Home » Ausstellung, Biographie

August Macke

18 Februar 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Zum 128.Geburtstag des großen deutschen Expressionisten

Er hat von uns allen der Farbe den hellsten und reinsten Klang gegeben, so hell und klar, wie sein ganzes Wesen war“.

August Macke gilt als einer der bekanntesten deutschen Expressionisten. Mit seinen farbenfrohen, leuchtenden Bildern und idyllischen Motiven kann er noch heute die Kunstwelt begeistern. Er wurde vor 128 Jahren in Meschede im Sauerland geboren. Als er viel zu jung mit 27 Jahren wenige Wochen nach Beginn des 1. Weltkriegs in Frankreich fiel, hinterließ er ein äußerst umfangreiches Werk von nahezu 600 Ölgemälden der gleichen Anzahl von Aquarellen und rund 9000 Zeichnungen und Skizzen.

Macke wurde am 3. Januar 1887 als Sohn eines Bauunternehmers geboren und wuchs in Köln auf. Die wichtigste Zeit seines Lebens verbrachte er jedoch in Bonn, wo er auch seine Hauptwerke gemalt hat. Gegen den Willen seines Vaters verließ er vorzeitig das Gymnasium, um an der Kunstakademie in Düsseldorf zu studieren. Aber auch hier hielt es ihn nicht lange, da diese ihm zu konservativ erschien. Er besuchte fortan Abendkurse an der der dortigen Kunstgewerbeschule und entwarf bereits im Alter von 19 Jahren Bühnendekorationen und Kostüme für das Düsseldorfer Theater.

1909 heiratete er seine Jugendliebe Elisabeth Gerhardt, eine Fabrikantentochter und lebte mit ihr von 1910 – 11 am Tegernsee in Bayern, wo er Franz Marc kennen lernte und mit ihm Strategien für die Verbreitung der Avantgarde-Kunst in Deutschland entwickelte. Er trat mit Marc der Künstlergruppe des „Blauen Reiters“ bei und sorgte dafür, dass auch deren erste Ausstellung nach Köln kam. Doch konnte er mit deren Begründer der Gruppe, Wassily Kandinsky und dessen Streben nach Abstraktion sich nicht so recht anfreunden und verließ diese bald wieder. Denn als ein „typischer“ Expressionist fehlte Macke die innere Zerrissenheit und Radikalität, um als Provokateur der derzeitigen Kunst aufzutreten. Er war vielmehr dem Leben zugewandt und liebte es zu sehr.

Weitaus stärker wurde er von den französischen Malern seinerzeit inspiriert, besonders durch die Matisse-Ausstellung in München 1910, vor allem aber auch durch den Kontakt zu Robert Delaunay, der mit seinen zersplitternden Farbkompositionen Macke sehr stark beeinflusste und ihn zu seinen späteren Schaufenster-Bildern und abstrakten Kompositionen motivierte. Macke hatte die Intention, seine expressionistischen Kollegen im Rheinland zusammenzubringen und Düsseldorf als ein Zentrum der Kunst zu neuem Glanz zu verhelfen und wurde fortan ab1912 zum Mitorganisator von verschiedenen Kunstausstellungen ab in Köln, München, Bonn und Berlin.

Ende 1913 zog er mit seiner Familie in die Schweiz, an den Thuner See, wo eine seiner wichtigsten Schaffensphasen begann. Hier fand er zuletzt zu seinem eigenen Stil, der Darstellung einer heiter-verklärten Welt des Müßiggangs und der Sonntagsruhe, getragen von einer in der deutschen Malerei seltenen Freude am farbigen Ausdruck („Leute am Blauen See, 1913“). Im April 1914 unternahm er zusammen mit Paul Klee eine Reise nach Tunis, wo er eine Reihe heute berühmter, in ihrer Klarheit und Farbigkeit unübertroffener Aquarelle malte („Markt in Tunis“ ,1914). Der Ausbruch des 1. Weltkriegs, zu dem er als Soldat eingezogen wurde, beendete diese seine produktivste Zeit. Er fiel bereits 1914 in der Champagne und wurde auf dem Soldatenfriedhof in Souain beigesetzt. Franz Marc sagte in seinem Nachruf:“Er hat von uns allen der Farbe den hellsten und reinsten Klang gegeben, so hell und klar, wie sein ganzes Wesen war“.

Weitere Informationen unter: http://www.kunstmuseum-bonn.de/sammlungen/august-macke/

(wz)

KUNSTMUSEUM BONN
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn
Tel.: 0228 776260
Fax: 0228 776220
www.kunstmuseum-bonn.de

 

Quelle: http://www.freundederkuenste.de/

Bildquelle: Mädchen unter Bäumen (1917) Pinakothek der Moderne

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...