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Urban Trail (ultimate outdoor parkour)

11 August 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

FITNESS, OCR TRAINING, TEAMBUILDING

Trainingsmöglichkeiten für Obstacle Course Racing (OCR)

Die Trainingsmöglichkeiten für Obstacle Course Racing (OCR) sind in Deutschland noch nicht so stark ausgebaut. Im Gegensatz zum europäischen Ausland, vor allem England und den skandinavischen Ländern, gibt es kaum feststehende Hindernisparcours, um die immer spezieller werdenden Hindernisse bei OCR Wettkämpfen zu trainieren. Zu den wenigen Trainingsmöglichkeiten gehört der Urban Trail im Norden Hamburgs.

White Collar Boxing Club

Anfangs war nur der „White Collar Boxing Club“ in der Groß Borsteler Straße ansässig. Doch der Hindernis-Laufsport wurde immer bekannter und faszinierte Inhaber Tim Albrecht so sehr, dass er eine Trainingsmöglichkeit für Läufe, wie „Tough Mudder“ und „Mudmasters“, schaffen wollte. So baute der gelernte Tischler mit einem Kollegen kurzer Hand auf einem alten Fußballplatz einen Hinderniskurs auf. Auf 4000m² sind alle essentiellen Hindernisse zu finden, die auch auf den Strecken der bekannten OCRs zu überwinden sind. Eskaladierwände in verschiedenen Größen, Kriechhindernisse und ein großes Hangelhindernis stellen nur einen Teil der vorhandenen Hindernisse dar. Dazu kommt das klassische Seil zum Hinaufklettern, ein Pegboard, wo man sich mit Hilfe von zwei Stäben an einer glatten Wand mit einigen Löchern hinaufarbeiten muss, eine Slagline und etwa 10kg schwere Ölfässer (mit Wasser gefüllt), um „Carry-Hindernisse“ zu simulieren. Nach unserer Ankunft in dem Boxclub, an den auch ein Salzraum anschließt, in dem man ein hartes Training entspannt ausklingen lassen kann, wurden wir von Tim herzlich begrüßt. Nach einer Streckenbegehung und einer kurzen Sicherheitseinweisung konnten wir auch gleich loslegen. Tim ließ uns völlig frei trainieren, da wir bereits einige Erfahrung im Hindernislauf mitbrachten. Für Einsteiger ist aber auch ein geführtes Training möglich. Mit den Worten Tims „ich stell´ euch dann jetzt noch das Wasser an“ ging es zum Einlaufen auf eine 300 Meter Bahn in der Mitte des Geländes. Durch das Wasser wurden um uns herum schnell die Wassergräben und Matschhindernisse geflutet, sodass wir nach einigen Runden einlaufen auch gleich auf dem Parcours starten konnten. Zum gesamten Areal ist noch zu sagen, dass hier nicht nur die Hindernisse trainiert werden können, sondern auch sehr gut das Laufen auf extrem matschigem und rutschigem Untergrund. Durch viel Regen in den Tagen vor unserem Besuch war die gesamte Strecke aufgeweicht und, um schnell zu Laufen, musste viel Technik umgesetzt werden.

