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DJANGO – Ein Leben für die Musik

19 Oktober 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

DJANGO – Ein Leben für die Musik
Ab 26.10.2017 im Kino

In seinem Regiedebüt porträtiert Étienne Comar einen unkonventionellen Künstler und Freigeist, dessen Leben so improvisiert war wie seine Musik. Vor die Frage gestellt, ob er seine Kunst politisch missbrauchen lässt, muss er eine existentielle Entscheidung treffen. Reda Kateb brilliert in der Rolle des Ausnahme-Künstlers an der Seite von César-Gewinnerin Cécile de France.

Inhalt:
Frankreich, 1943. Der begnadete Jazzgitarrist Django Reinhardt ist auf dem Gipfel seines Erfolges. Abend für Abend spielt er in ausverkauften Sälen und begeistert das Publikum mit seinem Gypsy-Swing, einer Musik voller Lebenslust und Witz, der sich auch die deutschen Besatzer nicht entziehen können. Während andere Sinti in ganz Europa verfolgt werden, kann sich Django aufgrund seiner Popularität in Sicherheit wiegen – bis ihn die Nationalsozialisten auf Tournee nach Deutschland schicken wollen. Django weigert sich. Seine Pariser Geliebte hilft ihm, mit seiner schwangeren Frau und seiner Mutter an der Schweizer Grenze unterzutauchen. Hier trifft er auf Mitglieder seiner weitverzweigten Familie, die ebenfalls auf der Flucht sind. Über den Genfer See will er in die Schweiz gelangen, doch die Nazis sind ihm dicht auf den Fersen.

Szenenbilder:

androgons Rezension:

Der Begründer des europäischen Jazz – Gypsy-Swing
Django Reinhardt lernte früh Violine, Banjo und schließlich Gitarre zu spielen und begann seine Karriere als professioneller Musiker schon als Zwölfjähriger – nach dem Krieg spielt er mit Weltgrößen des Jazz wie Glenn Miller und Duke Ellington.

In seinem Regiedebüt porträtiert Étienne Comar „Django Reinhardt“ als unkonventionellstes Genie des Gitarrenjazz. Comars Film ist keine Biographie im üblichen Sinn, denn dieser beschränkt sich auf den kurzen Zeitraum zwischen dem Jahr 1943 und dem Kriegsende. In dieser Geschichte ist Django Reinhardt zu Beginn die Inkanation eines künstlerischen Tagediebs –  undiszipliniert, unpünktlich und ständig betrunken. Als literarische Vorlage diente Etienne Comar der Roman „Folles de Django“ von Alexis Salatko, der auch das Drehbuch mitverfasste. Es ist allerdings zu vermuten, dass viele Ereignisse und einige Personen im Film auf der Fantasie des Autors beruhen.
Die Darsteller sind weitgehend eher unbekannt. Reda Kateb spielt den großen Musiker durchaus sehr glaubwürdig. Die Musik spielt neben Reda Kateb die eigentliche Hauptrolle. Für den Film wurde Django Reinhardts Musik neu eingespielt – die Stücke in der Regel alle ausgespielt.
Ganz am Ende gibt es ein überragendes Highlight zu sehen und zu hören, denn Django Reinhardt hat im Gedenken an die Sinti-Opfer des Naziregimes ein „Requiem“ geschrieben, von dem nur wenige Takte erhalten geblieben sind. Und das ist eine Musik, die im Nachhinein den ganzen Film zu erklären scheint. Wer dieses sieht und hört, hat das Gefühl, ein besonders bedeutsames Stück Geschichte gesehen zu haben. Leider zeigt der Film nur ansatzweise, was für ein Mensch Django Reinhardt war.
Ein schöner Film und einfach tolle Musik! Wer Jazz mag – ein musikalischer Leckerbissen!

Trailer:

Quelle und Bildquelle: Weltkino

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