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Wehrpflichtdebatte greift zu kurz: Bevölkerung ist der Politik einen Schritt voraus

10 August 2018 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wehrpflichtdebatte greift zu kurz: Bevölkerung ist der Politik einen Schritt voraus

Bereits im Januar 2018 hat die repräsentative Online-Studie des Marktforschungsinstituts SPLENDID RESEARCH GmbH mit insgesamt 1.022 Teilnehmern im Alter von 18 bis 69 Jahren gezeigt, dass sich zwei Drittel der Deutschen für die Wiedereinführung eines einjährigen Dienstes für alle Deutschen aussprechen. Die Mehrheit von ihnen wünscht sich hierbei übrigens sowohl die Wehrpflicht als auch den Zivildienst zurück.

Allerdings fordert jeder fünfte Bundesbürger nur und ausschließlich den Zivildienst zurück, für den Wehrdienst allein sprechen sich hingegen lediglich sieben Prozent aus. „Das deutet darauf hin, dass eine Wiedereinführung nur dieses Dienstes in der Bevölkerung wohl keine Mehrheit hat“, so Studienleiter Kolja Turkiewicz. Zudem ist ein Drittel der Deutschen komplett gegen Pflichtdienste: 34 Prozent der Bürger sind mit der derzeitigen Regelung ohne verpflichtenden Dienst an der Gesellschaft zufrieden.

Schluss mit einseitiger Debatte: Pflege und Zivildienst für Bürger wichtiges Thema
Pflege – ein Thema, dass die Bevölkerung bewegt. War sie bei der Bundestagswahl noch eine der relevantesten Angelegenheiten, so wird die Pflege in der erneut aufflammenden Debatte, die von Teilen der CDU angeregt wurde, derzeit außer Acht gelassen. „Die Politik täte gut daran, den Pflegenotstand sowie den Zivildienst nicht aus den Augen zu verlieren“, schlussfolgert Turkiewicz. Eine Verknüpfung der Themen habe demnach das Potenzial, die Akzeptanz der Bundesbürger deutlich zu erhöhen.

Ein Fünftel der Wehrdienstleistenden mit ihrem Dienst unzufrieden
Zivi oder Wehrdienst? Im Vergleich derjenigen, die einen Dienst abgeleistet haben, waren die Zivildienstleistenden insgesamt zufriedener (77 Prozent) als die Wehrdienstleistenden (60 Prozent). Lediglich sieben Prozent der Zivis geben an, mit ihrem Dienst unzufrieden oder sehr unzufrieden gewesen zu sein; bei den Wehrdienstleistenden sind es ganze 18 Prozent, also knapp ein Fünftel.

Wehrdienst – Nur Ausbeutung und Zeitverschwendung?
Während der Zivildienst bereits ein sehr positives Image hat, ist beim Wehrdienst noch Luft nach oben: Nach Aussage derjenigen, die einen Wehrdienst hinter sich haben, werde viel Zeit vergeudet. Außerdem bemängeln die Rekruten, dass ihnen kaum berufsqualifizierende Fähigkeiten vermittelt würden. Das Image nach außen wird allerdings gewahrt: Menschen nämlich, die keinen Wehrdienst geleistet haben, sehen dies deutlich seltener so; lediglich 17 Prozent sehen ihn demnach als „Zeitverschwendung“ an, von denjenigen, die ihn jedoch geleistet haben, sind es ganze 37 Prozent. Im Ergebnis fühlen sich dadurch 31 Prozent der einstigen Rekruten ausgenutzt.

Wunsch der Bevölkerung: Wandel beim Wehrdienst
„Die Ergebnisse lassen schlussfolgern, dass eine Wiedereinführung des Wehrdienstes mit konkreten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen einher gehen sollte“, meint der Studienleiter. So spricht sich fast die Hälfte der Bundesbürger (48 Prozent) dafür aus, die Bedingungen für die Rekruten zu verbessern und berufsfördernde Qualifikationen zu vermitteln, 46 Prozent fordern zudem ein höheres Gehalt.

Die vollständige Studie gibt es kostenlos unter www.splendid-research.com/studie-wehrdienst-zivildienst

 

Quelle und Bildquelle:  SPLENDID RESEARCH GmbH

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