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Kredite: eine Männersache?

30 August 2018 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Kredite: eine Männersache?

Obwohl sich in den letzten Jahrzehnten sehr viel verändert hat und in Familie und Beruf Männer und Frauen zumindest offiziell gleichberechtigt sind, gibt es im Bereich Finanzen nach wie vor beträchtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wie Untersuchungen von Kreditvergleichsportalen ergeben haben, werden zwei Drittel aller Kredite von Männern beantragt. Auch die Gründe für die Aufnahme eines Kredits und die durchschnittliche Kreditsumme unterscheiden sich von denen der an einem Kredit interessierten Frauen.

Fernseher, Urlaub und Auto: Konsum auf Kredit
Besonders auffällig ist, dass junge Männer zwischen 19 und 29 die größte Gruppe unter den Kreditinteressenten bilden und dabei im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich überrepräsentiert sind. Allerdings erhalten sie häufig den gewünschten Kredit nicht, weil ihnen die notwendige Bonität fehlt. Die größten Beträge leihen sich dagegen Männer mittleren Alters, die sich beruflich bereits etabliert haben und deshalb auch größere Darlehen problemlos abzahlen können. Erst in der Altersgruppe ab 60 gehen auch bei Männern die Kreditanfragen deutlich zurück. Senioren können zum einen häufig auf Ersparnisse zurückgreifen und gelten zum anderen oft nicht mehr als kreditwürdig, weil die Rente oder schlicht die verbleibende Lebenszeit nicht für die Kreditrückzahlung ausreicht, erklären die Experten von Kreditcheck.net. Gemeinsam ist Männern in den meisten Fällen der Beweggrund für die Aufnahme eines Kredits: Mit einem Darlehen wollen sie sich vor allem Konsumwünsche erfüllen.

Frauen sind vorsichtiger
Dagegen nehmen Frauen deutlich seltener einen Kredit auf, um einen Neuwagen zu finanzieren oder eine Urlaubsreise zu machen. Stattdessen verwenden sie ein Darlehen eher, wenn durch ein unerwartetes Lebensereignis eine Notlage eingetreten ist oder zeitweise ein Einkommen ausfällt. Auch die Kreditsumme liegt im Durchschnitt unter dem, was sich Männer ausleihen. Der Grund dafür ist aber nicht nur, dass Frauen grundsätzlich vorsichtiger mit Geld umgehen als Männer. Eine große Rolle dürfte auch die Tatsache spielen, dass Frauen im Schnitt noch immer deutlich weniger verdienen als Männer und deshalb ihre Bonität geringer eingestuft wird. Zudem kommen noch immer alte Geschlechterklischees zum Tragen. Während Männer ihr Anliegen bei der Bank meist sehr selbst vortragen, gehen Geldgeber bei Frauen möglicherweise davon aus, dass sie schlechter mit Geld umgehen können, weshalb sie Kreditausfälle befürchten.

 

Quelle und Bildquelle: breitbandprofis.com | O. Fischer/pixelio.de

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