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Zukunft Gehirn

2 August 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Neuste Erkenntnisse zur Gehirnforschung

In zwei neueren Publikationen geben führende Neurowissenschaftler einen ausführlichen Überblick über den letzten Stand der internationalen Forschung zu unserem wichtigsten menschlichen Organ, dem Gehirn. Angesichts der Zunahme an Krankheiten und Ausfallserscheinungen des Gehirns, erscheint die Erforschung von Hirnprozessen als äußerst dringlich, um potenzielle Therapieansätze für entsprechende Funktionsstörungen möglichst frühzeitig in den Griff zu bekommen.

Grundsätzlich setzt die neurobiologische Forschung am Gehirn auf drei verschiedenen Ebenen an: Die oberste erklärt die Funktion größerer Hirnareale, beispielsweise spezielle Aufgaben verschiedener Gebiete der Großhirnrinde sowie der Amygdala, die mittlere Ebene beschreibt das Geschehen innerhalb von Verbänden von hunderten oder tausenden Zellen, und die unterste die Vorgänge auf dem Niveau einzelner Zellen und Moleküle. Bedeutende Fortschritte sind bisher nur auf der untersten und obersten Ebene erzielt worden, nicht jedoch auf der mittleren.

Durch die Kombination verschiedener neuer Technologien, wie das bildgebende Verfahren der Positronenemissionstomographie (PET) oder der Magnetresonanztomografie (MRT) ist es gelungen, das Zusammenspiel von kognitiven Funktionen wie Sprachverstehen, Bilderkennung, Tonwahrnehmung und Gedächtnisprozesse, wie das Erleben von Emotionen, zu verstehen, womit eine Aufteilung der obersten Organisationsebene des Gehirns nach Funktionskomplexen bereits gewonnen wurde. Auch hinsichtlich der untersten neuronalen Organisationsebene hat durch Entwicklung neuartiger Methoden eine differenzierte Kenntnis zum Beispiel der Ausstattung der Nervenzellmembran mit Rezeptoren und über deren Arbeitsweise und Funktion von Neurotransmittern, Neuropeptiden und Neurohormonen stattgefunden, um mehr über den Ablauf und die Fortleitung neuronaler Erregung zu verstehen, was zum Verständnis der Arbeitsweise von Sinnesorganen und Nervensystem von zentraler Bedeutung ist.

Ohne Zweifel konstatieren die Neurowissenschaftler hiermit, dass sie viel mehr über das Gehirn wissen als noch vor zehn Jahren; dass jedoch noch große Erkenntnislücken bei der mittleren Organisationsebene vorliegen, d.h. über das Geschehen innerhalb kleinerer und größerer Zellverbände und derer Kommunikation untereinander.

Die großen Fragen der Neurowissenschaft – wie z.B. entstehen Bewusstsein und Ich-Erleben, wie erfolgt die Verknüpfung von rationalem und emotionalem Handeln – wird sich in den nächsten zehn Jahren nicht beantworten lassen. Positiver sehen dagegen die Fortschritte in der konkreten Anwendung von neurogenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson aus, die sich dank molekularbiologischer und gentechnischer Verfahren eher entschlüsseln lassen werden. Somit wird es in absehbarere Zeit möglich werden diesen Leiden vorzubeugen bzw. deren Therapierbarkeit zu erreichen. Ähnliches gilt auch für einige psychische Krankheiten wie Schizophrenie und Depression, die durch die Entwicklung von neuen Psychopharmaka bei selektivem Einsatz in bestimmten Hirnregionen geheilt werden könnten.

Trotz aller Fortschrittsgläubigkeit sind sich die Wissenschaftler bewusst, dass auch nach Aufklärung sämtlicher neuronaler Vorgänge die in jedem Menschen zugrunde liegende „Innenperspektive“, d.h. sein ihm eigenes Denken, Fühlen und Gewissen nicht rational zu erklären sein wird. Zu einer Beschäftigung mit diesen Aspekten neuer Hirnforschung sowie deren Perspektive in Gegenwart und Zukunft können weitere detaillierte Informationen in den nachfolgenden Publikationen abgerufen werden:

Manifest – „Gehirn und Geist“ 6/04; „Zukunft Gehirn“ Peter Gruss und Tobias Bonhoeffer bei C.H. Beck .

oder  http://www.amazon.de/Zukunft-Gehirn-Neue-Erkenntnisse-Herausforderungen/dp/3406616429/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1312292903&sr=8-1

Quelle: Manifest – „Gehirn und Geist“ 6/04; „Zukunft Gehirn“ C.H. Beck

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