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Strong Viking Wächtersbach 2018

13 Juni 2018 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Strong Viking – Water Edition

Am Samstag, den 09.06.2018, verschlug es das Team-androgon nach Wächtersbach bei Frankfurt. Der Grund hierfür war der Strong Viking Run, der vor Ort seine „Water Edition“ veranstaltete.

Der Laufevent in Wächtersbach ist eines der größten von dem Veranstalter Strong Viking in Deutschland. Drei verschiedene Strecken, „Lightning 7km“, „Warrior 13km“ und „Beast 19km“, können bestritten werden. Für hartgesottene OCR – Fans gibt es auch noch die Möglichkeit, alle Strecken zu laufen und sich so über 42km die „Iron Viking“ Medaille zu erkämpfen.

Bereits zwei Wochen vorher war das Team um den Veranstaltungsleiter Jan Ruch mit dem Aufbau der insgesamt 45 Hindernisse beschäftigt. Gräben wurden ausgehoben und die Gerüste der Hindernisse errichtet. „14 Lastenzüge sind es, die von Ort zu Ort fahren und das Material anliefern“, so Jan Ruch. Weitere 6 Allradfahrzeuge und 3 Stapler braucht es, um alle Hindernisse an Ort und Stelle zu errichten.

Sehr viel Aufwand! Doch spiegelt sich dieser auch im Lauferlebnis wieder?

Um kurz vor 10 ging es in den Startbereich. Zweite Startwelle des Tages nach den „Iron Viking“ Läufern. Die Sonne knallte gnadenlos bei etwa 30 Grad herab und so liefen allen Teilnehmern bereits vor dem Start der Schweiß herab. Wie üblich bei den Strong Viking Läufen, musste bereits, um auf die Strecke zu kommen, das erste Hindernis überwunden werden. Die „Walhalla Walls“, etwa 3 Meter hohe Eskaladierwände bildeten die Startlinie. Hinter dieser ging es für mich auf die mindestens 19 Kilometer lange Strecke. Kurz nach dem Start folgten die „Dragon Ropes“, ein klassischer Ropeclimb. Anschließend ging es in den Wald. Als nächstes wurde die Geschicklichkeit der Läufer geprüft. Bei dem Hindernis „Viking Battle“ ging es darum, einen Mitstreiter von einem Holzbalken zu stoßen. Nur eine Kurve weiter folgte „Throw the Hammer“, wobei mit einem Holzhammer ein Schild zu treffen war. Aus dem Laufen heraus keine einfache Aufgabe!

Nach einigen weiteren Hindernissen wie „Carry the Shild“, einem Kriechhindernis und „Tire flip“ wurde es technisch. Das Hindernis „Monkey Snakes“ bestand aus Griffen die in Korkenzieherform an einer sich drehenden Achse befestigt waren. Somit drehte sich der Korkenzieher bei jedem weiterem Griff, der gepackt wurde, etwas weiter. Direkt im Anschluss schlossen sich noch Monkeybars an. Das erste Mal wurden die Unterarme intensiv durchgewärmt. Ein weiteres Highlight folgte wenige Kilometer weiter. Der „Flying Ragnar“ war ein Hindernis der Superlative. Die Aufgabe war es, sich an einen langen Stab mit Griff fest zu halten und zu einer Glocke zu schwingen und diese zu schlagen. Anschließend folgte der unvermeidliche Fall ins kalte Wasser unter der Konstruktion.

Nur wenige Meter weiter erwarte die Läufer eine Matschpackung in den „Mud Trenches.“ Immer im Wechsel ein Erdhaufen und ein tiefer Wassergraben. Die kurz darauffolgende, leicht schräge aber hohe Eskaladierwand sollte eigentlich mit Hilfe von Seilen zu bezwingen sein. Doch die Seile waren bereits so vermatscht, dass sie keinerlei Halt boten. So war die einfachere Lösung des Problems, die Wand im Sprint hinauf zu rennen. Machbar, aber sehr anstrengend.

Nachdem die Strecke bisher weit vom Eventgelände weg geführt hatte, ging es nun wieder zurück. Der Untergrund wechselte oft. Wiese und Weg wechselten sich ab. Später kamen noch Waldwege und Querfeldeinstrecken durch den Wald hinzu. Da es sich um eine Water Edition handelte, wurde es nun richtig nass. Es sollte ein See durchschwommen werden. Direkt im Anschluss folgte der legendäre „Fjord Drop.“ Eine riesige Wasserrutsche, die man in diesen Dimensionen bei keinem anderen Lauf finden kann. Aus etwa 15 – 20 Meter Höhe geht es fast senkrecht hinab. Am Ende der Rutsche sorgt eine kleine Rampe dafür, dass die Läufer etwa 10 Meter weit in ein Wasserbecken fliegen. Beim ersten Mal kostet dieses Hindernis viel Überwindung, ab dem zweiten Mal jedoch will man immer wieder. Insbesondere bei dem irrsinnig heißen Wetter tat die Abkühlung sehr gut! Klitschnass liefen die Hindernisläufer auf das nächste große Hindernis zu. „Storm the Castle“, ein Klassiker bei den meisten Hindernisläufen. Eine Quaterpipe musste hinaufgerannt werden. Durch die vorherigen Wasserhindernisse war diese jedoch extrem glatt und alles andere als leicht zu bezwingen.

