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Der Schwarze Schwan

23 Oktober 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Die Angst vor dem „Schwarzen Schwan“

Der Schwarze Schwan, im Tierreich eine seltene Vogelart, deren natürliches Verbreitungsgebiet im fernen Australien und Neuseeland liegt, galt bis zu seiner Entdeckung im 18.Jahrhundert als Sinnbild für etwas Nichtvorstellbares und wurde fortan als Metapher für äußerst seltene Ereignisse betrachtet, die jedoch einen großen Einfluss auf unser Denken und Handeln auszuüben vermögen.

Vor einiger Zeit gelangte mit dem gleichnamigen Buchtitel „Der Schwarze Schwan“ der New Yorker Essayist und Mathematiker Nassim Nicholas Taleb weltweit in die Schlagzeilen der Presse mit der These, dass sich unerwartete Ereignisse von katastrophalem Ausmaß nicht durch Wahrscheinlichkeitsrechnungen voraussagen lassen. Als markantes Beispiel führt er u. a. die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York an. Aber auch der Super-Gau von Fukushima in Japan, einem Land, das technologisch und wirtschaftlich auf höchstem Niveau steht und besonders sensibel auf Risiken reagiert, konnte nicht verhindert werden,so dass es zu dem dramatischen nuklearen Unfall in diesem Jahr kam. Obwohl nach der Wahrscheinlichkeitsberechnung normalerweise ein Gau bei einem Atomkraftwerk innerhalb einer Millionen Jahre auftritt (nach Angaben er bundeseigenen Gesellschaft für Anlage- und Reaktorsicherheit (GRS)) kann offenbar nach dieser statistischen Berechnung das Ereignis genauso 5 mal hintereinander alle 25 Jahre auftreten und anschließend ein paar Millionen Jahre nicht mehr.

Aber auch die aktuelle Finanzmarktkrise lässt sich nach Taleb`s These als Schwarzer Schwan definieren, zumal nach Berechnungen des Versicherungsunternehmens Allianz die gegenwärtige Situation mit der großen Depression in den 30iger Jahren durchaus vergleichbar ist, in der der US-Aktienmarkt ähnlich viel an Wert verloren hat wie 2008. Trotz der Stützung des Bankensystems durch die von der Krise betroffenen Staaten, ist von einer Normalität der Situation noch nichts zu spüren. Was wie ein Ende der Krise aussieht so führte die Wirtschaftsredaktion der Welt kürzlich aus, besteht „offenbar ein Warten auf eine neuerlich einsetzende Krise. Die Angst vor dem neuen Schwarzen Schwan geht um: Das Ereignis, mit dem niemand gerechnet hat und das die Welt wieder aus den Fugen geraten lassen könnte“.

(wz)

 

Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse

Gebundene Ausgabe: 456 Seiten

Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & CO. KG

ISBN-10: 3446415688

ISBN-13: 978-3446415683

http://www.amazon.de/Schwarze-Schwan-h%C3%B6chst-unwahrscheinlicher-Ereignisse/dp/3446415688#_

 

Quelle: The Black Swan, Nassim Nicholas Taleb, welt.de

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/49492066@N04/5068750412/sizes/z/in/photostream/

 

 

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