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The Race 6

9 Dezember 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Getting Tough – The Race 6

Samstag, 02.12.2017, 07:30 Uhr, Rudolstadt!

Im Radio erklingen die ersten Weihnachtslieder und das Wetter treibt die Menschen in die warmen Wohnzimmer. Weihnachtsstimmung macht sich breit. Doch über 3000 Läuferinnen und Läufer sind an diesem Tag keineswegs in Weihnachtsstimmung, denn vor ihnen liegt eine der größten sportlichen Herausforderungen, der man sich in Europa stellen kann. Die Herausforderung heißt „Getting Tough – The Race“. 24 Kilometer laufen, 1000 Höhenmeter überwinden und 150 Hindernisse durchkriechen, durchschwimmen, überklettern oder überspringen. Das alles bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dazu kommen noch jede Menge Wasserdurchquerungen, die den Körper zusätzlich herunterkühlen. Dieses Rennen ist nicht nur ein normaler Hindernislauf, sondern nennt sich nicht umsonst den härtesten Hindernislauf Europas. Doch was bewegt Menschen dazu, bei einem solchen Lauf mit zu machen? Die Veranstalter Markus Ertelt und Michael Kalinovski geben jedem Teilnehmer die Möglichkeit, aus Ihrer Komfortzone heraus zu kommen und die eigenen Grenzen zu verschieben. Erst so lernen viele Menschen sich selber erst richtig kennen.

 

Startschuss

Um 10:15 Uhr ertönte der Startschuss. Bei „Getting Tough“ handelt es sich um einen Massenstart. Das heißt, dass alle 3000 Läufer gleichzeitig loslaufen. Nach kaum 100 Metern ging es direkt in das erste Kriechhindernis, gefolgt von zwei tiefen Wassergräben mit jeweils einem hohen Erdwall dahinter. Im Gegensatz zum Jahr davor ging es hiernach jedoch nicht auf die lange Laufstrecke, sondern es schloss sich direkt ein Hindernis aus Strohballen und ein weiteres Kriechhindernis an. Nun könnte man meinen, nach diesem Start sei man zumindest gut durchgewärmt, doch das 4 Grad kalte Wasser der Wassergräben fraß sich durch die Kleidung. Der sich nun anschließende, 21 Kilometer lange Laufpart beinhaltete, wie jedes Jahr, nur wenige Hindernisse. Allerdings ging es gleich daran, die 1000 Höhenmeter abzuarbeiten, die zu bewältigen waren. An diesem ersten, kleinen Anstieg ging es allen noch gut und das angegangene Tempo war hoch. Doch schnell fächerte sich das enge Feld auf. Beim „Salomon“ ging es immer wieder die Hänge zweier gegenüberliegender Anstiege hinauf und herunter, anschließend weiter bergab zum Reifentragen. Wieder mehrere Male mit dem Reifen einen Anstieg hinauf und wieder herunter.

Philosophie des Laufes

Bereits hier eröffnet sich vielen die Philosophie des Laufes. Die Hindernisse sind technisch nicht schwer – hart wird es durch die Anzahl und Wiederholungen eines Hindernisses. Nachdem auch dieser Hügel intensiv mit dem Reifen auf der Schulter erkundet wurde, folgte der erste von drei intensiven Anstiegen. Aus einem kleinen Dorf führte die Strecke in den Wald. Hier ging es nun grade nach oben, so lange bis die Waden brannten und dann noch einmal so weit. Weiter ging es über schmale Waldtrails, lange Downhillparts hinunter und erneut nicht enden wollende Anstiege hinauf. Das Ganze unterbrochen von einigen Wänden und Zäunen. Schlappe 20 Kilometer später kam der Startbereich wieder in Sicht.

Jetzt wurde es spannend. Die Beine waren bereits müde und erste Anzeichen von Krämpfen machten sich breit. Als erstes ging es wieder durch die Hindernisse auf der Startwiese. Kriechen, Strohhindernis und dann in die Wassergräben. Diese mussten jetzt jedoch der Länge nach durchquert werden. Etwa 1,50 m brusttiefes, 3 Grad kaltes Wasser ließ jegliches Gefühl aus den Beinen verschwinden. Bei diesen Wassertemperaturen reichen bereits 5 Minuten im Wasser aus um die Körpertemperatur in einen kritischen Bereich fallen zu lassen. Somit war eine gewisse Eile an dieser Stelle allemal angebracht. Die Aufmerksamkeit der Rettungsschwimmer am Rand beruhigte dabei ein wenig. Aus dem Wasser heraus ging es gleich weiter ins nächste Kriechhindernis, anschließend auf eine alte NVA Sturmbahn. Durch das kalte Wasser hauten nun die ersten Krämpfe in die Beine. Nicht grade hilfreich, um die Sturmbahn zu durchlaufen. Auch hier wieder kleine Wassergräben, dazu Eskaladierwände und Kriechhindernisse.

