen Gelände, über endlose Geröllhalden, steile Steige und schmale Grate immer weiter dem Gipfel entgegenstiegen.
Meist mit Trailrunning-Schuhen bewaffnet, nur in kurzer Hose und Shirt, völlig fokussiert auf sich selbst, geräuschvoll hechelnd und mit gesenktem Oberkörper auf die Trailstöcke gestützt, überholten die Spitzenläufer Bergsteiger nach Bergsteiger, die mit Bergstiefeln, funtkioneller Kleidung und schweren Rucksäcken ausgestattet, den Läufern Respekt zollten, ihnen Platz machten und oftmals auch anfeuerten. Während diese, oftmals den Aufstieg auf zwei Tage verteilten, passierten viele Läufer die Wanderer bereits nach 2 Stunden.

Sieger:
Der Sieger des Extremberglaufes, Robbie Simpson aus UK, erreichte den vielleicht spektakulärsten Zieleinlauf am höchsten Punkt Deutschlands, getragen vom Applaus der Gipfelbesucher, von denen viele ein Erreichen des Gipfels ohne Seilbahn für wahrscheinlich unmöglich hielten, in einer unfassbaren Zeit von unter 2 Stunden. Zweiter wurde mehr als eine Viertelstunde später Moritz auf der Heide. Weitere 23 Minuten später kam Marcel Höche als 17. ins Ziel. Nach 2:50 erreichte auch die ersten Frau das Ziel, gerade eine Minute vor der zweiten Frau.

Marcel Höche war schon 6 mal auf der Zugspitze: Im Winter, im Sommer, im Zuge einer Alpenüberquerung, bei Sonne, bei Schnee, durch das Reintal, das Höllental und über Ehrwald, aber zum einen niemals annähernd so schnell wie an diesem Tag, noch kann kaum ein Aufstieg mit diesem Zieleinlauf mithalten. Nur die recht anspruchsvolle Winterbegehung und das „Erste Mal“ waren ähnlich emotional. Für Stefan war es das erste Mal auf dem Dach Deutschlands und war, vorallem gepaart mit der Stimmung am Ziel, ein absolutes Highlight seines sportlichen Jahres.

Der Wind pfeifte recht ordentlich auf dem Gipfel und kühlte die erschöpften Läufer nach dem Ziel ordentlich aus. Glücklicherweise war unter anderem auch heißer Tee und Suppe bereitgestellt, die genau wie die zuvor abgegebene warme, trockene Kleidung bereits auf die Läufer warteten. So konnten sie den Berg, den sie gerade bewältigt hatten, erst noch genießen, bevor es dann mit der Seilbahn wieder ins Tal zurückging.

Wer nun denkt, dieser Lauf sei eine wahnsinnige Leistung, dem sei gesagt, dass die Marathondistanz, dessen Starter bereits um 5:00 auf die Strecke geschickt wurden, die Zugspitze erst nach 43km und knapp 4.000 Höhenmeter erreichten. Sieger hier war David Wallmann (5:45h) und Waltraud Berger (7:39h).

Pastaparty:
Nach einer Pastaparty am Samstagabend starteten am Sonntag dann noch die Halbmarathonläufer auf eine vergleichsweise flache Strecke mit über 1.000 Höhenmetern (der Zugspitzgipfel war hier also nicht das Ziel). Konrad Lex überquerte nach 1:40 als erster Mann das Ziel. Anika Harrer überbot ihre Leistung vom vorherigen Tag und überquerte das Ziel erneut als erste Frau (2:02h). Sie gewann somit die Damenwerten des Double Wettkampfes (Mix der Halbmarathon- und Marathonwertung). Sieger des Marathons der Männer, David Wallmann, finishte den Halbmarahon ebenfalls stark als 5., was ihn ebenfalls den Double-Wertungssieg einbrachte.

Deutlich flacher, dafür aber auch schneller spielte sich die Kurzdistanz ab, die ebenfalls nicht auf dem Gipfel endete. Sieger der Männer nach 10,3 km und 495 Höhenmeter war Sebastian Hallmann (0:43h) und Elke Klein (0:58h) der Damen.

Zuschauer waren also sowohl mit den unterschiedlichen Starts und den Zieleinläufen, als auch mit einer Expo gut beschäftigt. Am Abend ging es dann zur zweiten Siegerehrung des Wochenendes. Berg- und Trailläufer, egal ob jung oder alt, erfahren oder unerfahren, die bei diesem Event keinen Spaß haben und keinen der 4 Wettkämpfe für sich entdecken können, ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Fazit:
Der Veranstalter bietet von einem ansprechendem Rahmenprogramm, über tolle Streckenführung- und Markierung, bis hin zur Verpflegung alles, was ein Trailrunnerherz höher schlagen lässt! Team-androgon bedankt sich hiermit besonders bei dem Team von Plan B für die herausragende Umsetzung der Veranstaltung und die unkomplizierte und tolle Zusammenarbeit!

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

 

Weitere Informationen:
Homepage des Veranstalters Plan B event company GmbH

 

 

Quelle/Bildquelle:Plan B event company GmbH, Fotocredit Stephan Wieser, Philipp Reiter,
Harald Wisthaler und Klaus Fengler, androgon.com
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