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Projekt 5

19 Mai 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Projekt 5 und die Kraft der Hoffnung

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten als das Projekt 18 medial aufwendig postuliert wurde? Ganz ernst wurde der gelbe Giftzwerg seiner Zeit nicht genommen, doch die Hartnäckigkeit trug dennoch Früchte, auch wenn hier und da einer der Parteikameraden auf der Strecke blieb oder vom Himmel fiel.

Wir erinnern uns noch an die Bundestagswahl. Selten ist eine Regierung mit so viel Zuspruch, gar Hoffnung in die Legislaturperiode gestartet. Mehr ging fast nicht. Heute schämt man sich, einer Partei seine Zweitstimme gegeben zu haben, die vieles besser machen wollte. Leistungsorientiert, liberal, weniger Staat. Dr. Westerwelle, der so viel Gutes versprochen hatte, ist nun Außenminister. Das Ziel ist erreicht. Die Noten für die Kür, denn die Pflicht hat er abgelegt, sehen eher bescheiden aus. Mit von Ribbentrop verglichen zu werden darf man als nicht als Lob verstehen. Aber egal, die Weltbühne ist spannender als über Transferleistungs-Empfänger zu debattieren.

Wir erinnern uns. Es hat sich vieles geändert. Nicht die eigentlichen Ziele hat man umgesetzt, eher personell hat man sich deutlich innovativfreudiger gezeigt. Das macht insofern mehr Spaß, weil man als Parlamentarier scheinbar so vieles mehr kann. Der Guido hat den Vorsitz nun abgegeben, weil nun Kosmopolit. Der Greis Brüderle, weil Schwabe und automatisch schuldhaft für den Ausgang der Wahl in Baden Württemberg hat den Fraktionsvorsitz inne. Die neue Wunderwaffe Philipp ist Rösler nun Wirtschaftsminister. Sowas hat er auch schon in Niedersachsen gemacht. Aber war es nicht das Ziel kompetente Leute in das Fach zu bekommen? Philipp Rösler ist doch Arzt. Geradezu ideal für den Job als Gesundheitsminister. Aber vielleicht übersah man das Detail, das ein Mediziner, der bei der Bundeswehr tätig war ganz anders zu operieren hat als ein Mediziner in der freien Wirtschaft? Der Zwang alle Kosten zu prüfen und abzuwägen gibt es in der freien Heilfürsorge nicht. Aber egal, nun geht man ins Wirtschaftsministerium. Da ist das Leben ein wenig angenehmer und in Zeiten der wirtschaftlichen guten Lage auch ruhiger.

In Bremen wird sich wohl all das wiederholen, was wir schon in den vorigen Landtagswahlen erlebt haben. Die FDP wird schrumpfen und belanglos werden. Das Schöne daran, es wird viele nicht mehr interessieren. So schnell kann das gehen. Auch von Ribbentrop hat auch keiner mehr geredet, zumindest seit 66 Jahren.

(sb)

Bildquelle: Freie Demokratische Partei

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