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Die Kraft des Glaubens II

16 November 2015 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

Die Kraft des Glaubens – Über den Placebo-Effekt

Im ersten Teil von Die Kraft des Glaubens haben wir uns mit dem richtigen Denken und Handeln beschäftigt und wie wir diese beiden Aspekte handhaben müssen, um zu einem insgesamt erfolgreichen und starken Menschen zu werden.
Nun, im zweiten Teil, wollen wir uns einmal näher mit dem sogenannten Placebo-Effekt auf wissenschaftlicher Grundlage auseinandersetzen und sehen, was der Glaube wirklich an der Entwicklung und dem Zustand unseres Körpers beeinflussen kann.
Welchen Einfluss wird wohl der Geist auf unseren Körper haben und wie können wir diese Macht produktiv für uns nutzen? Oder ist das alles nur Humbug?

Eine Menge Müll ist im Umlauf
…und nicht auf der Deponie, wo er eigentlich hin gehört. Nach dem ersten Teil des Artikels dachte ich, für diesen zweiten Teil müsste ich nur ein, zwei Bücher und einige Artikel zu dem Thema lesen, aber da der Placebo-Effekt bisher wenig erforscht und an der Grenze zu übertriebener Hoffnung und Esoterik liegt, muss man sich hier doch eingehender mit dem Thema befassen, um nicht unreflektiert zu übernehmen, was andere alles so niederschreiben. So schreibt z.B. Arthur K. Shapiro, der immer wieder gerne angeführt wird und vor allem durch sein Buch The Powerful Placebo bekannt ist, in seinem Artikel A contribution to a history of the placebo-effect der bereits 1960 in der Behavioral Science erschien:
Placebos können stärker sein als manche potente Medikamente, ja deren Wirkung in manchen Fällen sogar außer Kraft setzen oder ins Gegenteil verkehren. In einigen Studien konnte die Placebo-Reaktion bei 100 Prozent der Versuchspersonen nachgewiesen werden. Selbst auf bestehende organische Erkrankungen, darunter unheilbare, bösartige Tumore, können Placebos tief greifende Auswirkungen haben. Placebos können sogar die Wirkungen aktiver Drogen nachahmen.

Ist doch wunderbar
…dachte ich mir, als ich das erste Mal darauf stieß. Und sicherlich steckt hier auch ein Kern von Wahrheit drin. Aber dennoch hat mir meine weitere Lektüre offenbart, dass hier viel zu undifferenziert und alles andere als wissenschaftlich vorgegangen wurde.Um nämlich erkennen zu können, was ein Placebo (was umgangsprachlich übersetzt übrigens so viel wie Ich werde gefallen heißt) wirklich bewirken kann, ist es notwendig, einen kranken Menschen etwas eingehender zu differenzieren und zwar in eine objektive Krankheit/organische Störung einerseits und das subjektive Kranksein/-fühlen andererseits. Auf dieser Basis lässt sich ganz klar formulieren, zu was der Placebo-Effekt in der Lage ist und wozu nicht.

Der Placebo-Effekt wirkt sich auf die Person aus, aber nicht auf die Krankheit
Dem Patienten in seinem subjektiven Kranksein kann zwar deutlich geholfen werden, aber an einer objektiv bestehenden organischen Krankheit kann das nur wenig ändern.Unterstützt wird diese Aussage durch Studien über den Einfluss sozialer und psychischer Faktoren auf die Überlebensraten von Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen. ‚Ist der Erkrankungsprozess erst einmal in Gang gekommen, setzt die Biologie des Tumors alle potenziellen Einflüsse von Lebensstil und psychosozialen Variablen außer Kraft.‘ So sehr wir das Gegenteil erträumen mögen, die Daten sprechen für ernüchterndere Tatsachen. (Spiro, Howard: Placebo. Heilung, Hoffnung, Arzt-Patient-Beziehung. 1998).
Die Medien, Bücher, Artikel und Geschichten wissen zwar von überaus vielen Fällen zu berichten, in denen dem Placebo-Effekt bedeutend mehr Macht zugesprochen wird, aber keiner dieser Fälle hält einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung stand. Meistens fehlen von Anfang an die notwendigen Fakten um überhaupt objektiv darüber urteilen zu können.

