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KUNST und MILITARIA

8 Januar 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Militärhistorisches Museum Dresden

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr öffnete im Oktober 2011 nach siebenjähriger Umbauzeit wieder seine Tore und ist das größte Museum der Stadt Dresdens. Das spektakuläre Gebäude (ehemaliges Waffensarsenal) zerlegte der Architekt Daniel Libeskind mit einem kühnen Keil durch die alte Gründerzeitsubstanz. Der Neubau besticht von außen mit einer ausgefallenen Architektur und von innen mit Kunst. Wer glaubt, eine große Zahl an Militaria zu finden, wird allerdings enttäuscht. Auch auf Schreckensbilder wird verzichtet – dennoch büßen die Exponate nichts an Dramatik ein.

Auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt 19.000 Quadratmetern sind im Militärhistorischen Museum über 10.500 Exponate ausgestellt. Im Zuge des Neubaus wurde das Militärhistorische Museum auch inhaltlich neu ausgerichtet. Statt eine primär technikgeschichtliche Sammlung zu sein, versteht sich das Museum vor allem als kulturhistorische Ausstellung, die informieren und zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und Gewalt anregen soll. Nicht nur militärhistorische Stücke sollen hier gesammelt werden. Das Militärhistorische Museum soll zugleich der Aus- und Weiterbildung von Bundeswehrangehörigen und Öffentlichkeit dienen.

Zwei junge Personen in alten Uniformen zerschmettern bei Schießübungen eine blauweiße, vermutlich chinesische Deckelvase. Das Spektakel bezieht sich auf eine alte Geschichte, der zufolge Kurfürst August der Starke von Sachsen einst vom Preußenkönig Friedrich WilhelmI. 152 Porzellangefäße ertauschte – gegen 600 Soldaten. Darunter waren 18 „Dragonervasen“ genannte Monumentalvasen, die jener ähneln. Hierzu treibt sich ein Protagonist im Museum herum und löst mit Sprengkörpern und Waffen allerlei lustige Zwischenfälle aus. Dieses wirkt unterhaltsam und lockert die Materialfülle der wie ein Archiv angelegten Sektion „Krieg und Gedächtnis“ deutlich auf.

Anders als in den drei chronologischen Ausstellungsteilen im Altbau werden hier Krieg und Zerstörung als anthropologische Konstanten der Menschheitsgeschichte untersucht. „Krieg und Gedächtnis“, „Politik und Gewalt“, „Militär und Mode“ oder „Leiden und Krieg“ heißen die Abteilungen.

Nicht weit davon findet sich unter dem Stichwort „Formation der Körper“ ein viele Meter langes, hängendes Dioramamodell. Es zeigt en miniature die Stärke einer bayerischen Kampftruppe aus dem ersten Weltkrieg – mit mehr als 13 000 Infanteristen und Offizieren…

(rz)

 

Weitere Informationen unter: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr http://mhmbw.de

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Dienstag 10 bis 18 Uhr, Montag 10 – 21 Uhr, Mittwochs geschlossen, Heiligabend, Silvester und Neujahr geschlossen, Freier Eintritt ins Museum bis voraussichtlich Ende Februar 2012

http://mhmbw.de

 

Sonderausstellungen:

„KRIEG – Fotografien von James Nachtwey“

11. Februar 2012 bis Ende Mai 2012

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 „Stalingrad – Lauter letzte Worte“ 2012

Die Schlacht von Stalingrad zählt zu den bekanntesten des Zweiten Weltkriegs. Propagandistisch zum Opfergang der sechsten Armee stilisiert, blieb sie der deutschen Öffentlichkeit vor allem als Wendepunkt des Krieges und Symbol für menschliches Leid in Erinnerung. Die Sonderausstellung stellt Stalingrad aus unterschiedlichen Perspektiven dar.

Schwerpunkte der Ausstellung

Wie blickten die deutschen Soldaten auf das Land, in dem sie kämpften und sowjetische Soldaten auf das Land, das sie verteidigten? Welche Kontakte bestanden zur Bevölkerung? Die Feldpostbriefe von deutschen und sowjetischen Soldaten bilden den roten Faden durch die Ausstellung und geben Anhaltspunkt für die subjektive Erfahrung im Krieg. Das militärische Geschehen, Taktik und Militärtechnik aber auch die umfangreichen Kriegsverbrechen der deutschen Truppen werden in der Sonderausstellung beleuchtet.

Wahrnehmung und Erinnerung

Abschließend zeigt die Ausstellung die Rezeptionsgeschichte der Schlacht um Stalingrad. Deutsche Propaganda, sowjetische und westalliierte Medien und Kunstobjekte vermitteln ein differenziertes Bild der Erinnerung. Besonderer Schwerpunkt dieses Ausstellungsteils ist die Wirkung auf die deutsche Nachkriegspolitik.

 

Quelle:http://www.streitkraeftebasis.de; MHM, art-magazin

 

 

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