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Du trägst die Verantwortung

23 Juli 2014 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Die Verantwortung liegt einzig und allein bei Dir!

Niemand kann Dir helfen.
Niemand wird Dir helfen.
Niemand interessiert sich wirklich für Dich.
In Bezug auf die eigene Entwicklung gibt es nur eine wirklich gewichtige
 
Frage: Wer übernimmt die Verantwortung?

Diese Entscheidung, ob man sich als Spielball von Zufall und Notwendigkeit oder als Herrscher des eigenen Lebens betrachtet, beantwortet die Grundfrage der menschlichen Entwicklung.
Alles weitere – mit welchen Schwerpunkten man sich weiterentwickeln möchte, welche Vorgehensweise man dabei wählt und welche Unterstützungen und Zusatzmittel man dafür verwendet – kommt erst viel später. Das sind alles nur Spielereien.
Man kann die Verantwortung für die eigene Entwicklung übernehmen oder man kann sie von sich weisen und auf all diejenigen schieben, die es besser wissen (sollten).
Doch geht es hier überhaupt um Wissen?

Die Wissenschaft allein kann Dir nicht helfen
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Wissenschaft die Lösung auf all unsere Probleme und Schwächen liefern wird. Wir warten auf das Trainings- oder Ernährungssystem schlechthin, welches uns ungeahnte Fortschritte in Leistung, Wachstum und Fettreduktion liefern wird.
Wir schieben die Verantwortung von uns und hoffen auf den wissenschaftlichen Fortschritt. Bis dahin trainieren wir fleißig mit den Systemen, die wir derzeit schon kennen, die uns aber irgendwie nicht weiterbringen. Wie denn auch? Wir wissen immer noch nicht im Detail, wie Hypertrophie nun wirklich ausgelöst wird oder wie man maximale Leistungssteigerung erreicht.
Oder doch? Wissenschaftler sind der Antwort auf den Fersen wie Achillessehnen. Doch lässt sich die Komplexität körperlicher Entwicklung wirklich auf rein anatomische Vorgänge reduzieren? Geht die rein analytische Kenntnis körperlicher Details bis hinein in mikrobiologische Spitzfindigkeiten nicht am Ziel vorbei? Bedarf es nicht bedeutend mehr, als nur das perfekte Trainingssystem, um wirklich erfolgreich zu sein?
Ein Mensch, der alles über den Körper weiß, kann immer noch ein absoluter Schwächling sein. Viele profilieren sich über ihr Wissen von anatomischen Genauigkeiten, Stoffwechselpenibilitäten und Faserwelten, aber sind ihre körperlichen Erfolge genau so groß, wie ihr Wissen?

In vielen Fällen ist Wissen nichts weiter als die Illusion, wir würden Entwicklungen allein dadurch beherrschen, dass wir sie uns erklären könnten.

Es kommt jedoch nicht darauf an, was man zu wissen glaubt. Es kommt darauf an, was man daraus macht. Erfolg ist keine Frage der Theorie, sondern eine des pragmatischen Vorgehens. Theoretiker reden, Pragmatiker wachsen – so einfach ist das.

Körperliche Entwicklung gleich welcher Art ist keine Wissenschaft. Es ist eine praktische Lebenseinstellung, eine pragmatische Philosophie.

Dabei geht es jedoch keineswegs nur um das Training.

Das Training allein kann Dir nicht helfen
Nur ein Bruchteil unseres Tages ist dem Training gewidmet. Die Ansicht, dass wenn man hier alles richtig macht, auch alles Notwendige getan ist, um mit positiver Entwicklung belohnt zu werden, ist weit verbreitet.
Früher oder später erkennen jedoch fast alle, die nicht von der genetischen Glücksfee geküsst wurden, dass Training bei weitem nicht alles ist. Es steht zwar von seiner Bedeutung für die körperliche Entwicklung ganz weit oben, aber Training allein kann Dir nicht helfen.
Training ist sowieso ein sehr weites Feld. Ein Feld auf dem sich immer wieder viele verlaufen, stecken bleiben oder im Kreis gehen. Viele reden sich dabei ein, dass sie hier nur durch ein bestimmtes Trainingssystem vorankommen würden.
Die Wahrheit ist jedoch, dass viele Wege nach ROM führen. Das Training mit einem herausfordernden Widerstand über den vollen Bewegungsumfang aller beteiligten Gelenke im Rahmen der jeweils korrekten Übungsausführung kann auf viele verschiedene Weisen betrieben werden. Es kommt jedoch nicht wirklich auf diese bestimmte Art und Weise an, sondern einzig und allein auf das Setzen eines Wachstumsreizes.
Verschiedene Trainingssysteme sind hauptsächlich nicht dazu da, um bessere Wachstumsreize auszulösen, sondern dazu, um dem Menschen vorzugaukeln, er hätte die Wahl und Aufgabe, aus all den falschen Systemen, den heiligen Gral, das System schlechthin, herauszufinden.
Der Widerstreit der Systeme ist eine Beschäftigungstherapie für all die unschlüssigen Athleten, die dazu neigen, ihre mangelhafte Entwicklung darin begründet zu sehen, dass sie nach einem schlechten System trainiert hätten – mal wieder. Sie schieben die Verantwortung von sich.