Wars das also schon für den Placebo-Effekt?
Kann uns der Glaube somit bei den wirklich realen und objektiv bestehenden Problemen unseres körperlichen Daseins nicht behilflich sein? Zumindest scheint dies doch der Fall zu sein oder etwa nicht? Ist das Vertrauen in die mentale Komponente somit nicht viel mehr als ein nutzloses und esoterisch verblendetes Unterfangen?

Verdrehte Perspektiven
Es ist zwar durchaus die objektive Realität, die die Grundlage unseres Lebens darstellt, aber wir vergessen immer wieder, dass es unsere eigene, individuelle Perspektive auf diese Realität ist, die entscheidet, was wir für ein Leben leben, welchen Gang dieses Leben nimmt, welche Richtung es verfolgt und wie wir uns dabei fühlen.Wir haben ein Leben, wir haben einen Körper und wir haben einen Lebensraum. Aber was wir daraus machen, dass liegt einzig und allein an uns selbst; an unserer geistigen Perspektive auf all diese Faktoren.

Aber
…was ist nun, mit einer schlechten Veranlagung oder gar körperlichen Krankheiten und Leiden? An diesen schrecklichen Gegebenheiten kann man doch absolut nicht rütteln; ganz egal, wie sehr man auch daran glauben mag.Ja und Nein. An den realen Fakten selbst kann man wirklich nichts verändern, aber ihre Schrecklichkeit kann man ihnen nehmen. Es sind nicht wirklich genetisch bedingte Schwächen und Leiden oder auch später erworbene Krankheiten, die schrecklich sind. Es sind immer unsere negativ behafteten Emotionen, die sie erst zu etwas Schrecklichem werden lassen, die uns für die damit einhergehenden Probleme sensibler und eventuelle Schmerzen stärker spüren lassen.

In Wirklichkeit
…sind es auch nicht die Gegebenheiten oder Schmerzen selbst, die uns das größte Leid bescheren. Es sind die Gefühle der Angst, der Hoffnungslosigkeit und der Unkenntnis, die uns am stärksten Leiden lassen.

Schmerzen
…werden dann erträglicher, wenn man weiß, woher sie kommen und warum man sie hat. Dann kann man sich mit ihnen arrangieren und sie ausblenden. Jeder ernsthafte Kampf-, Kraft- oder Extremsportler kennt das sehr gut aus eigener Erfahrung. Auch das Bohren beim Zahnarzt oder Nähen von Wunden lässt sich ohne Betäubung gut überstehen, wenn man den Schmerz einfach zulässt.
Ich lasse mich schon seit Jahren bei derartigen Eingriffen nicht mehr betäuben, um meine Schmerztoleranz zu trainieren und sicherlich auch, um mir immer wieder aufs Neue zu beweisen, dass ein starker Geist an Schmerzen, deren Herkunft ihm bewusst sind, nichts Schreckliches zu erkennen weiß. Sie sind einfach nur ein biologisches Signal unseres Körpers, die uns klar machen sollen, dass irgendwo irgendwas nicht stimmt. Wenn die Botschaft jedoch angekommen ist und ich sie auch begriffen habe, warum sollte sie mir dann noch Sorgen bereiten?

