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Tagebuchblätter aus Ostpreußen

11 September 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Tagebuchblätter eines Sextaners

Am 1. September 1939 begann der Feldzug gegen Polen. Am 3. September 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien im Rahmen der Beistandsverträge, Deutschland den Krieg. Die Rote Armee marschierte am 17. September in Ostpolen ein. Polens letzte Feldtruppen kapitulierten am 6. Oktober nach der Schlacht bei Kock. Die polnische Regierung floh am 18. September nach Rumänien. Der Oberkommandierende der polnischen Streitkräfte, Marschall Rydz-Smigly folgte am 27. September 1939. Eine offizielle Kapitulation des polnischen Oberkommandos oder der Regierung blieb aus.

1938 unternimmt die Klasse 5a aus Hamburg eine Klassenfahrt, die nach Ostpreußen führt. Die Fahrt startet am 28. August, geht von Pillau nach Königsberg, über Lötzen, Allenstein und endet am 12. September in Danzig.

Ich kaufte die Tagebuchblätter in einem Antiquariat, da mich die Reise, die geschriebene Einfachheit und auch die Schicksalhaftigkeit stark beeindruckte.

Es sind die Aufzeichnungen von Rolf Bock aus Hamburg. Nicht mehr und nicht weniger, jedoch ist es ein Zeugnis am Vorabend des Krieges. In den Blättern findet sich nichts von politischer Verblendung oder Ressentiments gegen das Nachbarland Polen. Einzig der Besuch im Reichsehrenmal bei Tannenburg gibt einen Unterton wieder.

Dort heißt es: „ …Der Erklärende hatte eine sehr scharfe und militärische Aussprache. Zum Schluß des Vortrags nannte er die Verluste beider Seiten, knallte die Hacken zusammen und grüßte mit dem deutschen Gruß. Ein sehr passender Abschluß. … Nun machten wir uns aber auf den Heimweg, denn wir wollten noch baden.“

Die Reise ist hinsichtlich der gewählten Ziele straff. Würde man diese Klassenfahrt heute so organisieren, hätte man als begleitender Lehrer erhöhten Erklärungsbedarf. Allein die Würdigung mancher zu Betreuenden mit Rubinol und Ritalin. Dazu käme die Geißel „Laktoseintoleranz“. Ein solches Unternehmen würde wohl nach Stunden kollabieren. Aber das soll nicht das Thema sein.

Rolf Bock müsste zu diesem Zeitpunkt zwischen zehn und zwölf Jahre alt gewesen sein. Auf doch tatsächlich 31 Seiten wurde die gesamte Fahrt schriftlich festgehalten. Der Reiz dieser Aufzeichnung wird durch die in großer Anzahl einmontierten Bilder komplettiert.

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim durchblättern.

Die ersten Seiten sind unter diesem Artikel aufgeführt, weitere Seiten unter dem Reiter „fotostrecken“.

 (sb)

 

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