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Die Attraktivität der Bundesliga — ist sie in Gefahr?

25 Juli 2018 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Die Attraktivität der Bundesliga — ist sie in Gefahr?

Bereits in den vergangenen Jahren sanken die sportlichen Erfolge der Bundesligisten auf der internationalen Ebene. Große Stars in ihren besten Jahren wechseln ebenfalls nicht mehr zu den Vereinen aus Deutschland. Viele Anzeichen weisen auf eine Degeneration der Liga hin, deren Ursachen in unterschiedliche Bereichen liegen. Ist also die Attraktivität der Fußball Bundesliga generell in Gefahr?

Auswirkungen des Ronaldo-Transfers
In den vergangenen Jahren befand sich die Serie A als höchste Spielklasse Italiens in einer ähnlichen Situation wie die Bundesliga. Die TV-Gelder wurden deutlich günstiger Verkauft, als zum Beispiel in England oder Spanien. Es gab mit Juventus Turin nur einen einzigen Verein, der in der Champions League bis in die K.o.-Runde eine wichtige Rolle spielen konnte. Nun hat die Serie A gegenüber der Bundesliga jedoch einen entscheiden Vorteil. Mit Cristiano Ronaldo steht die wohl größte Marke im Fußball im Kader von Juventus Turin. Und obwohl der Star seinen Zenit überschritten haben dürfte, stellt er damit die deutschen Vereine ein weiteres Mal in den Schatten. Die Attraktivität aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht könnte darunter in den kommenden Jahren leiden.

Markus Babbel steht zur ersten Liga
Eine andere Meinung vertritt der ehemalige Spieler des FC Bayerns und des VfB Stuttgarts Markus Babbel. In einem Interview äußerte er sich jüngst zur sportlichen Entwicklung der Bundesliga. Mit der Ausnahme der Bayern hält er die Bundesliga weiterhin für ausgeglichen. Tatsächlich bezieht die Liga die Spannung vor allem aus dem Kampf um die internationalen Plätze und gegen den Abstieg. Doch für die Bayern wird diese Alleinherrschaft aus Babbels Sicht immer mehr zum Problem. Zu selten ist es noch möglich, sich national auf höchster Ebene zu messen, um die Wettkampfpraxis zu jeder Zeit hochzuhalten.

Hemmt die 50+1-Regel?
Weiterhin bezieht sich Babbel in seiner Stellungnahme auf die 50+1-Regel, über die in Deutschland heftig diskutiert wird. Sie ist dafür verantwortlich, dass Investoren in den Klubs nicht die Stimmenmehrheit übernehmen dürfen, selbst wenn es sich um eine ausgegliederte Abteilung handelt. In der Folge ist es für die Geldgeber weniger attraktiv, in einen Klub zu investieren, als dies im Ausland beobachtet werden kann. In England und Italien sind die Vereine aus diesem Grund längst dazu in der Lage, hohe Investitionen in ihre Transfers und Gehälter einfließen zu lassen. Markus Babbel selbst hält es aus diesem Grund für wenig verwunderlich, dass der Anschluss zu anderen Ligen in Europa immer mehr verloren geht.

Die Jugendarbeit als Chance
Sollte die 50+1-Regel auch in den kommenden Jahren weiter Bestand haben, so stellt vor allem die Jugendarbeit der Klubs eine gute Chance dar. Sie bietet die Möglichkeit, unter einem limitierten Einsatz von finanziellen Mittel die Stars von Morgen in die Vereine zu führen. Mit einer entsprechend qualifizierten Abteilung für das Scouting wäre es darüber hinaus möglich, den Radius zu erweitern, den die deutschen Klubs auf diese Weise erreichen. Schon in den vergangenen Jahren zeigten diese Konzepte große Erfolge. Immerhin schufen sie eine Generation von Spielern, die im Jahr 2014 dazu in der Lage war, Weltmeister zu werden. Viele kleine Klubs, wie zum Beispiel der SC Freiburg, haben ein solches Modell längst für sich erkannt. Sie setzen seither auf ihr Image als Ausbildungsverein. Dass die jungen Spieler sich sehr schnell für den Weg zu einem größeren Verein entscheiden, wirkt derweil noch immer hemmend auf die Entwicklung ein.

 

Bildquelle: Karin Schmidt  / pixelio.de

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