Die Perspektive zählt
Wenn wir lernen, die Dinge, die wir nicht ändern können, zu akzeptieren, dann verlieren sie ihren Schrecken.Ein älterer Bekannter von mir wurde jahrelang von einem Klingeln im Ohr geplagt. Er ist dabei fast verrückt geworden – wodurch sich der Tinnitus sogar noch stärker herauskristallisierte. Sein gesamtes Leben stand nur noch im Schatten dieses Klingelns. Die Ärzte konnten ihm nicht helfen und er hatte schon alle möglichen Therapien und Techniken durchprobiert – nichts half. Doch eines Tages traf er auf einen Leidensgenossen, der aber überhaupt nicht zu leiden schien.
Nach seinem Geheimnis befragt antwortete er nur ganz ruhig: „Ach, dieses Rauschen. Das überhöre ich einfach. Und so höre ich es gar nicht mehr.“ An diesem Tag lernte auch mein Bekannter, das Klingeln zu akzeptieren und damit zu leben. Der Schrecken war wie weggeblasen und nun war das Klingeln kein Klingeln mehr für ihn, sondern seine neue Definition von Stille.
So wurde er doch quasi geheilt oder etwa nicht? Durch ein paar weise Worte wurde zwar nicht die objektive Krankheit, aber dafür das subjektive Gefühl des Krankseins von ihm genommen und er konnte zur Normalität seines Lebens zurückkehren. Genau so wirken Placebos.
Diese können übrigens vielerlei Formen annehmen. Von einer bunten Pille über die Meditation bis hin zu einer Berührung, einem Kräutertee oder auch den richtigen Worten kann alles als Placebo wirken, an dessen Wirksamkeit man zu glauben bereit ist.

Der geheime Placebo-Nutzen
Viele der alternativmedizinischen Wirkungen und auch all der bunten Therapien und mannigfaltigen Verhaltensweisen und Rituale, die sich die Menschen im Laufe der Jahrtausende ausgedacht und zurecht gelegt haben, sind nicht deswegen effektiv, weil sie selbst so wirksam wären, sondern vor allem deswegen, weil ihre jeweiligen Anwender an ihre Wirksamkeit glauben.
Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen, runterschlucken sowie verdauen und sich dann klar machen, dass all diese Techniken, Substanzen und Zeremonien ihre tiefere Wirksamkeit nicht durch sich selbst, sondern vor allem durch den glaubenden Menschen erhalten. Das geht von der Tee-Zeremonie über die Homöopathie bis hin zur Meditation und reicht auch noch viel weiter bis hin zu Mesmerismus, Handauflegen und Schamanismus.

Alles nur das Werk von Scharlatanen?
Rein objektiv betrachtet mag man das behaupten, aber die modernen Erkenntnisse wissen ein differenzierteres Bild zu vermitteln.

Die Placebo-Wirkung
…also die Kraft des Glaubens kann immer und jederzeit wirksam werden, solange man auch daran zu glauben bereit ist. Wer also wirklich daran glaubt, dass Handauflegen, Homöopathie oder was auch immer für ein tantrischer Singsang im Adamskostüm zur Zeit der vollen Rapsblüte ihm das Leben erleichtern und verschönern wird, dem wird auch genau dies geschehen.
Das ist die Kraft des Glaubens. Das ist der Nutzen des Placebo-Effektes. Und genau das ist auch ‚alles‘, was hinter dem Nutzen pharmakologisch wirkungsloser Substanzen, Gedanken und Verhaltensweisen steckt. Es sind nicht diese selbst, die diese Kraft der Heilung, Stärkung, Entwicklung und Sicherheit enthalten. Sie liegt einzig und allein in uns selbst, in unserem Glauben, unserem Vertrauen und unserer Hoffnung auf die Wirksamkeit jener.
Und wer dazu fähig ist, die dafür notwendigen Vorstellungen und Bilder von Kraft, Heilung usw. in einem Menschen hervorzurufen, ist der ein Scharlatan? Nun ja, das liegt wohl im Auge des Betrachters. Sicherlich mögen seine angeblichen Wundermittel und Riten an sich wirkungslos sein, aber nichtsdestotrotz hat er die Gabe, anderen Menschen zum Glauben zu verhelfen und es ist dieser Glaube, der ihnen dazu helfen wird, sich aus eigener Kraft zu helfen und somit verliert eigentlich niemand wirklich bei diesem Handel.