4 Meter hohe Eskaladierwand

Zuerst stand eine komplette Runde über alle Hindernisse auf unserem Plan, um anschließend speziell an problematischen Hindernissen zu trainieren. Der Kurs war wie folgt aufgebaut: gestartet wurde in ein Reifenhindernis, das durch Springen vom linken auf das rechte Bein relativ einfach zu überwinden war, aber die Koordination beanspruchte. Der direkt anschließende Wassergraben durchnässte die Laufklamotten. Eine ca. 4 Meter hohe Eskaladierwand stellte das nächste Problem dar. Kleine Zwischenräume zwischen den einzelnen Brettern gaben eine Kletterhilfe. Kurz darauf ging es in ein langes Kriechhindernis auf steinigem Untergrund. Hier wurde ganz besonders das Schmerzempfinden geschult, denn jeder, der schon einmal durch ein Kriechhindernis aus Kies musste, weiß, wie weh das tut. Eine kleine Eskaladierwand lud zum gekonnten „Drüberflanken“ aus dem Laufen heraus ein, die anschließende etwa 3 Meter hohe Wand jedoch verlangte jedoch schon nach deutlich mehr Technik. Es schloss sich ein gefluteter Bahnteil an. Erfrischt ging es in ein weiteres Kriechindernis. Diesmal unter einer Plane hindurch. Auf der Plane, sowie unter der Plane war es sehr matschig und nass. Spätestens jetzt war es vorbei mit sauberer Trainingskleidung. Mit einem Helm aus Dreck gab es nun zwei Ölkanister in die Hand und ab auf eine kleine Runde Schleppen. Das wärmte gut die Arme für das anschließende Hangelhindernis auf. Das etwa 6 Meter lange Hindernis bestand nicht aus Stangen, sondern aus an Seilen befestigten Ringen. Hier gab es die Wahl zwischen hoch (Sportler über 1,80m) und etwas niedriger hängenden Ringen je nach Größe des Trainierenden. Wer seine Arme noch nicht genug angestrengt hatte, hatte nun die Möglichkeit, sich an Baumstämmen zu verausgaben, die immer der Länge nach eine Bahn hinauf und hinab umgekippt werden mussten. Nun folgte das dritte Kriechhindernis, das im Stil des berühmten „Tough Guy“-Rennens aus England konstruiert war. Durch ein überdachtes  Tunnelsystem, gefüllt mit Wasser, ging es mehrfach vor und zurück – nur die herabhängenden Stromleitungen und die Minusgrade fehlten. Durch ein weiteres Reifenhindernis ging es über einen Hügel zur Slagline. Dieses Hindernis erfordert ein sehr hohes Maß an Gleichgewicht und Koordination. Um den Hindernisläufen möglichst nah zu kommen, verlief die Slagline über ein Wasserbecken. So wurde Versagen mit einem entsprechenden Bad im kalten Wasser geahndet. Anschließend konnte man beim „Tire Flip“ eine lange Distanz meistern und eine Wasserrutsche hinauflaufen oder aber hinunterrutschen. Wer jetzt bereits all seine Kraft in die bisherigen Hindernisse investiert hatte, stand nun vor einem Problem. Es folgte eines der schwierigsten Hindernisse, das Pegboard. Etwa 3 Meter musste sich mit zwei Stäben in der Hand nach oben, dann zur Seite und wieder nach unten gearbeitet werden. Nach dieser Anstrengung glühten die Arme, doch es ging gleich weiter. Nach dem Überklettern einer Holzleiter, folgte eine Wand, an welcher Holzleisten befestigt waren. An diesen musste sich nur mit Hilfe der Arme über eine Strecke von etwa 3 Meter gehangelt werden. Nach dem Pegboard eine große Herausforderung für die Unterarmmuskulatur. Runde 1 geschafft! Die bisher schnellste gemessene Runde wurde bei einem Wettbewerb gemessen und liegt bei ca. 6 Minuten und 30 Sekunden.

Powertraining in die Outdoorduschen

Weitere 1,5 Stunden beschäftigten wir uns nun noch an den einzelnen Hindernissen, um unsere Technik zu verbessern. Anschließend gaben wir noch unser Bestes in dem freien Trainingsbereich. Hier kann man das Seilklettern verbessern und Klimmzüge aller Arten machen. Außerdem stehen Stangen für Dips zur Verfügung sowie ein Seil auf dem Boden, das für eine Vielzahl von Übungen genutzt werden kann. Doch viel konnten wir hier nicht mehr aus uns herausholen und begaben uns so nach insgesamt guten 2 Stunden Powertraining in die Outdoorduschen. Auch diese waren den Duschen, die man meistens bei Läufen vorfindet, nachempfunden und schön kalt, was jedoch nach einem intensiven Training genau das richtige ist. Bei einem leckeren Kaffee im Clubhaus konnten wir dann den Trainingstag ausklingen lassen.

OCR spezifisches Training

Wer im Großraum Hamburg eine Trainingsmöglichkeit für Hindernisläufe sucht, egal ob Anfänger, die für Ihren ersten Lauf trainieren oder Fortgeschrittene, kommen am Urban Trail nicht vorbei! Der Platz bietet alles, was für ein OCR spezifisches Training nötig ist und ermöglicht jedem außerhalb eines Wettkampfes entsprechende Hindernisse zu trainieren, die man in keinem Fitnessstudio und schon gar nicht in einem normalen Garten finden kann. Doch auch für andere Anlässe wird der Parcours gerne genutzt, beispielsweise von Junggesellenabschieden, welche sich dort einen spaßigen Tag machen können. Für uns ist ein Wiederkommen auf jeden Fall Pflicht, schon deshalb, weil wir erst nach dem Duschen von dem Streckenrekord und der kleinen Streckenmeisterschaft erfuhren. Dieser muss natürlich in naher Zukunft vom Team-androgon übernommen werden!

 

Wir sagen Danke an das Team von „Urban Trail“  – es hat super Spaß gemacht! ! 

Weitere Informationen unter: https://www.urbantrail.de/

 

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Bildquelle: androgon.com, Zenaide Grimm

 

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