Home » leben, Männergesundheit

Training des Geistes

20 Oktober 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Meditation – Training des Geistes

Nicht nur das körperliche Training, sondern auch das des Geistes kann dem vermehrt von Stress geplagten modernen Mann zu der souveränen Bewältigung seiner Alltagsprobleme verhelfen. Immer mehr Neurowissenschaftler befassen sich in den letzten Jahren mit den positiven Aspekten, die z. B. das autogene Training oder fernöstliche Techniken der Meditation, etwa des Yoga oder des Buddhismus bei regelmäßiger Übung hervorrufen können.

Die Formen der spirituellen Einkehr lassen sich vornehmlich auf zwei verschiedene Gruppen fokussieren: Bei der „ Konzentrativen Meditation“ richtet sich die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Objekt, etwa auf eine Flamme oder den eigenen Atem. Bei der „Achtsamkeitsmeditation“ geht es dagegen weniger um die Registration der eigenen Aufmerksamkeit, vielmehr um die Wahrnehmung aller spontan ablaufenden Gedanken und Gefühle in distanzierter Form, ohne deren Bewertung. Der Übende trainiert ganz im Hier und Jetzt zu verweilen und alles, was in ihm vorgeht, mit Gleichmut hinzunehmen. Die Praxis umfasst hauptsächlich zwei Komponenten, die der Selbstregulation sowie der Orientierung an der Erfahrung. Dahinter steht die Idee, dass Gedanken und Gefühle in einem ständigen Werden und Vergehen begriffen sind. Das unbefangene Beobachten soll verhindern, sich nur mit den eigenen Gedanken zu befassen und mit voreiligem Urteilen die Welt zu betrachten.

In zuletzt von verschiedenen Neurowissenschaftlern an amerikanischen und deutschen Universitäten durchgeführten Untersuchungen, die sich im wesentlichen auf zwei Bereiche konzentrierten, auf die visuelle Konzentration sowie den Umgang mit Emotionen, konnten mit in der Meditation geübten Probanden im Vergleich zu weniger Geübten folgende Ergebnisse erzielt werden:

  •  das Konzentrationsvermögen war in der an der Meditationstechnik ausgebildeten Gruppe deutlich erhöht; in dem durchgeführten Experiment konnten auf dem Bildschirm in sehr schneller Abfolge erscheinende visuelle Bilder von der geschulten Gruppe problemlos registriert werden, während in der Kontrollgruppe dieses nicht gelang.
  • bei älteren Versuchspersonen, die normalerweise schlechter im Testverfahren als jüngere abschnitten, war das Konzentrationsvermögen bei Meditationserfahrung höher als bei jüngeren Nicht-Meditierenden. Dies eröffnet nach Meinung der Wissenschaftler die Möglichkeit, den oft beklagten Konzentrationsschwächen in höherem Alter vorzubeugen.
  • negative Emotionen, wie Ärger, Angst, Trauer oder Wut können durch geeignete Meditationstechniken unter Kontrolle gehalten werden. Dies gilt sogar für die bessere Tolerierung von Schmerzen. Die emotionalen „Schaltkreise“ sind erstaunlich formbar, sogar Überaktivität kann gedämpft werden.
  • mentales Training hat insgesamt sogar einen positiven Einfluss auf die Hirnstruktur. In Hirnscans war ein deutlicher Zuwachs an Grauen Zellen nachweisbar.

Im Zuge der zunehmenden Belastungen des modernen Mannes nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in der Familie, die vermehrt zu Stress-Symptomen bis hin zum Burnout-Syndrom führen können, besteht nach diesen Erkenntnissen der Neurowissenschaft durchaus die Möglichkeit, durch eine Verändern der Hirnregionen zu einer Harmonisierung der gesamten Persönlichkeit mit Einsatz der zuvor erwähnten mentalen Techniken zu gelangen.

 

(wz)

Quelle :Gehirn &Geist Dossier Nr.2/2011 http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/1030240

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 votes, average: 4,80 out of 5)
Loading...