Darüber hinaus
…wird heutzutage sogar die Wirkung vieler pharmakologisch oder gar chirurgisch anerkannter Medikamente und Eingriffe nicht diesen selbst, sondern dem Placebo-Effekt zugeschrieben:
Viele der in der Schulmedizin eingesetzten Verfahren sind nicht besser als Placebos oder haben eine placebo-artige Wirkung. Das heißt, kraft ihrer symbolischen Bedeutung lindern sie Schmerz, Angst oder andere ungute Empfindungen oder verbessern die Wirksamkeit eines anderen Mittels oder Verfahrens. (Spiro, Howard: 1998)

Placebo-Operationen
Howard Spiro berichtet in seinem sehr kritischen Buch Placebo. Heilung, Hoffnung, Arzt-Patient-Beziehung sogar davon, dass Placebo-Operationen, bei denen nur ein oberflächlicher Einschnitt vorgenommen und dann wieder vernäht wurde, bei oberflächlicheren Beschwerden zu vergleichbaren Besserungen und Heilungen geführt haben, wie die tatsächlichen und tiefer gehenden Operationen.
Vor allem, wenn es um Befindlichkeitsstörungen, psychosomatische oder stressbedingte Probleme geht, ist es der Placebo-Effekt, der hier wirksam wird. Wirklich tiefer liegende strukturelle Probleme jedoch wie ein Knochenbruch oder Krebs, bleiben von der Kraft des Glaubens völlig unangetastet. Hier bedarf es reeller und hoffentlich einigermaßen wirksamer medizinischer Eingriffe.

Dennoch ist der Glaube überaus mächtig
Er kann sogar über Leben und Tod entscheiden. Dass todkranke Menschen manchmal nicht sterben, sondern bis zu einem bestimmten Stichtag weiterleben, an dem ihre Aufgabe erfüllt scheint oder sie Geburtstag haben oder ein lang ersehntes Ereignis eintritt, sagt, wie David Philips (vgl. et. al.: Postponement of death until symbolically meaning occasions. 1990) durchaus zu Recht betont, eine Menge darüber aus, zu was Hoffnung, Glaube, Pflichtbewusstsein sowie Lebens- und Leistungswille in der Lage sind.
Sicherlich kennt jeder ein paar Beispiele aus eigener Erfahrung. Die letzten beiden, von denen ich in meiner direkten Umgebung gehört habe, war ein pensionierter Mann, der sich im Laufe vieler Jahre harter Arbeit eine Villa am See gebaut hat und als sie endlich fertig war, dann auch direkt gestorben ist. Ein anderer Fall ereignete sich vor kurzem, als ein ebenfalls ergrauter Herr bei der letzten Verabschiedung seines besten Freundes noch an dessen offenem Grab zusammenbrach und ebenfalls das Zeitliche segnete.

Wenn Worte töten
Prinzipiell scheint es ziemlich abwegig zu sein, dass man einen anderen Menschen allein durch Worte töten kann, aber insofern der Glaube an diese Worte stark und die eigene Konstitution schwach ist, kann dies durchaus passieren.
Der sich in seinen Werken überaus kompromisslos naturwissenschaftlich äußernde Mediziner Bernard Lown beschreibt 1997 in seinem Buch The lost art of healing einen solchen Fall, bei dem er selbst Zeuge war: Dabei geht es um eine Frau mit geringgradiger Herzinsuffienz, die bei ihrem behandelnden Arzt Dr. Levine, einem bekannten Bostoner Herzspezialisten, wie schon so oft in der Sprechstunde war. Nur an diesem Tag war er in Anwesenheit einiger Studenten. Er verkündete ihnen: „Diese Frau hat TS.“, und verließ den Raum. Den weiteren Gang der Entwicklung möchte ich direkt aus Lowns Buch zitieren:
Kaum war Dr. Levine aus der Tür, veränderte sich das Betragen von Mrs. S. Sie wirkte ängstlich und rang nach Luft … In ihren Lungen, die wenige Minuten zuvor noch ganz frei gewesen waren, war jetzt feuchtes Knistern zu hören … Ich fragte Mrs. S. nach dem Grund für ihre plötzliche Aufregung. Sie antwortete, Dr. Levine habe gesagt, sie habe TS, und ihres Wissens nach bedeute dies ‚terminale Situation‘, also den Endzustand.
Tatsächlich steht ‚TS‘ jedoch für eine ‚Trikuspidalstenose‘, was nichts anderes bedeutet als eine chronische Deformation der Herzklappe. Doch die Patientin glaubte an etwas anderes und das führte dazu, dass sie noch am gleichen Tag an Herzversagen starb. Bis auf den heutigen Tag lässt mich die Erinnerung an dieses tragische Geschehen erzittern, wenn ich daran denke, welche Macht die Worte eines Arztes haben können., beendet Lown seine Betrachtungen.
Man fühlt sich an die Worte Norman Cousins erinnert, die dieser in seinem bekannten Buch Anatomy of an Illness: As Perceived by the Patient formuliert:
Aus dem Mund eines Arztes können Worte Tore öffnen oder zuschlagen. Sie können den Weg zur Genesung freimachen oder aber den kranken Menschen in Angst, Abhängigkeit oder Rebellion versetzen. Die richtigen Worte können einem kranken Menschen Kraft geben, seinen Lebenswillen mobilisieren und heroischen Reaktionen den Boden bereiten. Die falschen Worte dagegen können ihn in Verzweiflung stürzen.

