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OCR Series – Strong Viking Amsterdam

27 Mai 2018 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

OCR Series Amsterdam 2018 – Qualifikation

Am Sonntag, den 20.05.2018, ging es für das Team androgon nach Spaarnwoude bei Amsterdam zum siebten Lauf der OCR – Series von Strong Viking. Bei der OCR – Series handelt es sich um eine Serie von 8 kompetitiven Wettkämpfen. Die Athleten, welche in mehreren oder allen Läufen starten, sind Teil einer Serienwertung. Im Gegensatz zu anderen Läufen, gilt die OCR – Series nicht mehr als reiner Spaßlauf. Hier geht es um die Zeit und die Platzierung, dementsprechend sind die Läufe aufgebaut.

Nach der langen Anfahrt am Vortag kam uns der etwas spätere Start um 10.00 Uhr sehr gelegen. Wie bei der OCR – Series üblich war im Vorfeld wenig über den Lauf bekannt außer das die Beast – Distanz von mindestens 19 Kilometern überwunden werden musste und es sich um eine „Hills Edition“ handelte. Eine „Hills Edition“ in den Niederlanden? Wir waren gespannt!

Pünktlich um kurz vor 10 Uhr ging es nach kurzem Einlaufen in den Startbereich. In einer kurzen Einweisung wurde die genaue Distanz von 20,5 Kilometern und die Cuttoff Zeit von 3 Stunden (für die Männer, 3 Stunden 30 Minuten für Frauen) bekannt gegeben. Das Startprozedere unterscheidet sich stark von anderen Wettkämpfen, hat aber den positiven Effekt, dass das Starterfeld stark auseinander gezogen wird und so kaum Wartezeiten an Hindernissen entstehen. Die Top 100 der Serienwertung starten vor einer großen Eskaladierwand, der Rest muss diese erst überwinden. Die Zeitnahme startet jedoch für alle Athleten an derselben Stelle.

Start
Startschuss – die Top 100 stürmten los während sich die anderen Läufer in einem nicht aufhörenden Strom über die Mauer stürzten. Der Start war sehr schnell und so flogen die ersten Meter nur so vorbei. Der Geschwindigkeitsrausch stoppte abrupt etwa 500 nach dem Start. Es ging gleich zwei Mal eine mit großen Steinen befestigte Böschung hinauf und hinunter. Von wegen in den Niederlanden gibt es keine Höhenmeter! Direkt im Anschluss folgte der „Rope climb“, der erst einmal kein Problem darstellte.

Jetzt startete das Rennen erst wirklich, denn es ging in den ersten, sehr läuferischen Teil des Rennens. Relativ flach mit wechselnden Untergründen und keinen allzu technischen Hindernissen. Allerdings auf keinen Fall hindernisfrei! Eines der ersten Hindernisse war der „Throw the Hammer“, bei dem ein Holzhammer auf ein Schild geworfen wird. Wer nicht trifft muss eine extra Laufrunde drehen und verliert so viel Zeit. Technisch wurde es einige Kilometer weiter. Hier wartete eine „Snake“ auf die Teilnehmer. Angeordnet wie bei einem Korkenzieher sind Griffe an einer Metallstange befestigt. Mit jedem Griff dreht sich die Metallstange etwas weiter. Die „Snake“ ging direkt in einige „Monkeybars“ über. Von dort aus ging es weiter über ausgedehnte Wiesen und durch kleine Wäldchen bis auf einmal diverse Matschgräben auftauchten. Nachdem diese überwunden waren, sahen alle Läufer gleich aus. Die glitschige Matschschicht machte bereits bei der folgenden Flussquerung erste Probleme. Das etwa 30 Meter lange Seil, das über den Fluss gespannt war, war von den vorherigen Läufern bereits voller Schlamm, nass und hatte nur noch wenig Griff. Durch die Bewegungen anderer Läufer schwang das Seil zusätzlich hoch und runter. Trotzdem schafften die meisten dieses Hindernis ohne größere Probleme, was bestätigte wie stark das Starterfeld der OCR – Series ist. Ebenfalls wegen des Matsches wurde ein weiteres, eigentlich recht einfaches Hindernis zu einer großen Challenge.

Eskaladierwand
Ein schräg gestellter Baumstamm führte auf eine Eskaladierwand. Um das Hindernis zu überwinden musste man mit Hilfe eines Seiles den Stamm hinauf kriechen. Dieser war jedoch so glatt, dass dies kaum möglich war. Auch das Seil bot keinen Halt. Nur mit großer Kraftanstrengung, einer sauberen Technik und sehr vorsichtig ging es über das Hindernis. Nach einer Weile führte die Strecke wieder zurück in den Start-/Zielbereich, wo ein weiteres großes Hindernis wartete. „Storm the Castle“, die Quaterpipe, welche mittlerweile bei keinem Hindernislauf mehr fehlen darf. Selbst hier waren die Teilnehmer von den Matschlöchern noch so schmierig, dass die Quaterpipe ebenfalls für viele einen zweiten oder dritten Anlauf bedeutete. Was kurz danach auf die Teilnehmer wartete, war jedoch alles andere als normal. Die örtliche Skihalle hatte ihre Tore für die Teilnehmer geöffnet und der Veranstalter ließ sie den Berg in der Skihalle hinauf laufen. Für Körper und Geist eine extrem ungewohnte Situation. Von etwa 26 Grad Außentemperatur ging es in die unter 0 Grad kalte Halle und in den Schnee. Eine enorme Belastung für das Kreislaufsystem doch ein riesen Spaß! Vor der Halle, die Hände wurden grade wieder warm, stand ein Hangelhindernis. Hängende Stofftücher mussten reichen, um die andere Seite des Hindernisses zu erreichen. Im Anschluss gab es wieder einige Höhenmeter für die Beine, als es einen Hang querfeldein mehrfach hinauf ging. Auf den folgenden Kilometern ging es wieder vermehrt um die Laufleistung der Athleten.

