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Migräne durch Fußball?

28 Juni 2018 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Mit Kopfschuss und Migräne in die Fußball – WM

Fußball zählt zu den gefährlichsten Sportarten für das menschliche Gehirn. Grund hierfür sind die wiederholten Kopfbälle und Zusammenstöße, die im Gehirn bleibende Schäden hinterlassen, wenn keine Ruhezeiten eingehalten werden. Meistens ist in diesen Fällen eine sogenannte „chronisch traumatische Enzephalopathie“ (CTE) schuld, aber auch eine bereits bestehende Migräne kann sich stark verschlimmern und nahezu unbehandelbar werden. Kurz vor Ende der Gruppenphase erklärt M-sense Gründer und Migräneforscher Markus Dahlem diesen Zusammenhang.

Nicht selten klagen Profi- und Amateurfußballspieler über starke, migräneähnliche Kopfschmerzen. Meistens treten diese nach Kopfbällen und Zusammenstößen auf, doch auch viele Jahre nach dem aktiven Sport können sie in Erscheinung treten. „Als beispielsweise Christoph Kramer im letzten WM-Finale nach dem Kopf-gegen-Kopf-Zusammenprall mit seinem Gegenspieler Ezequiel Garay zusammenbrach, sahen allein in Deutschland fast 35 Millionen Menschen zu, wie Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Physiotherapeut Klaus Eder Karmer ihn mehr getragen als gestützt vom Platz brachten.“ erinnert sich Migräneforscher Dr. Markus Dahlem. „Es war eigentlich völlig klar, Christoph Kramer hätte keinesfalls wieder zurück auf den Platz gedurft. Doch eine Viertelstunde später spielte er weiter. Es gab nie eine ernsthafte öffentliche Diskussion hierzulande um diese Entscheidung.“

Auch die FIFA tat wenig. Dan Diamond überschrieb damals in der Zeitschrift Forbes nach der WM 2014 einen Artikel mit dem vielsagenden Titel „Another World Cup Match, Another Ugly Concussion. If FIFA Cared, Here’s How They’d Fix This.“ Er beschrieb dort, wie andere Sportarten das Problem im Griff haben.

Ein weiteres solches Spiel war das letzte gegen Schweden in dieser WM. Sebastian Rudy hat sich die Nase gebrochen. Immerhin, er kam nicht mehr auf den Platz zurück. „Vielleicht denkt man ja, das Näschen sei wichtiger als das Gehirn bei Fußballspielern?“ fragt sich Dr. Markus Dahlem. „Bei einer Nasenbeinfraktur ist es nicht unwahrscheinlich, dass man auch eine Gehirnerschütterung erleidet,“ erklärt er weiter.

Die FIFA hat zwar nach der letzten WM keine neuen Regeln erlassen, doch die UEFA hat entschieden, dass Schiedsrichter bei Verdacht nun für drei Minuten das Spiel unterbrechen können und der Teamarzt eine Entscheidung treffen muss. „Besser wäre es noch, einen unabhängigen Arzt am Spielfeldrand einzusetzen. Denn wenn wirklich eine Gehirnerschütterung vorliegt, darf man nicht weiterspielen und eine erneute Verletzung riskieren. Sonst entstehen bleibende schwere Schäden,“ weiß Markus Dahlem.

Grund hierfür ist die sogenannte chronisch traumatische Enzephalopathie, kurz CTE, eine neurodegenerative Krankheit, die seit einigen Jahren von Wissenschaftlern erforscht wird und durch starke und wiederholt auftretende Gehirnerschütterungen entstehen kann. Symptome sind beispielsweise starke Kopfschmerzen, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. Ein Krankheitsbild, das dem der Migräne sehr ähnlich ist. Häufig verwechseln Sportler ihre Symptome mit denen der Migräne, dabei leiden sie eigentlich an CTE. Diese Verwechslung kann gefährlich sein, weiß Migräneforscher Dr. Markus Dahlem. „Aber auch eine bereits bestehende Migräne kann durch Gehirnerschütterungen noch verschlimmert werden. Und im schlimmsten Fall dann kaum mehr behandelt werden.“

Aber nicht nur auf dem Platz, auch vor den Fernsehern und Leinwänden, leiden viele Fußballbegeisterte unter starken Kopfschmerzen und Migräne. „Fußball ist ein sehr emotionaler Sport, gerade bei den Fans. Die Aufregung, die hohen Erwartungen an die Lieblingsmannschaft und der Stress eine Fußball-Party pünktlich zu Anpfiff zu organisieren – das alles sind Umstände, die eine Migräne begünstigen können“, weiß M-sense CEO Stefan Greiner. Hinzu kommt die hohe Lautstärke, die Fußballspiele und -fans mit sich bringen. Und so verlieren Migräne-Betroffene schnell die eigentliche Freude an der WM, liegen stattdessen mit Schmerzen auf der Couch und hoffen auf Besserung. Dabei erscheint der Griff zu Medikamenten oft die einfachste und schnellste Lösung.

Dass aber auch noch andere Tools helfen, die eigene Migräne zu verstehen und selbst zu therapieren, beweisen digitale Gesundheitshelfer wie die von Dahlem und Greiner entwickelte Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense. Die App verfügt über ein Kopfschmerztagebuch, und kann auf Basis der Dateneingaben der Nutzer die jeweiligen, individuellen Auslöser festmachen. Stefan Greiner erklärt weiter: „Mit M-sense kann man Migräne und Kopfschmerzen nun auch direkt in der App bekämpfen. Dafür haben wir ein bisher einzigartiges Therapiemodul integriert, das die Betroffenen an die Hand nimmt und sie Schritt für Schritt durch nicht-medikamentöse Behandlungen führt. So können sie u.a. durch Progressive Muskelentspannung und andere Entspannungstherapien lernen, ihren Attacken langfristig vorzubeugen und deren Intensität und Häufigkeit um bis zu 40% reduzieren. Zusätzlich gibt es eine Akut-Hilfe, für unmittelbare Attacken.“ Ein wichtiger Aspekt für den Fußball-Fan, für den Migräne zukünftig kein K.O.-Kriterium mehr sein soll.

 

Über M-sense:
Die Analysesoftware von M-sense untersucht die Auswirkungen von Umweltfaktoren und individuellem Lebensstil auf Migräne- und Kopfschmerz-Attacken. Wetterdaten werden automatisiert erfasst und Betroffene haben die Möglichkeit, weitere relevante Faktoren, wie z.B. Schlafmuster, Aktivitätslevel und Stressphasen, in der Software zu dokumentieren und deren Einfluss auf Migräne und Kopfschmerz zu verstehen. Ziel der Anwendung ist es, über die Analyse des individuellen Schmerzmusters eine personalisierte Therapie zur Attackenreduktion anzubieten. M-sense bietet dazu klinisch validierte Therapiemethoden in der App an und ermöglicht Betroffenen proaktiv gegen Kopfschmerz vorzugehen. Die App ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für Android und iOS erhältlich. M-sense gewann 2016 den Eugen Münch-Preis für Netzwerkmedizin. Im Februar 2017 konnte M-sense mit der Barmer GEK und der Deutschen Telekom AG zwei starke Partner gewinnen. Im Rahmen dieser Kooperation wird M-sense künftig als Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements genutzt und um neue Funktionen wie die therapeutische und präventive Begleitung ergänzt werden.

 

Quelle und Bildquelle: Frohe Botschaft PR | Guillaume de Germain

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