6 Holzstämme

Nach einer kleinen Runde mit einem Sandsack auf den Schultern und einer kurzen Laufpassage ohne Wassergräben wurde es fast schon wieder warm. Höchste Zeit für das zu Recht gefürchteste Hindernis des „Getting Tough“ – das Freibad. 6 Holzstämme schwammen auf den etwa 10 Metern, die es zu schaffen galt. Das erste und einzige Mal müssen die Läufer hier den Kopf unter Wasser tauchen. Der Effekt des eiskalten Wassers in Nase und Ohren sind höllische Kopfschmerzen und Atemnot. Das ganze 6 mal. An dieser Stelle geben die meisten Läufer auf. Eigentlich bitter, denn von 24 Kilometern sind bereits fast 21 geschafft, jedoch folgen noch unendlich viele Hindernisse. Nach dem Wasser folgt der „Walk of fame“. Hier sind auf dem Eventgelände so gut wie alle Hindernisse in Schlaufen, direkt hintereinander angeordnet. Eröffnet wird das Ganze durch den „Wasserfall“. Eine schräge Holzwand mit Seilen zum hinauf klettern. Dabei pumpen die leistungsstarken Pumpen des THW unaufhörlich hunderte Liter Wasser in die Gesichter der Athleten. Jeder ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits am Ende seiner Kräfte. Ab diesem Punkt beginnt jeder Läufer seine Grenzen mit jedem Hindernis etwas weiter nach oben zu verschieben. Weniger die körperliche als vielmehr mentale Stärke wird hier abverlangt, denn der Parkour nimmt kein Ende. Immer wieder kommt man dem Ziel auf wenige Meter nahe, dann führt die Strecke wieder in die andere Richtung. Die Hindernisse sind selten in einfacher Ausführung vorhanden. Nicht eine Wand muss überklettert werden, sondern 4 oder 5. Nicht eine Reifenwand, sondern mehrere. Kriechhindernisse sind auf hartem Kies gelegen und dazwischen noch technisch schwierige Hangelhindernisse und eine Quaterpipe, die nur noch die wenigsten bezwingen können. Wird ein Hindernis nicht geschafft, gibt es Strafrunden. Doch immer ist das Ziel in Sichtweite und man hört, wie schnellere Läufer bereits im Ziel empfangen werden. Dazu treiben die Rufe der Zuschauer an. Und irgendwann steht man dann oben auf einem 15 Meter hohen Gerüst und sieht die letzten 100 Meter vor einem liegen. Über Panzer und Container mit Netzen überspannt, über Betonbarrikaden und durch ein letztes Kriechhindernis, dann ist das Unmögliche geschafft.

Härtester Hindernislauf Europas

Die Ziellinie liegt direkt hinter einem Kriechhindernis, sodass jeder Teilnehmer ins Ziel kriecht. Ein sehr passendes Ende für einen der oder vielleicht den härtesten Hindernislauf Europas. Die Veranstalter begrüßen jeden der Läufer mit Handschlag, den jeder ,der es hier ins Ziel schafft, ist wirklich tough!

Auch in der 6. Auflage des „Getting Tough“ hat das Team um Markus Ertelt und Michael Kalinowski es wieder einmal geschafft, noch eine Schippe drauf zu legen. Jeder, der einmal wissen will, wo seine Grenzen sind, dem Büroalltag entfliehen möchte oder einfach eine besondere Herausforderung sucht ist bei diesem Lauf genau richtig. Allerdings ist ein spezifisches, intensives Training nicht nur zu empfehlen sondern absolut essentiell.

Das Event war wie immer ein Wettkampf der Superlativejeder wurde wieder an seine Grenzen gebracht. Den Titel „härtester Lauf Europas“ hat „Getting Tough“ in seiner Kategorie der ORC definitiv wieder verdient.

Hiermit möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei Markus Ertelt“ und den Jungs von Getting Tough e.v für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit bedanken. Wir wünschen allen nicht nur ein Frohes Weihnachtsfest und ein Gutes neues Jahr 2018, sondern auch weiter viel Erfolg bei der nächsten Ausgabe von „Getting Tough – The Race“ im nächsten Jahr!

Weitere Informationen unter: The Race

(sm)

 

 

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Quelle/Bildquelle: androgon.com

 

 

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