 

Krabbelhindernisse und Röhren

Krabbelhindernisse und Röhren stoppten immer wieder den Laufrhythmus. Schon von Weitem war jedoch der „Fjord Drop“ zu sehen, das nächste große Hindernis. Hierbei handelte es sich um eine etwa 15 Meter hohe Rutsche mit einer nicht unbeachtlichen Rampe am Ende. Dem Namen alle Ehre machend flogen die Teilnehmer hier etwa 10 Meter weit in ein Wasserbecken. Mit ordentlich durchgespülter Nase führte die Strecke weiter um eine große Wiese. Hier warteten mehrere Hindernisse wie Schlittenziehen oder ein Wasserbecken, das mit einem Bauzaun abgedeckt war. Nach dieser Runde trafen die Läufer in der Nähe des Eventgeländes wieder auf zwei sehr technische Hindernisse, die „Hanging Castle Walls“ und der von Strong Viking etwas abgewandelte „Weaver“. Bei den “ Hanging Castle Walls“ handelt es sich um hängende und bewegliche Holzplatten, an denen Klettergriffe befestigt waren. Ein Hindernis, bei dem neben Griffkraft auch Koordination und Technik eine große Rolle spielten. Der „Weaver“ ist ebenfalls nur mit guter Technik zu überwinden. Die Läufer müssen sich immer im Wechsel über und unter horizontal angeordneten Holzstämmen durchschlängeln. Bei Strong Viking ist in der Mitte noch ein Netz, das es zu unterklettern gilt. Nun ging es in den letzten Teil der insgesamt 20,5 Kilometer. Da im ersten Teil noch alles einigermaßen flach war, musste es nun noch einmal ordentlich bergauf gehen, um dem Namen „Hills Edition“ gerecht zu werden. Genau so kam es auch.

Sandbagcarry
Wenige Hindernisse jedoch diverse größere und kleinere Anstiege schmückten den Kurs. Unter anderem kostete ein langer Sandbagcarry namens  „Thors Odyssey“ kurz vor dem Ende noch einmal viel Kraft. Gleich zwei Mal ging es einen langen Berg mit dem Sandsack auf den Schultern hinauf. Bei vielen stellten sich hier Krämpfe ein. Das mache es schwierig, die letzten drei, sehr technischen Hindernisse vor dem Ziel zu bewältigen. Hier wartete ein „Low Rig“, ein „Pegboard“ sowie die „Flying Monkeybars“ bevor es die „Walhalla Steps“ hinauf ins Ziel ging. Das „Low Rig“ kennt jeder begeisterte Hindernisläufer. Nur etwa einen Meter über dem Boden hängen verschiedenste Griffmöglichkeiten wie Stäbe, Kugeln, drehende Räder oder Ringe von einem Gerüst herab. Zur Überwindung können Arme und Beine eingesetzt werden. Der Boden darf mit keinem Körperteil berührt werden. Krämpfe in den Beinen sind hier also äußerst unvorteilhaft und somit war die Panelty-Area gut gefüllt. Im Anschluss folgte das „Pegboard“, wo Metallstäbe immer in das nächste Loch eines Balkens gesteckt werden mussten, um voran zu kommen. Die „Flying Monkeybars“ sind den normalen Monkeybars ähnlich, jedoch weit auseinander. Somit muss mit viel Schwung von Stange zu Stange gehächtet werden. Mit 20 Kilometern in den Beinen nicht ganz ohne! Das Ziel lag auf einem Plateau, das über etwa 1,5 Meter hohe Stufen erklommen werden musste, die „Walhalla Steps“.

 

Die OCR – Series von Strong Viking gehört definitiv zu den besten und anspruchsvollsten Wettkämpfen, denen man sich in Europa stellen kann. Die Hindernisse setzen ein besonderes Maß an Kraft, Technik und Koordination voraus und sind für den Untrainierten ohne Hilfe oft nur schwer zu überwinden. Für ambitionierte Hindernisläufer stellt der Veranstalter jedoch einen optimalen Kurs, um sich zu messen. Demensprechend stark ist das Starterfeld aufgebaut. Auch auf Spielereien wie ein übertriebenes Aufwärmprogramm, umfangreiches Anheizen vor dem Start oder Schaumbäder wird bewusst verzichtet.

 

Wer bei der OCR – Series an den Start geht, hat ein klares Ziel vor Augen. Nicht umsonst handelt es sich um einen Qualifikationslauf für die Welt- und Europameisterschaften! Nichts desto trotz macht der Lauf einen riesen Spaß.    

Hiermit möchten wir uns auch noch einmal ganz herzlich bei Herrn Jan Ruch für die fruchtbare Zusammenarbeit bedanken und wünschen dem Strong Viking Team weiter viel Erfolg bei den nächsten STRONG VIKING OBSTACLE RUN  Ausgaben!

Ein toller Lauf, Team-androgon wird in Zukunft auf jeden Fall wieder dabei sein!

Weitere Informationen unter: http://strongviking.com/

(sm)

STRONG VIKING OBSTACLE RUN MUD EDITION

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Quelle/Bildquelle: androgon.com

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