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Der Infanterist der Zukunft

26 August 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Der Infanterist der Zukunft (IdZ)

Beweglicher, effektiver, besser geschützt

Ein zentrales Element moderner Landstreitkräfte ist der Infanterist. In den heutigen Einsatzszenarien hat er sehr viel komplexere Aufgaben als früher zu erfüllen, daher wurde das System „Infanterist der Zukunft“ entwickelt. Das Gesamtsystem umfasst eine Infanteriegruppe.

Das System (IdZ) ist eine modulare Kampfausstattung mit modernster Technologie. Hierbei werden die Infanteristen der Bundeswehr fast von Grund auf mit neuer Ausrüstung ausgestattet. Die digitale Vernetzung, die Verbesserung der Schutzausstattung und die Einführung neuer Waffen- und Waffensysteme erhöhen die Leistungsfähigkeit der Soldaten. Damit können sie ihre Aufgaben im gesamten Einsatzspektrum besser erfüllen.

 „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ (IdZ-ES) ist die zweite Generation des IdZ-Systems. Hierzu werden Komponenten unter ergonomischen Gesichtspunkten und aus Gründen der Volumen- und Gewichtsreduzierung weiter- bzw. neuentwickelt.

Das System wurde speziell für Panzergrenadiere, Jäger, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger, kurz für die Infanteristen des Heeres, entwickelt. Ausgestattet werden damit aber auch die Luftwaffensicherungskräfte und die Spezialeinheiten der Marine. Grundlage bei der Entwicklung des „Infanterist der Zukunft“ ist die Infanteriegruppe bestehend aus zehn Soldaten. Daher besteht ein System immer aus den Einzelsystemen für zehn Soldaten.

Die stetig wachsenden Anforderungen an den Soldaten erforderten eine Anpassung der Ausrüstung und eine Verbesserung des einfachen „Fußsoldaten“. Es werden heute an ihn besonderes komplexe Anforderungen im Einsatz in schwierigem und unübersichtlichem Gelände gestellt. Ein zunehmender Einsatz in urbanem Umfeld und Gebieten mit extremen klimatischen Bedingungen sowie die gewachsene Bedrohung durch irreguläre Kräfte sind weitere Herausforderungen für den Soldaten.

 (IdZ-ES) die zweite Generation des IdZ-Systems)

Ausrüstung

Tragesystem

Das Tragesystem besteht aus einer Trageweste mit Rückenteil und zwei Vorderteilen. Auf dem Rückenteil lassen sich mit Reißverschlüssen zwei Taschen (so genannte Daypacks) mit je zehn Litern Fassungsvermögen befestigen. Zusätzlich umfasst das System einen Zwei-Liter-Wasserbehälter mit Trinkschlauch. Das Tragesystem ersetzt das bisher übliche Koppeltragegeschirr. Taschen für Munition oder andere Ausrüstungsgegenstände können direkt an die Trageweste angebracht werden.

Schutz

• Splitterschutzbrille EPS 21, schützt auch vor Staub, UV- und Laserstrahlen
• Modulare Schutzweste mit Stichschutz und einlegbaren Keramikplatten
• Schutz gegen atomare, biologische und chemische Waffen Führungshilfsmittel
• Personal Digital Assistent EADS NaviPad (PDA) mit digitaler Kartensoftware NaviCom und Digitalkompass
• UHF-Gruppenfunkgerät für Sprache und Datenaustausch im Einsatz
• Sennheiser In-Ear-Headset mit integriertem Impuls-Schallschutz
• Global Positioning System
• Nachtsicht- und Wärmebildtechnologie
• Restlichtverstärkerbrille Lucie, Restlichtverstärkerfernrohr BIG 35
• Wärmebildzielgerät HuntIR von AIM AEG Infrarot-Module GmbH (Bild rechts zeigt das ursprünglich vorgesehene, nicht beschaffte Modell von Raytheon)
• Digitalkamera
• Fernglas Vectronix (ehem. Leica Geosystems) Vector IV mit Laserentfernungsmesser und Digitalkompass
 

Waffensysteme

• Als Standardwaffe wird auch beim IdZ das G36 von Heckler & Koch verwendet, 40-mm-Granatmunition kann mit dem Anbau-Granatwerfer AG36 verschossen werden.
• Bewaffnungskonzept mit Multifunktionslaser und Nachtsichtaufsatz (NSA 80)
• Abfeuereinrichtung Dynarange für Panzerfaust3; verfügt über einen Laserentfernungsmesser, einen Drehratensensor sowie über einen Feuerleitrechner. Dadurch wird die Ersttrefferwahrscheinlichkeit deutlich gesteigert. Die Kampfentfernung gegen stehende und bewegliche Ziele wird von 300 auf 600 Meter erhöht.
• Das Barrett M82A3 (G82) im Kaliber .50 BMG.

Folgende Waffen wurden im Rahmen des Programms IdZ ebenfalls entwickelt:

Das MG4 (Maschinengewehr 4), MP7 (Maschinenpistole 7) und das KM2000 (Kampfmesser 2000).

 

Aufklärung

Mit Kleinstfluggeräten wie dem EMT Aladin, MIKADO oder mit kleinen geländegängigen Landfahrzeugen können ferngesteuerte Aufklärungs- und Überwachungsaufgaben in Häuserschluchten, Gebäuden und Kanalisation wahrgenommen werden.

Die Aufklärungsdaten dieser technischen Hilfsmittel können in das System des Infanteristen der Zukunft übertragen werden.

Folgende elementare Verbesserungen werden mit dem System „Infanterist der Zukunft“ erreicht und gesteigert:

• Überlebensfähigkeit

• Wirksamkeit im Einsatz

• Führungsfähigkeit

• Durchhaltefähigkeit

• Mobilität

40 Sätze für jeweils 10 Soldaten wurden Anfang 2011 nach Afghanistan ausgeliefert.

(rz)

Quelle/Bildquelle: Bundeswehr; EADS, Rheinmetall, Texplorer® GmbH;

 

 

 

 

 

 

 

Ein sehr interessanter Link zu: „Soldat der Zukunft“:

http://newslab.t-online.de/2011_01_VojakBudoucnosti_Loader800x592DTA.swf

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Infanterist_der_Zukunft

 

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