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Science Translational Medicine

19 Oktober 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Urintest zur Prostatakrebs Früherkennung

Zehn Prozent aller Krebstodesfälle bei Männern sind durch das Prostatakarzinom bedingt – jährlich sterben in Deutschland 11.000 Männer an dieser Krebsart

Der PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung ist umstritten, da er zu Überdiagnosen und unnötigen schmerzhaften Behandlungen führt. Ein Urintest könnte US-Forschern zufolge dabei helfen, die Erkrankung zuverlässiger zu erkennen.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 49.000 Männer an Prostatakrebs. Zur Früherkennung wird seit Jahren der sogenannte PSA-Test eingesetzt. Doch das Verfahren, bei dem der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) gemessen wird, ist umstritten, da es zu Überdiagnosen und damit auch unnötigen Behandlungen kommt.

Denn der Test ist längst nicht so zuverlässig, wie Ärzte und Patienten es sich wohl wünschen würden. Zwar deutet ein erhöhter Wert auf eine mögliche Krebserkrankung hin, doch mehr als ein Hinweis ist es nicht. Auch Entzündungen oder Fahrradfahren können den PSA-Wert steigen lassen. Nun haben Wissenschaftler ein neuartiges Testverfahren entwickelt, das es ermöglichen soll, Prostatakrebs in Zukunft zuverlässiger zu diagnostizieren. Dadurch könnten fehlerhafte Diagnosen und unnötige Operationen verhindert werden, schreiben US-Forscher im Fachblatt „Science Translational Medicine“.

Scott Tomlins und seine Kollegen von der University of Michigan entwickelten einen Urintest, der die Erkennung von Risikopatienten vereinfachen soll. Dazu machten sie sich eine genetische Anomalie zunutze: Ihr Test spürt Zellen auf, in denen zwei bestimmte Gene miteinander verschmolzen sind. Frühere Untersuchungen haben den Forschern zufolge gezeigt, dass Prostatakrebs oft mit höheren Konzentrationen dieser mutierten Gene einhergeht.

Die Wissenschaftler verglichen die Resultate des neuen Urintests bei etwa 1300 Männern, die alle erhöhte PSA-Werte hatten, mit den Ergebnissen anschließender Biopsien.

Das Ergebnis: Die neue Methode konnte tatsächlich zahlreiche Tumore aufspüren. So hatten 69 Prozent jener Männer, bei denen das neue Verfahren ein besonders hohes Risiko anzeigte, tatsächlich Krebs. Die Methode lieferte den Forschern zufolge auch Hinweise auf die Aggressivität der bösartigen Tumore.

Als einen „Hoffnungsschimmer am Horizont“ sieht der Präsident der Deutschen Urologischen Gesellschaft, Joachim Steffens, die Ergebnisse der US-Kollegen. Für einen routinemäßigen Einsatz sei es jedoch noch zu früh. Zunächst müsse die Alltagstauglichkeit des neuen Tests in weiteren klinischen Studien untersucht und bewertet werden.

Auch wenn der Test noch nicht offiziell als Untersuchungsmethode eingesetzt wird, sehen die US-Mediziner für die Zukunft darin einen wichtigen diagnostischen Zwischenschritt vor einer Operation. Einige Patienten könnten so vor überflüssigen Eingriffen bewahrt werden, schreiben die Wissenschaftler.

Die klassische Prostatakrebs-Früherkennung

Die Prostatakrebs-Früherkennung sollte ein wichtiger Bestandteil für jeden Mann ab dem 50. Lebensjahr sein. Prostatakrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die zu den häufigsten Krebserkrankungen gehört. In Deutschland sterben etwa drei Prozent der Männer an Prostatakrebs. Die Erkrankung verläuft im Frühstadium symptomlos, weshalb eine rechtzeitige Untersuchung wichtig ist. Wenn bereits Schmerzen auf eine Metastasenbildung hinweisen, ist eine komplette Heilung meist kaum noch möglich.

Untersuchungsmethoden zur Prostatakrebs-Früherkennung

Für die eigentliche Prostatakrebs-Untersuchung gibt es verschiedene Methoden. Bei der klassischen rektalen Untersuchung tastet ein Arzt den Mastdarm nach verhärtetem Krebsgewebe ab. Im Gegensatz steht die transrektale Ultraschall-Untersuchung. Bei ihr wird mittels einer Ultraschallsonde der Mastdarm nach krebsverdächtigen Drüsen untersucht. Sie gilt als eigentliche Prostatakrebs-Früherkennung. Ebenso besteht die Möglichkeit zur Untersuchung einer Blutprobe auf prostata-spezifische Antigen (PSA-Test). Diese Methode ist allerdings noch recht umstritten, da der zuverlässige Nachweis von Prostatakrebs in Frage gestellt wird.

Risiken und Komplikationen der Prostatakrebs-Früherkennung

Die rektale Prostatakrebs-Untersuchung ist ungefährlich und in der Regel schmerzlos. Sie ist deshalb besonders gut geeignet zum Nachweis von vorhandenem Krebsgewebe. Diese Untersuchung ist allerdings keine Prostatakrebs-Früherkennung im eigentlichen Sinne, da sie die Metastasenbildung bereits voraussetzt. Die Ultraschalluntersuchung ist ebenso risikofrei, in der Regel ohne Komplikationen und belastet den Organismus nicht. Nur in Ausnahmefallen kann es bei einer zusätzlichen Biopsie zu Schwierigkeiten und kleineren Blutungen kommen.

(wz)

http://stm.sciencemag.org/

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=46866

http://www.welt.de/gesundheit/article13524128/Urintest-soll-unnoetige-Prostata-Operation-verhindern.html

 

Quelle: http://www.stern.de/gesundheit/prostatakrebs-neuer-test-soll-frueherkennung-verbessern-1713361.html

 

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