Ein System ist nun einmal immer nur so gut, wie derjenige, der es ausführt.

Für die Ernährung gilt genau das Gleiche.

Die Ernährung allein kann Dir nicht helfen
Eine gute Ernährung macht 70 % aus, verriet mir vor einigen Jahren ein Typ im naheliegenden Studio, der sein Einkommen durch den ‚Supplement’verkauf aus seinem Kofferraum zu bestreiten schien. Wenn man das Richtige essen und die richtigen ‚Supps‘ nehmen würde, dann müsste man kaum noch trainieren und würde dennoch wachsen wie ein Profi.
Ich bin sicher, er wollte nur mein Bestes – nämlich mein Geld. Ein ‚Kollege‘ von ihm würde auch eine Art ‚Metabolic Balance‘-Tests anbieten und das nur für ein paar Hunderter. Dann würde man eine Liste mit all den Lebensmitteln erhalten, die man je nach individuellem Ziel konsumieren oder meiden sollte und der Erfolg würde sich dann von ganz alleine einstellen – quasi als Folge der richtigen Ernährung. Mehr Makrele für mehr Bizeps und weniger Curry für weniger Körperfett.
Mag die richtige Ernährung durchaus eine bedeutende Komponente im Kampf für mehr Muskelmasse und weniger Körperfett sein, so kann sie allein dennoch keine Wunder vollbringen. Um dies zu verstehen, musste ich nur einen einzigen Blick auf die körperliche Entwicklung meines Parkplatzfreundes werfen, bei dem Proteinshakes das einzige waren, was er regelmäßig im Studio gehoben hat.
Aber mal Klartext: Eine gesunde, leistungsoptimierte und naturbelassene Ernährung sollte eigentlich selbstverständlich sein. Wer nicht bereit ist, hier das umzusetzen, was eigentlich bereits jedes Schulkind weiß, der braucht sich gar nicht erst über mangelnde Entwicklung zu beklagen. Er verdient es nämlich nicht, ernst genommen zu werden – schließlich scheint er seine Zielsetzung selbst nicht sehr ernst zu nehmen.

Ernährung ist nicht zu vernachlässigen, sollte aber auch nicht überschätzt werden. Ein entsprechendes Ernährungsbewusstsein sollte eigentlich selbstverständlich sein, es ist aber noch lange kein Garant für eine zielgerichtete körperliche Entwicklung. Für Supps gilt das noch weniger, die sind es nicht einmal wert, ein eigenes Kapitel über sie zu schreiben.

Dann bleiben ja nur die Verantwortlichen, oder?

Die Anderen können Dir auch nicht helfen
All die Trainer, Lehrer, Autoren und Profi-Athleten können Dir aufzeigen, welchen Weg, sie gegangen sind, bzw. welchen Weg sie Dir empfehlen würden. Sie können ihn Dir zeigen, aber gehen musst Du ihn alleine.
Oft werden solche Autoritäten daran gemessen, wie viele Lizenzen, Abschlüsse und Zeugnisse sie an der Wand haben. Bei einem guten Trainer oder Vorbild kommt es jedoch überhaupt nicht auf das entsprechende Grundwissen an. Das ist selbstverständlich und das kann man in jedem guten Lehrbuch nachschlagen oder selbst lernen. Es kommt vielmehr darauf an, dass er das Feuer in seinem Schützling zu wecken vermag.
In jedem von uns glüht ein Funke, der das Potenzial in sich trägt, zu einem wahren Flächenbrand auszuarten, der einem das gesamte Leben, seinen Wert, seine Chancen und seinen Nutzen vor Augen zu führen vermag.

Wer erst einmal wirklich für sich selbst ein Ziel gefunden hat, hinter dem er zu 100 % stehen kann, der ist Feuer und Flamme und den kann nichts mehr aufhalten.

