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Breaking Bad

13 November 2011 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Breaking Bad – 3. Staffel

„Ich glaube, ich ändere mein Leben und werde ein Verbrecher, der chemische Drogen herstellt und verkauft“

DIENSTAGS UM 22.00 UHR, VOM 11. OKTOBER BIS 16. NOVEMBER 2011 AUF ARTE.TV

Obwohl ihn sein mageres Einkommen kaum über den Monat brachte, wäre der abgebrannte Chemielehrer Walter White früher nie auf die Idee gekommen, seine kostbaren Fachkenntnisse für rentablere Zwecke einzusetzen. Erst als er wegen einer Krebserkrankung für dienstunfähig erklärt wird, entdeckt der Familienvater ein lukratives, aber auch gefährliches Nebengeschäft: Zusammen mit einem ehemaligen Schüler, dem Dealer Jesse Pinkman, beginnt er mit der Herstellung chemischer Rauschmittel für den über allen Zweifel erhabenen Drogenhändler Gus Fring.

Nach der Trennung von seiner Frau scheint Walter zu immer höheren Risiken bereit, und auch wenn ihn manchmal die Angst packt, handelt er selten unüberlegt. Der brillante Chemiker ist intelligent und beweist mitunter erstaunliches Manipulationstalent. Nun nutzt er sein Wissen über das System (und er kennt nicht nur das Molekülsystem des halluzinogenen Stoffes Methamphetamin wie seine Westentasche), um sich aus dem finanziellen Schlamassel zu ziehen – und nimmt dabei einigen Ärger in Kauf.

Die Faszination des Bösen

„Es ist eine uralte Geschichte, dass Menschen wissen wollen, wie es auf der dunklen Seite aussieht. Wir lieben Gangsterfilme, wir lieben ,Der Pate‘. Wir lieben Storys, in denen der Hauptdarsteller ein komplett anderes Leben führt, als wir es tun. Und ,Breaking Bad‘ zeigt so ein Leben“, sagt Vince Gilligan, Schöpfer und Autor der Serie, der schon als Produzent mit dem Mystery-Erfolg „Akte-X“ für Furore sorgte. Wäre „Breaking Bad“ eine typische Fernsehserie, hätte der Antiheld immerhin etwas Liebenswertes an sich, das ihn für das Publikum anziehend machen würde: jungenhaften Charme, Schlagfertigkeit und Witz, ein gewinnendes Lachen oder einfach nur eine zu große Nase, die wir mitleidig belächeln dürften. All dies kann Walter nicht vorweisen. Er ist ein Mensch, der sich in seiner Haut nicht wohl fühlt. Er ist ein pragmatisch denkender und verzweifelter Mann, der für seine Familie so viel Geld wie möglich zusammenkratzen will.

Es ist der Verdienst von Schauspieler Bryan Cranston („Malcolm mittendrin“), die inneren Kämpfe dieses Mannes sichtbar zu machen, ohne ihn der Lächerlichkeit preiszugeben. Diese schauspielerische Leistung hat Cranston bereits drei Mal hintereinander den Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie eingebracht. Im Fernsehen wurde die Schattenseite der Gesellschaft bisher selten zur besten Sendezeit gezeigt. In langen Einstellungen, die sich manchmal wie Echtzeit anfühlen, stolpert Walter von einer Katastrophe in die nächste. Jede Episode gleicht einem Minifilm, der mit seinem Mix aus nihilistischem Humor und spannendem Drama an die Coen-Brüder und ihren Oscar-gekrönten Thriller „No Country for Old Men“ erinnert. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Läuft die Anziehungskraft von „Breaking Bad“ auf diese simple Lebensweisheit hinaus? Eine einfache Moral zu dieser Geschichte gebe es nicht, meint Gilligan: „Vielmehr ist es eine sehr detailgenaue Charakterstudie eines Mannes, der sich vom Protagonisten zum Antagonisten wandelt. Es ist die Verwandlung von einer Person in eine andere.“ Wenn das mal kein Zweckoptimismus ist.

Breaking Bad – Staffel 3
Folge 12 – Halbe Sachen (Half measures)
Dienstag 15. November 2011 um 22.00 Uhr
Wiederholung am Freitag 18. November um 01.45 Uhr
(USA, 2010, 45mn)
ARTE F
Quelle: arte.tv, http://www.arte.tv/de/film/Breaking-Bad/4082064.html
 

Bildquelle: Breaking Bad – Staffel.3 © 2010 Sony Pictures Television

http://www.youtube.com/v/Y7AvqD2loX4

 

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