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Chancen und Perspektiven

25 Juli 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Globalisierung – Chancen und Perspektiven

Die Globalisierung, nach allgemeiner Definition die zunehmende weltweite Verflechtung in nahezu allen Bereichen, insbesondere in Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation, ist im Wesentlichen durch den technischen Fortschritt, die digitale Revolution in den Kommunikations- und Transporttechniken sowie auf die politischen Entscheidungen zur Liberalisierung des Welthandels entstanden. Vor allem mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch des Ostblocks hat sich die Welt grundlegend verändert; im Gegensatz zu früheren Zeiten, als Nationalstaaten miteinander konkurrierten, regieren unseren Planeten heute multinationale Unternehmungen und verteilen Dank eines weltweiten Freihandels ihre Waren und Dienstleistungen wie auch ihre Arbeit über den ganzen Globus.

Einer der bekanntesten Autoren der Globalisierungsthematik und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Prozessen ist der Journalist der New York Times Thomas L. Friedman. Seine diesbezüglichen Werke „The Lexus and the Olive tree (1999) und The World is flat (Die Welt ist flach) gehören zu den Standard -Werken der Globalisierung und sind nicht zuletzt auf Grund seines sehr anschaulichen und exemplarischen Schreibstiels besonders hervorzuheben. Dafür erhielt er u.a. den Pulitzerpreis.

In seinem letzten Kompendium „Die Welt ist flach“ konstatiert er, dass die Globalisierung in den vergangenen Jahren in eine neue Phase eingetreten ist, in der nicht mehr in erster Linie Unternehmen, sondern vermehrt Individuen durch Internet-Verbindungen, Work-Flow Software oder neue Suchmaschinen zu den herausragenden Akteuren der Globalisierung geworden sind, insbesondere durch neue NGOs, Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Dadurch sei es diesen möglich, große Machtpotentiale aufzubauen und zu wichtigen Akteuren der Weltpolitik zu werden. Beispiele: Bill Gates, Warren Buffet oder Rupert Murdoch.

Entgegen anderen Globalisierungs-Analytikern wie Robert D. Kaplan betont Friedman die vor allem positiven Aspekte der Globalisierung und des globalen Güteraustauschs und sieht  große Chancen für sich entwickelnde Länder die Armut zu bekämpfen und ihren Lebensstandard zu verbessern. Allerdings sind seiner Meinung nach bestimmte Regeln für staatliches Handeln einzuhalten, um von ihr profitieren zu können: Die Staaten müssen sich strengen wirtschaftspolitischen Regeln unterwerfen, z. B. einer restriktiven Ausgabenpolitik, der Deregulierung des Warenimports und -Exports sowie starke marktfreundliche institutionelle Rahmenbedingungen vorweisen, hier vor allem einen transparenten Finanzmarkt. Letzteres kann exemplarisch auch für die aktuelle Regelung des Euro innerhalb der europäischen Union als zutreffend gelten. Darüber hinaus sieht Friedman große Auswirkungen auf  die internationale Politik und greift das in der liberalen Tradition stehende Paradigma des „ Friedens  durch Handel“ auf: Kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Staaten seien unwahrscheinlich, wenn sie starke Handelsbeziehungen unterhalten und miteinander eng verflochten sind.

Die Konflikte der Zukunft spielen sich seiner Meinung nach nicht  zwischen einzelnen Staaten, sondern vielmehr im Innern der Gesellschaften ab. Viele Menschen stünden in einem Spannungsfeld angesichts der rasanten gesellschaftlichen Entwicklung, wobei er auf das Bild des „Lexus and the Olive tree“ verweist, indem  der Lexus  (Toyotas Luxusauto) für das Bedürfnis an den Vorteilen der Globalisierung teilzuhaben steht, während der Olivenbaum die traditionellen Identitäten und Verwurzelungen symbolisiert, die letztendlich die Globalisierung bedroht.

Mit seiner insgesamt sehr positiven Sicht der Globalisierung, die manchmal etwas stark von eigenen Eindrücken und Erlebnissen geprägt ist, erscheint die in seinem zuletzt publizierten Werk „Die Welt ist flach“ präsentierte Analyse desPhänomens dennoch beeindruckend und für alle,  die auf dem neuesten Stand der gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Entwicklung sich positionieren möchten, ein  nützlicher Denkanstoss; sicherlich auch für diejenigen, die der Globalisierung kritischer gegenüberstehen.

(wz)

Quelle Thomas Friedman: Die Welt ist flach http://www.amazon.de/Die-Welt-ist-flach-Jahrhunderts/dp/3518418378/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311620329&sr=8-1

http://www.lexus.de/index.aspx

Bildquelle:Toyota Deutschland/Facebook

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