Einem guten Trainer sollte es darum gehen, dieses Feuer zu entfachen. Die trostlose Realität zeichnet jedoch oftmals ein anderes Bild. Viele Trainer sind Trainer, weil sie damit Geld verdienen wollen und nicht, weil sie das Training lieben. Das sieht man sofort. Wissen mag vorhanden sein, aber an der Persönlichkeit, am Elan und an der Vorbildlichkeit, also an der Einstellung insgesamt hapert es oftmals.

Eine teure Lizenz macht nun einmal noch lange keinen guten Trainer aus, ebenso wenig wie das damit verbundene Wissen über Training, Ernährung und Regeneration ausreicht, um wirklich erfolgreich in Bezug auf die eigene körperliche Entwicklung zu sein.

Selbst ein wirklich guter Trainer kann Dich immer nur weiter motivieren, aber die Verantwortung liegt dennoch nicht bei ihm. Du allein musst die Konsequenzen in Form Deiner körperlichen Entwicklung tragen.

Du allein trägst die Verantwortung
Sind wir doch einmal ehrlich, wir könnten mehr aus uns herausholen – viel mehr. Unser Hauptproblem liegt jedoch vor allem darin, dass wir beständig versuchen, Verantwortung von uns wegzuschieben: auf schlechte Trainingssysteme, Ernährungsprogramme, Studioeinrichtungen, Trainer, Wissenschaftler… mal abgesehen von der absolut miesen Genetik, die wir alle haben.
Gelinde gesagt ist dies jedoch alles Blödsinn. Wir beschäftigen uns andauern mit so viel Kleinkram, dass wir es einfach nur nicht schaffen, uns den wirklich wichtigen Dingen zuzuwenden.
Training und Ernährung sind wichtig, keine Frage. Aber hier haben wir es keineswegs mit Geheimwissenschaften zu tun. Jeder, der ein bisschen Ahnung hat, mit offenen Augen durch die Trainingswelt geht und vernünftige Schlüsse zu treffen vermag. Wird sich hier zurecht finden. Das Setzen von Wachstumsreizen und die Versorgung des Körpers mit den dafür notwendigen Nährstoffen ist in unserer Wohlstandsgesellschaft, in der an jeder Ecke ein Supermarkt und in jedem Viertel ein Studio steht, absolut kein Problem.
Wahrscheinlich haben wir einfach nur zu viel, zu viele Gedanken, zu viele verschiedene Nahrungs- und Genussmittel, Übungsmaschinen, Ablenkungen usw. usf. Wir sind übersättigt an den künstlich geschaffenen Möglichkeiten unseres Daseins. Sie wurden geschaffen, um uns das Leben erträglich zu machen und mit offenen Armen haben wir sie aufgenommen, doch nun belastet uns das, was uns das Leben eigentlich erleichtern sollte. Wir müssen all diesen unnötigen Ballast abwerfen und uns auf die wirklichen wichtigen Aspekte der körperlichen Entwicklung konzentrieren. Wir müssen lernen, die Verantwortung für diese einzig und allein bei uns zu sehen.
Der Erfolg hängt nicht von diesem oder jenem System oder Nahrungsmittel ab, sondern einzig und allein von uns selbst. Es ist unser Wille, unsere mentale Einstellung, die entscheidet, was wir aus unserem Potenzial machen werden.

Dabei geht es um ein pragmatisches Verständnis der Zusammenhänge, um Beharrlichkeit, um Progressivität, um Konzentration, um Lernfähigkeit, um Aggressivität, um das richtige Ernährungsbewusstsein, um Nachhaltigkeit, um Wissbegierde und um Charakterstärke. Erst diese zehn Aspekte menschlicher Leistungsbereitschaft sind die Grundlage für eine umfassende körperliche Entwicklung, wie wir sie uns wirklich wünschen.

Diese Aspekte sind allesamt Aspekte des Willens. Wer sie in seinem Leben vermissen lässt, der würde auch im besten Studio mit dem besten Trainingssystem unter Anleitung der besten Trainer niemals das aus sich herausholen können, was wirklich in ihm steckt.

Nur ein starker Geist, wird sich auch einen starken Körper erarbeiten können.

Die Verantwortung liegt somit einzig und allein bei Dir. Sei Dir dessen immer bewusst. Denke immer daran, wenn Du in den Spiegel siehst:

Deine Entwicklung liegt in Deiner Verantwortung!

(cz)

Weitere Informationen unter:  http://www.derwillezurkraft.de/

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/bespam/2720675561/sizes/z/in/photostream//Igor Bespamyatnov

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