Die Kraft des Glaubens
Wenn wir uns all diese wirklich verbrieften Fakten zu Gemüte führen, dann bleibt nur ein Fazit: Der Glaube versetzt zwar weder Berge noch kann er strukturelle Krankheiten und Defekte heilen, aber alles, was uns selbst in Bezug auf unser subjektives Wohlbefinden und unsere gesamte Perspektive auf unsere Welt und unser Leben ausmacht und somit auch unseren gesamten Werdegang sowie unsere Entwicklung, sowohl die Bewertung unserer Vergangenheit als auch die Perspektive unserer Zukunft sind so und werden so sein, wie wir glauben, dass sie ist, sein wird und sein soll. So, wie wir glauben, so fühlen wir uns auch.
Unser Glaube ist somit die Perspektive, die entscheidet, wer wir waren, wer wir sind, was wir fühlen und somit auch, was wir werden. Er ist unheimlich potent und all diese Macht liegt in uns verborgen. Wir sollten lernen sie zu erkennen und sie zu nutzen. Wir werden sie niemals finden, wenn wir sie nur in der Außenwelt suchen. Ganz egal, ob wir dabei in einem Wald von Räucherstäbchen meditieren, Drogen nehmen oder nachts den Vollmond anheulen. All diese Substanzen, Techniken und Rituale selbst bedeuten überhaupt nichts. Sie werden allenfalls dadurch bedeutsam, dass ein Mensch an sie glaubt. Aber diesen Glauben und somit auch seinen Nutzen wird man nur entdecken, wenn man sich nach innen kehrt und sich mit sich selbst und der eigenen Lebensperspektive beschäftigt.

Ein eigenes Glaubensbekenntnis für einen eigenen Lebensweg
Wir müssen lernen, an das zu glauben, was uns förderlich ist und uns unseren Zielen weiterbringt und dann werden wir uns auch in diese Richtung entwickeln. Daran besteht kein Zweifel. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Placebo-Effekt lässt keinen anderen Weg offen als diesen. Der Glaube an Schreckliches wird uns auch zum Schrecklichen und der an Positives zum Positiven hinbewegen. Die Kraft des Glaubens ist ungemein und sie ist unser. Wir sollten sie nutzen und uns unser eigenes Glaubensbekenntnis formulieren, wie wir es uns wünschen, und so kompromisslos wie möglich danach leben. In den Schlussworten meines letzten Buches habe ich genau damit geendet:
Ich glaube an das Training der Kraft, an charakterliche und körperliche Entwicklung. Ich weiß, dass ich existiere. Ich weiß, dass ich für jeden Fehler in meinem Verhalten und für jeden Verstoß gegen die zehn Gebote in meiner Leistungsfähigkeit unmittelbar bestraft werde und dass ich für richtiges Verhalten unmittelbar belohnt werde. In diesem Sinne gibt es nichts Unmittelbareres, als die Erfahrung der Entwicklungsprozesse des eigenen Körpers und Geistes, nichts Bedeutenderes, als die Nutzung des eigenen naturgegebenen Potentials. Erkenne Dein Potential. Jeder Mensch hat es. Auch Du. Wirst Du es nutzen? Hast Du den Willen und die Kraft?

Also: Was glaubst Du?

(cz)

 

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/lel4nd/4006592681/sizes/m/in/photostream/

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