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ERNA RAID

22 Oktober 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Militärwettkampf ERNA RAID

96 Stunden in Estlands Sümpfen und Wäldern ohne Schlaf bei einer Marschleitung vom 125Km

„…die Landung am Strand diente als Startschuss in den Wettkampf, von da an wurde „scharf geschossen“. Zeiten waren unbedingt einzuhalten, Feindkommandos vom Hubschrauber gelenkt (Infrarotkamera) im Nacken und vor allem das Gelände; durchzogen von Wassergräben, dichten Wäldern, Sumpf, Moore und wenig nutzbare Wege…“

Team androgon ist 2012 dabei!

Zur Geschichte des Wettkampfes

Estland wurde 1940 durch die sowjetischen Truppen besetzt. Im finnischen Exil bildete sich eine estnische Widerstandsgruppe mit dem Namen „ERNA“. Durch die „Armeegruppe Nord“ erhielten sie den Auftrag im Juli 1941 die strategische und politische Situation in dem besetzten Gebiet zu erkunden und den bewaffneten Widerstand zu organisieren. Nach dem die Sowjets davon erfuhren leiteten sie Gegenmaßnahmen ein und konnten viele Mitglieder von „ERNA“ töten. Die ERNA-Mitglieder leisteten weiterhin bewaffneten Widerstand und konnten 2000 Zivilpersonen die Flucht nach Finnland ermöglichen.

Im Gedenken an diese Männer wurde der ERNA RAID 1994 ins Leben gerufen und findet an Originalschauplätzen statt.

Material und Ausrüstung

Für jedes Mannschaftsmitglied ist vom Veranstalter vorgeschrieben:

Uniform, Rucksack, Essen für vier Tage, pers. Erste Hilfe-Ausrüstung, Bajonett, Wasserflasche, Sturmgewehr mit 10 Patronen sowie 2 Magazine und Manöverpatronen, Pistole mit 2 Magazinen und 16 Patronen, 3x Gehörschutz, Seil 15m, Schießbrille, 2 HSM Karabiner

Für jede Mannschaft ist vom Veranstalter vorgeschrieben:

Erste Hilfe Ausrüstung, Zelt für das Wettkampfcamp, Schlauchboot, Schwimmwesten, Signalpatronen, zwei GPS-Geräte, Digitalkamera; hierzu kommen die alltäglichen Dinge wie Schlafsack, Isomatte, Kocher, Geschirr usw.

Wettkampf

Der Wettkampf startet mit einer Ausrüstungskontrolle, bei der alle mitgenommen Gegenstände notiert und kontrolliert werden. Anschließend wird man mit seinem Schlauchboot mittels Minensucher an die Landestelle gebracht. Dort erfolgt eine Landung der Kräfte mit großem Presseaufgebot und Zivilbevölkerung. Danach beginnt der eigentliche Wettkampf. 4 Tage ist der Trupp auf sich gestellt und muss Meldepunkte in bestimmten Zeiten erreichen. An manchen Punkten darf der Betreuer den Teilnehmern frisches Wasser zuführen, ansonsten ist jegliche Unterstützung verboten.

Während des Wettkampfes werden die Mannschaften vom „Feind“ gesucht und abgedrängt bzw. gefangen genommen. Am vorletzten Tag erfolgt eine Aufklärung eines Objektes, das stark gesichert ist.

Einweisung: Alle Besprechungen und Einweisungen sind in Englisch oder Estisch. Sie wurden ausführlich durchgeführt und sauber vorbereitet.

Stationen: Die Hindernisbahn (2,2 km) beinhaltet die verschiedensten Hindernisse und fordert Geschicklichkeit, Kraft, Ausdauer, Mut und vor allem Durchhaltewillen. Viele Wasserhindernisse, teilweise mit Tauchen verbunden, Schlamm, Seilarbeit mit Geschicklichkeit verbunden sowie viele Kriechhindernisse mit echtem Stacheldraht rauben Kraft.

Die SanAufgabe erfordert in kürzester Zeit eine Ansammlung von Verletzten zu versorgen. Dafür ist ein ausgebildeter Sanitäter/Rettungsassistent oder Arzt in der Mannschaft von Vorteil.

Gelände und Wetter: Die Vegetation und die fehlende Erschließung des Übungsgebietes machten zu schaffen. Sümpfe, Wassergräben, Moore sowie dichte Wälder verhinderten ein schnelles Vorankommen und bescherten ständig nasse Füße. Nutzbare Wege oder Straßen werden vom „Feind“ überwacht. Viele Gewässerquerungen sind nicht zu vermeiden.

Feind: Eingesetzter Feind nutzt alle ihm vorhanden technischen Möglichkeiten zum Aufklären der Mannschaften. So kreisen ständig ein Hubschrauber mit Infrarotkamera über dem Übungsgebiet und informieren die motorisierten Streifen. Diese wiederum benutzten Nachtsichtgeräte. Feind ist in hoher Anzahl präsent und besetzt wichtige Geländepunkte.

Support: Ein sehr wichtiger Posten ist der des fünften Mannes. Er besucht die Briefings nach dem Start und ist für die Mannschaft in allen Belangen Ansprechpartner. Auf einigen Meldepunkten ist er vor Ort und führt Frischwasser zu und gibt eventuelle Lageänderungen oder Aufträge weiter. Hierfür ist eine absolut verlässliche und fließend Englisch sprechende Person auszuwählen, die gleichzeitig auch einen Wettkämpfer bei Ausfall ersetzen muss.

Aufklärung: Der Hauptteil des Wettkampfes beinhaltet die Aufklärung eines Objektes bei Tag und Nacht. Dieses ist stark gesichert und wird auch aus der Luft überwacht. Anschließend ist ein Aufklärungsbericht in Englisch zu verfassen. Ganz klar im Vorteil sind hier die Sondereinheiten mit neuesten und handlichen Nachtsichtgeräten.

Information: Ein sehr guter Wettkampf, sehr sauber vorbereitet, organisiert und durchgeführt. Schwerpunkt bildet hier neben der Aufklärung die Durchhaltefähigkeit der Mannschaft. Vier Tage und Nächte in Estlands Sümpfen und Wäldern mit Schlafentzug, großen Anstrengungen und immer unter Zeitdruck, belasten die Teilnehmer sehr. Ganz zu schweigen von den ständig plagenden Mücken und immer nassen Füßen. Auf die Auswahl der Teilnehmer sollte größter Wert gelegt werden. Es handelt sich nicht um einen Tages- oder Zweitageswettkampf mit Feldküche und Dusche. Der Trupp sollte sich kennen und auch in mehrtägigen Veranstaltungen erprobt sein. Nahrung und Ausrüstung für vier Tage mit Einbeziehung der Witterung und des Geländes sollten sorgfältig ausgewählt werden. Jedes Kilogramm zuviel wird einem in diesem Gelände schwer zu schaffen machen, genauso wie falsche oder fehlende Ausrüstung.

Der nächste Wettkampf findet voraussichtlich am 08-11 August 2012 statt.

Weitere Informationen:

http://www.youtube.com/v/2OEjd5Rm_8A&feature=player_embedded

http://www.youtube.com/v/hDUu6hyL7ks&feature=player_embedded#

http://www.erna.ee/en/

http://en.wikipedia.org/wiki/Erna_Raid

http://strikehold.wordpress.com/2008/08/26/erna-raid-competition-2008/

http://www.flickr.com/photos/world_armies/sets/72157627374518558/with/6026112975/

Quelle: http://www.erna.ee/en/ ,A.Bensching

Bildquelle: http://www.viafor.tv/erna/store.htm

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