Körperkraft und Fitness

Weiter ging es auf den nächsten Streckenabschnitt. Hier wurde Körperkraft und Fitness abgeprüft. Die Athleten zogen und schoben diverse Gegenstände von A nach B. Sei es nun der „Sled pull“ oder der „Log Drag“, alles kostete viel Kraft. Das Arbeiten mit dem eigenem Körpergewicht konnte an dieser Stelle viel Kraft sparen. Doch auch technische Hindernisse wie der „Weaver 2.0“ waren hier zu finden. Auf dem letzten Streckenabschnitt wurde es noch einmal richtig hart. Die Strecke führte hier vor allem durch den Wald, gerne auch querfeldein sodass man gleichzeitig Ästen ausweichen und die herausstehenden Wurzeln auf dem Boden im Blick haben musste. Die Temperaturen stiegen weiter an und es waren keine Wasserhindernisse mehr in Sicht, die führ Abkühlung sorgen konnten. Im letzten Teil des Laufes wurden bei dem Hindernis „Atlas Stones“ die letzten Kraftreserven abgefordert. Erst 40kg, dann 50kg und am Ende 60kg mussten über Barrieren in verschiedenen Höhen gewuchtet werden. Anschließend ging es bergauf. Lange bergauf. Auf den Waldwegen brannte die Sonne ununterbrochen auf die Köpfe der Läufer. Eine Eigenart von Strong Viking ist es, am Ende noch einmal viele sehr technische Hindernisse zu errichten. Dieses Mal ging es zuerst an das „Wheel of Steel.“ Ein Rad aus Hangelstangen, das rechts und links auf einer Schiene gelagert war. Mit jeder weiteren gegriffenen Stange rollte das Rad nach vorne bis am anderen Ende eine Glocke geläutet werden musste. Kurz darauf ging es als finale Abkühlung durch ein Eisbecken und dann auf die Zielgrade. Zwei weitere Hindernisse schlossen hier direkt an einander an. Zuerst das in der Szene berühmt berüchtigte „Low Rig“, bei dem der Läufer an verschiedenen Griffen und Stangen nur wenige Zentimeter über dem Boden über eine Strecke von etwa 5 Metern hangeln muss ohne den Boden zu berühren. Direkt danach das „Moving Pegboard.“ Zwei jeweils etwa 2 Meter lange Balken mit diversen Löchern. Mit zwei kurzen Stäben muss sich dann von Loch zu Loch gearbeitet werden. Zusätzlich sind die Balken nicht feststehend sondern bewegen sich mit. Zwei sehr technische Hindernisse, die noch einmal sehr viel Kraft erfordern. Die Zielgrade befindet sich traditionell bei Strong Viking am Ende der „Walhalla Steps“, drei sehr hohen Stufen die überwunden werden müssen.

Dann war es geschafft und das Ziel erreicht. Deutlich über 20 Kilometer mit 45 Hindernissen und einigen Höhenmetern!

Fazit

Strong Viking hat in Wächtersbach einen riesigen Event aufgezogen. Die Hindernisse sind bei diesem Veranstalter auf jeden Fall immer hervorragend und der Event in Wächtersbach hat keine Ausnahme gemacht. Das bestätigen auch die immer weiter steigenden Teilnehmerzahlen der Strong Viking Läufe.

Laut dem Veranstalter haben sich 6000 Starter an diesem Tag auf die Strecke begeben. „Der deutsche Markt ist immer etwas langsam. Erst hat der Hindernislauf in England und den Niederlanden geboomt, doch wir merken das der Sport in diesem Jahr auch in Deutschland richtig hochgeht“, erklärte uns Jan Ruch. „Wir sehen das die Leute das Ganze nicht mehr nur als Event wahrnehmen sondern als Sportart.“

Vor allem die breit gefächerten Anforderungen bei den Hindernisläufen sieht Jan als Grund. „Auf einen Strong Viking zu trainieren macht einfach fit!“

Und das kann das Team-androgon nur bestätigen. Die Hindernisse sind nicht nur aufwendig sondern auch zum Teil sehr anspruchsvoll. Die Strecke hat es ebenfalls in sich! Doch wer trainiert und sich gut vorbereitet wird bei Strong Viking einen unvergesslichen Tag erleben und im Hindernislauf sehr viel Spaß haben!

Team-androgon sagt Danke für die tolle Zusammenarbeit und wünschen dem Strong Viking Team weiter viel Erfolg bei den nächsten STRONG VIKING OBSTACLE RUN  Events. Wir freuen uns bereits jetzt auf die nächsten Veranstaltungen!

Weitere Informationen unter: http://strongviking.com/

(sm)

 

 

OCR Series – Strong Viking Amsterdam

Quelle/Bildquelle: androgon.com

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